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Brandenburg Brandenburger haben wenig Vertrauen in Mitmenschen
Brandenburg Brandenburger haben wenig Vertrauen in Mitmenschen
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19:10 11.12.2017
Das Gefühl der Vereinzelung in der Gesellschaft nimmt zu.
Das Gefühl der Vereinzelung in der Gesellschaft nimmt zu. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Potsdam

Wenig Vertrauen in Mitmenschen und Institutionen, ein hohes Ungerechtigkeitsempfinden und wenig Bereitschaft in einer vielfältigen Gesellschaft zu leben: Brandenburg kommt bei einer Studie der Bertelsmann-Stiftung zum Thema gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht gut weg. In der gestern veröffentlichten Untersuchung wurden neun Themen abgefragt, darunter die Solidarität und Hilfsbereitschaft der Brandenburger.

Wo erleben Sie Zusammenhalt?

Es mangelt an gesellschaftlichem Zusammenhalt in Brandenburg – so das Fazit einer neuen Studie. Wie sehen Sie das, liebe Leser: Wie verbunden fühlen Sie sich mit Ihrer Nachbarschaft? Wo sehen Sie Zusammenhalt in Ihrer Umgebung?

Wir möchten Sie dazu aufrufen, uns Ihre Sicht der Dinge zu schildern. Schreiben Sie uns an leserbriefe@MAZ-online.de eine E-Mail. Gerne können Sie auch auf Facebook oder Twitter kommentieren.

In der am Montag veröffentlichten Untersuchung „Sozialer Zusammenhalt in Deutschland 2017” wurden neun Themen abgefragt, darunter auch das Vertrauen in Mitmenschen und Institutionen sowie die Hilfsbereitschaft. Das Land erreicht die zweitniedrigsten Werte aller Bundesländer.

Auf einer Skala von Null (minimaler Zusammenhalt) bis 100 (maximaler Zusammenhalt) erreichten die Brandenburger einen Index von 57,71 Punkten, der bundesweite Schnitt liegt bei 61,37. Der gesellschaftliche Zusammenhalt unterscheidet sich in den einzelnen Regionen Brandenburgs kaum. In größeren Städten wie Potsdam und Brandenburg (58,51) liegen die Werte etwas höher als in ländlichen Regionen wie Barnim, Prignitz oder der Uckermark (57,26). Der Zusammenhalt unter den Deutschen ist laut der Studie im Saarland am stärksten ausgeprägt (63,07), Schlusslicht ist Sachsen (57,06).

Am wenigsten „Vertrauen in Mitmenschen“

Brandenburg erzielte in dem Bereich „Vertrauen in Mitmenschen“ den niedrigsten Wert (49,71) im Ländervergleich. Besonders viel Vertrauen in andere haben dagegen Menschen, die in Bremen leben. Dort liegt der Wert bei 59,3 Prozent. Hier liegt der Deutschland-Wert bei 55,58 Punkten.

Verbesserungspotential in Brandenburg gibt es auch bei der Akzeptanz von Vielfalt. So erklärten bundesweit 22 Prozent der Befragten, dass sie ungern einen Ausländer oder Migranten als Nachbarn hätten. In Brandenburg waren 31 Prozent dieser Meinung, in Sachsen sind es sogar 43 Prozent.

Verbundenheit mit der Region

Werte oberhalb des Bundesdurchschnitts erzielte Brandenburg dagegen in der Kategorie „Identifikation mit dem Gemeinwesen“, in der es darum geht, wie verbunden der Brandenburger sich mit seiner Nachbarschaft, seinem Wohnort oder seinem Bundesland spürt. Die Identifikation mit dem Gemeinwesen sei im Nordosten sogar am stärksten ausgeprägt, hieß es. Laut Untersuchung liegt die Verbundenheit mit dem Wohnort in Brandenburg leicht über dem bundesdeutschen Durchschnitt bei 79 Prozent der Befragten.

Für die Studie hatte das Markt- und Sozialforschungsinstitut Infas von Januar bis März 2017 rund 5000 Deutsche ab 16 Jahren befragt. Die Telefon-Interviews dauerten im Schnitt eine halbe Stunde.

Von Diana Bade

11.12.2017
11.12.2017