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Brandenburg Brandenburg überprüft Arbeitsbedingungen in Schlachtbetrieben
Brandenburg Brandenburg überprüft Arbeitsbedingungen in Schlachtbetrieben
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18:12 12.05.2020
Getötete Schweine im Zerlegebereich eines Schlachthofes. Quelle: Ingo Wagner/dpa
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Potsdam

Nach einer Häufung von Corona-Infektionen in Schlachtbetrieben in anderen Bundesländern sollen nach Angaben des Gesundheitsministeriums auch in Brandenburg die Arbeitsbedingungen von Beschäftigten in Fleischbetrieben überprüft werden. Ministeriumssprecher Gabriel Hesse verwies am Dienstag darauf, dass im Land nur wenige große Schlachtbetriebe mit einer hohen Anzahl von Schlachtungen ansässig seien.

Der Fokus der Überprüfungen richte sich vor allem auf die Unterbringung von ausländischen Beschäftigten, auf den Transport zu den Betriebsstätten und die Ausrüstung mit persönlicher Schutzausrüstung, sagte Hesse. Die zuständigen Behörden würden sich untereinander abstimmen. Zunächst berichtete der rbb.

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20.000 Mitarbeiter in NRW werden getestet

In deutschen Schlachthöfen waren zuletzt vermehrt Corona-Infektionen aufgetreten. Nach einem Corona-Ausbruch im April in einem Werk in Birkenfeld in Baden-Württemberg sind nun Belegschaften in Coesfeld und Oer-Erkenschwick (beides in Nordrhein-Westfalen) sowie Bad Bramstedt in Schleswig-Holstein betroffen. In Nordrhein-Westfalen werden alle Beschäftigten in den Schlachthöfen auf das Virus getestet. Bis zu 20.000 Mitarbeiter müssen untersucht werden.

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Ein weiter Schwerpunkt in Brandenburg ist laut Hesse die Überprüfung der Arbeits- und Lebensbedingungen von Saisonarbeitern in der Landwirtschaft. „Klar ist: Überall dort, wo Menschen auf engem Raum leben, gibt es ein deutlich höheres Infektionsrisiko“, betonte er. Dieses könne nur mit einer kleinteiligen Unterbringung sowie einer konsequenten Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln minimiert werden kann. Die Verantwortung dafür trage der Arbeitgeber.

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hatte die Arbeitsbedingungen auf den Schlachthöfen zuletzt mit scharfen Worten angeprangert. Matthias Brümmer, Geschäftsführer der NGG in Oldenburg/Ostfriesland, sagte, in der Branche arbeiteten zahlreiche Mitarbeiter aus Osteuropa mit Werksverträgen, in deren ärmlichen Quartieren ein Infektionsschutz kaum möglich sei. „Wenn wir unsere Hühner so unterbringen würden, hätten wir ein Problem mit dem Tierschutz.“

Von MAZonline

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