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Brandenburg Land rechnet mit „schwieriger Waldbrandsaison“ und bietet Kommunen Hilfe an
Brandenburg Land rechnet mit „schwieriger Waldbrandsaison“ und bietet Kommunen Hilfe an
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00:23 29.04.2019
In Nassenheide löschen Feuerwehrleute einen Waldbrand, der Anfang der Woche ausgebrochen war. Quelle: Julian Stähle/dpa
Potsdam

Brandenburg stellt sich angesichts der zunehmenden Trockenheit auf drohende Waldbrände wie im Sommer vorigen Jahres ein. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) prognostiziert eine „schwierige Waldbrandsaison“ und verwies auf landesweit 70 Brände in Wäldern seit Jahresbeginn. „Das Jahr 2019 wird, was die Brandlast in den Wäldern angeht, ein kompliziertes Jahr“, sagte Schröter am Freitag in Potsdam und kündigte finanzielle Hilfen des Landes für betroffene Kommunen zur Anschaffung von Technik wie das besonders geländegängige Löschfahrzeug TLF 5000 an.  

Derweil brannte es am Freitag in einem Waldstück bei Münchehofe (Dahme-Spreewald). 500 Quadratmeter Wald waren betroffen, wie der Waldbrandschutz-Beauftragte des Landes, Raimund Engel, mitteilte. Der Brand konnte schnell gelöscht werden. Im Dahmeland-Fläming hatte es am Donnerstag an vier Stellen gebrannt. In den allermeisten Kreisen gilt jetzt schon die höchste Waldbrandwarnstufe fünf.

Kommune fordert vom Land kleinere Feuerwehrautos

Das Innen- und das Umweltministerium legten in Auswertung der verheerenden über 500 Waldbrände vom vergangenen Jahr ihre Maßnahmepläne vor. Schröter sagte, der Schwerpunkt werde auf die Früherkennung von Brandherden gelegt. Insgesamt sei das Land für die Bekämpfung von Bränden gut gerüstet. Erstmals könnten betroffene Kommunen durch eine neue Förderrichtlinie des Innenministeriums direkt unterstützt werden. Das Land gibt Geld für moderne Technik dazu. Neben dem Löschfahrzeug TLF 5000 können sich Kommunen auch Drohnen anschaffen, mit denen Brandlagen exakt und zeitnah erkundet werden können oder neue Systeme zur Wasserversorgung.

Kritik daran kam am Freitag aus den Kommunen. Der Bürgermeister von Nuthe-Urstromtal (Potsdam-Mittelmark), Stefan Scheddin (parteilos), sagte, das Land würde nur die Anschaffung großer Feuerwehrautos unterstützen. Doch für die Brandbekämpfung in seiner Gemeinde seien kleinere Autos besser.

Plan für Brandschutzwege soll bis September vorliegen

Nach Angaben der Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde wird derzeit der Zehn-Punkte-Plan der Regierung umgesetzt, der nach den 2018er Bränden aufgelegt wurde. Neu ist, dass das Frühwarnsystem „Fire Watch“ modernisiert und auf zwei Standorte in Eberswalde für den Norden und in Wünsdorf für den Süden konzentriert wird. 13 Standorte seien mit neuer Software und 14 mit neuer Funktechnik ausgestattet worden. Ein neuer Waldschutzplan zur Beseitigung „weißer Flecken“ bei Löschwasserstellen und Brandschutzwegen solle bis September vorliegen.

Die Staatssekretärin appellierte an alle, die in diesen Tagen den Wald betreten: „Seien Sie umsichtig und hantieren Sie nicht mit offenem Feuer.“ Sie wies darauf hin, dass es für alle Wälder im Land ein striktes Befahrungsverbot für Fahrzeuge gibt.

Land erstattet Kommunen 80 Prozent der Kosten für Brand-Ausgaben aus 2018

Schröter teilte mit, dass das Land neben der Ausbildungsstätte an der Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt eine zweite in Wünsdorf einrichten wird. Dort sollen spezielle Seminare zur Waldbrandbekämpfung für Führungskräfte stattfinden. Damit solle sicher gestellt werden, dass bei zeitlich lange „Lagen“ oder mehreren parallelen Bränden die Einsatz-Führungskräfte ausgetauscht werden können“, betonte Schröter. Keinen Bedarf sieht er indes für die Anschaffung von Löschflugzeugen oder Löschhubschraubern durch das Land. Für die Brandbekämpfung genügten Hubschrauber der Bundeswehr, betonte er.

Das Land erstattete den Landkreisen und Gemeinden vier Fünftel der Kosten, die im vergangenen Jahr für den Einsatz von Hubschraubern und Löschpanzern gegen Waldbrände entstanden. Von den 1,7 Millionen Euro gingen laut Minister Schröter 1,3 Millionen Euro an den Kreis Potsdam-Mittelmark. Die größten Brände gab es 2018 dort: in Treuenbrietzen und Fichtenwalde.

Von den 70 Waldbränden in diesem Jahr sind laut Landesregierung die Kreise Elbe-Elster und Spree-Neiße am stärksten betroffen.

Von Igor Göldner

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