Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Brandenburger Arbeitslose besonders von Armut bedroht
Brandenburg Brandenburger Arbeitslose besonders von Armut bedroht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
10:22 21.05.2020
In Brandenburg ist das Armutsrisiko höher als in vielen anderen Bundesländern. Quelle: epd-bild/Steffen Schellhorn
Anzeige
Potsdam

Etwa zwei Drittel (67 Prozent) der Arbeitslosen in Brandenburg gelten als armutsgefährdet. Im bundesweiten Durchschnitt sind es 57,4 Prozent. Das geht aus einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Frage der Linke-Fraktion im Bundestag hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. Nur in Sachsen-Anhalt (74,9 Prozent), Sachsen (69,6) und Mecklenburg-Vorpommern (69,0) war die Armutsrisikoquote nach jüngsten Daten für 2018 bei Arbeitslosen höher als in Brandenburg.

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Nettoeinkommens zur Verfügung hat. Für 2018 lag diese Schwelle für ganz Deutschland bei 1035 Euro im Monat für einen Einpersonenhaushalt.

Anzeige

Armutsrisiko im Osten höher als im Westen

Bundesweit gibt es weiter erhebliche regionale Unterschiede. In den westlichen Bundesländern galten 53,7 Prozent der Erwerbslosen nach jüngsten Daten für 2018 als armutsgefährdet - in den östlichen Ländern mit Berlin waren es dagegen 67,1 Prozent.

In Deutschland galten 2018 nach Daten des Mikrozensus 57,4 Prozent aller Arbeitslosen als armutsgefährdet, nachdem es 2005 noch 49,6 Prozent gewesen waren. Zwischenzeitlich betrug der Anteil schon 59 Prozent. Bezogen auf die Gesamtbevölkerung lag die Quote armutsgefährdeter Menschen bei 15,5 Prozent.

Linke fordert Hartz-IV-Zuschlag in Corona-Krise

Die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Sabine Zimmermann, nannte es einen Skandal, dass die Bundesregierung einer Ausbreitung und Verfestigung von Armut nicht entgegensteuere. Schon bisher sei mit den Hartz-IV-Regelsätzen ein Leben kaum möglich gewesen. „Besonders dramatisch ist die Situation derzeit in der Corona-Krise.“ Die Linke fordert einen Pandemie-Zuschlag von 200 Euro pro Person.

Lesen Sie auch

Von RND/dpa

Anzeige