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Brandenburg Brandenburgs Betriebe sind zufrieden
Brandenburg Brandenburgs Betriebe sind zufrieden
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07:20 16.08.2013
Potsdam

54,29 Prozent der befragten Brandenburger Unternehmen beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage als befriedigend, 37,14 Prozent sogar als gut. Zusammen sind das etwas mehr als 90 Prozent. Nur 8,57 Prozent bezeichnen ihre Geschäftslage als „schlecht“. Vor sechs Monaten lag dieser Wert noch bei mehr als 20 Prozent, was mit hoher Wahrscheinlichkeit auf die Euro-Krise zurückzuführen war. Entsprechend war auch der MAZ-Konjunkturindex für die Geschäftslage damals auf 46,08 Punkte gestürzt, der zweittiefste Wert seit Beginn der Befragung im Jahr 2009. Jetzt kletterte er wieder auf 74,6 Zähler. Damit liegt er aber immer noch unter dem Durchschnittswert der letzten Jahre und vor allem weit entfernt von dem Vorjahreswert: Erst im Sommer 2012 erreichte der Index mit 155 Punkten sein Allzeithoch.

„Die leichte Stimmungsverbesserung deckt sich mit unseren Beobachtungen“, sagt Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände (UVB) Berlin-Brandenburg. Der Aufwärtstrend sei auf die Stabilisierung im Euro-Raum zurückzuführen. Gestern war bekannt geworden, dass sich die Volkswirtschaften in der Euro-Zone – auch dank des Konjunkturmotors Deutschland – von der Rezession erholen. „Aber die Wenigsten gehen davon aus, dass die Krise bereits überwunden ist“, so Amsinck.
Dazu passt, dass die Erwartungen der befragten Betriebe für die kommenden sechs Monate trotz der verbesserten Lage verhalten sind. Der dazugehörige Index fiel sogar – von 185,28 Punkten im Januar auf 112,44 Zähler jetzt. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor neben der noch schwelenden Euro-Krise könnten die anstehenden Bundestagswahlen sein, heißt es aus dem Potsdamer Wirtschaftsministerium. „Unklar ist, welche wirtschaftspolitischen Weichenstellungen danach vorgenommen werden“, erklärte Minister Ralf Christoffers (Linke). UVB-Chef Amsinck bestätigt das. Vor allem die von manchen Parteien geforderte Vermögenssteuer würde viele Firmen in Schwierigkeiten bringen.

(Christian Amsinck)

Entsprechend dieser eher abwartenden Haltung fallen die Ergebnisse zur Einstellungspolitik aus: 60 Prozent der Befragten wollen die Beschäftigtenzahlen stabil halten, 20 Prozent Personal abbauen und 20 Prozent neu einstellen. Das wäre zwar unterm Strich ein Nullsummenspiel, trotzdem ist der Trend leicht negativ: Im Januar wollten nur 14,7 Prozent der Betriebe Stellen streichen und noch 32,4 Prozent neue schaffen. Wie die jetzige Umfrage zeigt, haben aber weit mehr – nämlich 71,43 Prozent – tatsächlich eingestellt. Das spricht dafür, dass die Betriebe angesichts des Fachkräftemangels bei besseren Geschäften schnell mit neuen Einstellungen reagieren. So warnt auch Brandenburgs Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) mit Blick auf die MAZ-Zahlen vor voreiligen Entlassungen. „Wer jetzt Stellen frei macht, wird sie vielleicht nicht mehr besetzen können.“ Insgesamt sei er aber „etwas optimistischer“ als die Befragten. Doro Zinke, Vorsitzende im Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) für Berlin-Brandenburg, mahnt ebenfalls eine „systematische Personalpolitik“ an. Viele der Brandenburger Betriebe, die einstellen wollen, bildeten selbst nicht aus.

Die MAZ-Umfrage

Seit 2009 führt die MAZ zweimal jährlich ihre Konjunkturumfrage durch. Dabei befragt sie jeweils im Januar und im Juli die 100 größten Brandenburger Unternehmen.
Die Großbetriebe ermittelt die Redaktion jedes Jahr in einer gesonderten Befragung. Darunter sind Schwergewichte wie der Konzern Schwarz (Kaufland/Lidl, 7665 Beschäftigte) oder die Deutsche Post AG (6800). Das kleinste der 100 größten Unternehmen beschäftigt 350 Menschen. 35 Antworten gingen dieses Mal ein.
Der Konjunkturindex wird nach dem Vorbild großer deutscher Wirtschaftsinstitute berechnet.

Angelika Pentsi

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