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Brandenburg Brandenburgs Kleinkinder sind besonders gut geimpft
Brandenburg Brandenburgs Kleinkinder sind besonders gut geimpft
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16:22 08.08.2019
Impflücken könnten größer sein als bisher angenommen. Quelle: Friso Gentsch/dpa
Potsdam

Brandenburg hat im Vergleich zu anderen Bundesländern eine besonders hohe Impfbereitschaft. Nur 2,2 Prozent der Zweijährigen haben laut einer Analyse der Barmer Krankenkasse überhaupt keine Impfung. Das ist bundesweit der niedrigste Wert. Dagegen zeichnen sich die Bayern als eher impfmüde aus. Hier waren 5,3 Prozent der Zweijährigen des Geburtenjahrgangs 2015 gegen gar keine Infektionskrankheit geimpft.

Bei älteren Kindern ergibt sich ein ähnliches Bild. So waren in Bayern 3,5 Prozent der Sechsjährigen gegen keine der 13 wichtigsten Infektionskrankheiten geimpft. In Brandenburg hatten nur 1,2 Prozent der Kinder des Jahrgangs 2011 eine Impflücke.

Die Kasse hat unter anderem für rund 45.700 Schulanfänger, die 2017 bei ihr versichert waren, Abrechnungsdaten geprüft. „Die Impflücken bei Kleinkindern in Deutschland sind größer als bisher bekannt“, sagte Daniel Grandt, Mitautor des Arzneimittelreports und Chefarzt am Klinikum Saarbrücken.

90,5 Prozent der Sechsjährigen gegen Masern geschützt

Abgesehen von den Ländern mit guten Impfraten sind die meisten Kinder demnach nicht ausreichend gegen die wichtigen Infektionskrankheiten wie Masern, Mumps oder Röteln immunisiert. Bundesweit liegen die Impfquoten laut der Kasse durchweg unter 90 Prozent. Das sei alarmierend, sagte Barmer-Vorstandschef Christoph Straub.

Auch hier sind Brandenburgs Kinder besser geschützt: Bei den Sechsjährigen liegt die Impfrate bei 90,5. Doch auch das reicht aus Sicht der Kassen nicht aus: Denn für eine Schutzwirkung in der Gesellschaft seien Immunisierungsraten von mindestens 95 Prozent nötig.

Offizielle Daten zeigen höhere Impfquote

Bemerkenswert an den Zahlen: Sie zeichnen ein ganz anderes Bild als die offiziellen Daten des Robert Koch-Institut (RKI), die durchweg höhere Impfraten bescheinigen. Demnach lag die Impfquote bei der ersten Masernimpfung 2017 bei rund 97 Prozent. Bei der zweiten Masernimpfung waren es fast 93 Prozent. Allerdings hatten rund neun Prozent der Schulanfänger keinen Impfausweis. Würde man alle Kinder ohne Impfpass als ungeimpft ansehen, ergäbe sich mit Blick auf den Masernschutz am Schulanfang eine Impfquote von sogar nur 81,4 Prozent.

Die Auswertung der Barmer sei zwar gründlich, teilte das RKI mit. „Mit den Daten werden jedoch nur rund elf Prozent der gesetzlich Versicherten in Deutschland abgebildet und es bleibt offen, wie repräsentativ dieses Versichertenklientel für Deutschland ist“, hieß es weiter.

Weitere Impflücken bei Mumps und Röteln

Neben Masern gebe es weitere Impflücken. So waren unter den Barmer-Versicherten 2017 nur 88,7 Prozent der Sechsjährigen gegen Mumps und Röteln geimpft. Dies sei äußerst bedenklich, weil Kinder und Jugendliche ihre Impflücken auch im Erwachsenenalter behalten würden, sagte Straub.

„Egal, wie man es rechnet, es bleibt dabei: Zu viele Kinder in Deutschland sind unnötig gefährdet, denn zu wenige Kinder sind gegen Masern geimpft“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Kein Kind müsse heutzutage mehr an Masern leiden. Auch die Krankenkassen könnten helfen, etwa durch Info-Kampagnen und Kooperationen mit Schulen. „Impfen muss Alltag für alle werden. Denn Impfen rettet Leben“, betonte Spahn.

Impfpflicht ab 2020

Das Bundeskabinett hat ein Gesetz für eine Masern-Impfpflicht auf den Weg gebracht. Ab März 2020 müssen Eltern vor der Aufnahme ihrer Kinder in eine Kita oder Schule nachweisen, dass diese geimpft sind. Die Impfpflicht gilt auch für bestimmte Erwachsene, wie Tagesmütter, Kita-Personal, Lehrer un Beschäftigte im Medizinbereich. Bei Verstößen drohen Bußgelder bis zu 2500 Euro.

Die Barmer-Statistik zeigt aber auch einen erfreulichen Trend: Bei Masern wuchsen die Impfquoten an - von 73,8 beim Jahrgang 2010 auf 78,9 Prozent beim Jahrgang 2015. Einen Zuwachs beobachtete auch die Impfsurveillance der Kassenärztlichen Vereinigung. Die jüngsten Daten für 2014 ermitteln bundesweit eine Quote von 73,9 Prozent, rund drei Prozentpunkte mehr als 2010.  

Von Ulrike von Leszczynski und Torsten Gellner

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