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Brandenburg CDU-Spitzenkandidat Senftleben erleidet schwere Schlappen bei Listen-Wahl
Brandenburg CDU-Spitzenkandidat Senftleben erleidet schwere Schlappen bei Listen-Wahl
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13:59 15.06.2019
CDU-Spitzenkandidat Ingo Senftleben (CDU) muss schwere Niederlagen bei der Wahl der Liste hinnehmen. Quelle: Annette Riedl/dpa
Potsdam

Der frisch gewählte brandenburgische CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl am 1. September, Ingo Senftleben, musste bei der Wahl der von ihm vorgeschlagenen Landesliste gleich mehrere Niederlagen hinnehmen.

Auf der Landesvertreterversammlung am Samstag in Potsdam verlor überraschend das Urgestein der märkischen CDU, Dieter Dombrowski, die Wahl um Platz sieben. Damit droht dem Vizepräsidenten des Landtags, der nun ohne Listenplatz ist, bei der Landtagswahl das politische Aus. Er hat nur noch über das Direktmandat im Havelland die Chance, erneut in den Landtag zu kommen. Dombrowski, der auch Bundesvorsitzender der Union der Opferverbände Kommunistischer Gewaltherrschaft ist und seit 20 Jahren im Landtag sitzt, verlor die Abstimmung gegen den Landeschef der Jungen Union, Julian Brüning.

Auch zwei Neueinsteigerinnen, die Senftleben auf die Plätze 4 und 6 setzte, verloren gegen Gegenkandidaten, die auf hinteren Listenplätzen standen. Für den Platz 4 setzte sich der Landtagsabgeordnete und Unternehmer Frank Bommert durch. Der war eigentlich von Senftleben auf den aussichtslosen Listenplatz 25 gesetzt worden. Bommert gewann nach einer emotionalen Rede gegen Karin Lehmann aus Fürstenwalde, die stellvertretende Landesvorsitzende ist. Bommert erhielt rund 61 Prozent der Stimmen. Er übte scharfe Kritik an Senftlebens Kurs, eine Koalition mit den Linken nach der Wahl nicht auszuschließen. Auch Senftlebens Kandidatin für Platz 6, Annett Polle, Sparkassenchefin in Fürstenberg (Oberhavel) verlor. Es setzte sich der Bürgermeister von Rüdersdorf, André Schaller, durch.

Senftleben erhielt bei seiner Wahl mit 73,2 Prozent der Stimmen nur ein mäßiges Ergebnis. Von den 118 Delegierten stimmten 82 für Senftleben, 30 gegen ihn. Es gab sechs Enthaltungen.

Ziel: stärkste Partei Brandenburgs werden

Zuvor hatte Senftleben seine Partei in einer kämpferischen Rede auf den Wahlkampf eingestimmt. „Ich habe Bock auf Wahlkampf“, rief Senftleben den Delegierten in der Potsdamer Metropolis-Halle in Babelsberg zu. Als Ziel gab er aus, stärkste Partei in Brandenburg zu werden und Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) abzulösen. „Brandenburg braucht den Wechsel. Brandenburg hat den Wechsel verdient“, sagte er.

Als Schwerpunkte des Wahlkampfs nannte er die Familienpolitik und kündigte im Fall des Wahlsiegs die Einstellung von mehr Polizisten und Lehrern im Land an. „Keine Experimente mehr an den Schulen in Brandenburg“, rief Senftleben.

Zuvor hatte Senftleben Rückendeckung vom Ministerpräsidenten aus Schleswig-Holstein, Daniel Günther, bekommen, der als Gastredner für Senftleben warb. „Ich will, dass Du Ministerpräsident in Brandenburg wirst, Ingo“, sagte Günther. Und er wolle, dass Senftleben ab November sein Nachfolger als Präsident des Bundesrats werde. Dann ist Brandenburg mit der Präsidentschaft an der Reihe.

Mit Blick auf aktuelle Umfragen, die die CDU in Brandenburg mit nur 17 Prozent einen Prozentpunkt hinter der SPD sieht, sagte Günther: „Niemals aufgeben, bis zum Ende kämpfen - man kann Wahlen gewinnen, wenn man richtig Bock hat.“ Er erinnerte daran, dass die CDU 2017 in Schleswig-Holstein in Umfragen noch weit hinter der SPD gelegen habe. Diesen Umfragen dürfe man nicht zu viel Bedeutung beimessen. „Das Erfolgsrezept war, dass wir alle an uns geglaubt haben.“ Günther regiert seit zwei Jahren in Kiel mit Grüne und FDP in einer Jamaika-Koalition.

Die Delegierten wählen insgesamt 44 Kandidaten für die Landesliste.

Von Igor Göldner

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