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Brandenburg Billy Six ist zurück in Berlin
Brandenburg Billy Six ist zurück in Berlin
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00:23 21.03.2019
Journalist Billy Six (M) umarmt nach der Ankunft am Flughafen Tegel seinen Vater Edward und seine Mutter Ute. Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Berlin

 Billy Six ist zurück in Berlin. Um 15.20 Uhr landete der Brandenburger Journalist an Bord einer Lufthansa-Maschine aus Frankfurt in Tegel. Am Gate A03 warteten seine Eltern Edward und Ute. Sie hatten sich in den vergangenen Monaten lautstark für die Freilassung ihres in Venezuela inhaftierten Sohnes engagiert und in diesem Zusammenhang Außenminister Heiko Maas (SPD) Untätigkeit vorgeworfen. Das Auswärtige Amt hatte die Kritik entschieden zurückgewiesen.

Six, der unter anderem als freier Autor für die Wochenzeitung „Junge Freiheit“ unterwegs war, war im November 2018 in Caracas festgesetzt worden. „Reporter ohne Grenzen“ hatte die Vorwürfe gegen den 32-Jährigen als „konstruiert und hanebüchen“ bezeichnet. Medienschaffende in Venezuela seien „der völligen Willkür der Behörden ausgesetzt“, erklärte die Journalistenorganisation.

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Via Panama nach Hause

Am Freitagabend war Six aus dem Geheimdienst-Gefängnis El Helicoide entlassen worden – zunächst hieß es, er dürfe Venezuela nicht verlassen. Am Wochenende bestieg er dann doch ein Flugzeug nach Panama. Nach einer Zwischenübernachtung dort reiste er weiter nach Deutschland.

In Brandenburg hatte die AfD-Fraktion den Fall aufgegriffen, um sich als Kämpfer für die Pressefreiheit in Szene zu setzen. Die anderen Parteien im Landtag sahen darin einen Versuch, das Schicksal des Journalisten zu Propagandazwecken auszuschlachten. Der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Armin-Paul Hampel, dankte unterdessen demonstrativ Sergej Lawrow. In Hampels Version der Geschichte hatte sich der russische Außenminister in Venezuela entscheidend für Billy Six eingesetzt.

Von Thorsten Keller

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