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Brandenburg Brandenburg wählt AfD für Europa – was heißt das?
Brandenburg Brandenburg wählt AfD für Europa – was heißt das?
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01:16 29.05.2019
Brandenburg hat gewählt.
Brandenburg hat gewählt. Quelle: RND/sag/dpa
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Potsdam

Der Blick auf die märkische Landkarte zeigt nach der Europawahl vor allem eine Farbe: Blau. In zehn Kreisen sowie in Frankfurt und Cottbus ist die AfD für Europa die stärkste Kraft.

In Potsdam wurde grün gewählt

Damit stellt sich das märkische Wahlergebnis dem Bundestrend entgegen: Zwar konnten auch die Grünen in der Mark deutlich zulegen, aber die SPD ist ebenso merklich abgerutscht wie der Koalitionspartner im Land, die Linke, sowie die CDU. Nur in Potsdam ist mal wieder alles anders als im restlichen Bundesland: Die Landeshauptstadt hat für Europa grün gewählt – mit großem Abstand.

Die großen europäischen Themen um Klimaschutz, Zusammenstehen in unruhigen Zeiten und europäische Einigkeit haben in Gänze in Brandenburg offenbar nicht verfangen. Dafür wurde vielfach auf jene gehört, die Abschottung und Nationalismus als Methode für die Zukunft ansehen. Auch im Nachbarland Sachsen liegt die AfD vorne.

Kluft zwischen Ost und West

Wieder einmal zeigt das Wahlergebnis eine Kluft zwischen Ost und West. Was jetzt nicht passieren darf: Ostdeutschland verteufeln, sich einfach nur über die rechten Tendenzen zu echauffieren und die „da drüben“ als Sonderlinge behandeln. Es würde die Kluft nur vergrößern.

Bei der Kommunalwahl, in der die Tat vor Ort ganz konkret zählt, ist das Ergebnis der AfD nicht ganz so hoch – doch hoch genug, dass diese rechte Partei in der Fläche Fuß fasst.

Was heißt das für die Landtagswahl in drei Monaten? Vor allem zunächst eines: Im märkischen Parteiensystem wird nichts mehr so sein, wie man es bisher kannte. Alle Parteien tun gut daran, sich in den kommenden Monaten nicht im Koalitions-Vorab-Kleinklein zu verlieren. Es wird darum gehen, Brandenburg ganz neu aufzustellen – dabei werden sich die Parteien auch gemeinsam gegen die AfD stellen müssen – ohne jegliche Anbiederungstänzchen.

Von Hannah Suppa