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Brandenburg Brandenburgs Exporte sind erstmals stark rückläufig
Brandenburg Brandenburgs Exporte sind erstmals stark rückläufig
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18:57 26.01.2017
Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) besuchte die Firma Rolls Royce in Dahlewitz. Quelle: Christian Zielke
Potsdam

Alarmierende Zahlen für Brandenburgs Exportwirtschaft: Nach vielen Jahren des Wachstums sanken 2016 erstmals die Ausfuhren märkischer Produkte ins Ausland. In den ersten elf Monaten des vorigen Jahres gab es ein Minus von 8,5 Prozent gegenüber 2015. Diese Zahl aus dem Wirtschaftsministerium wurden am Rande der Berlin-Brandenburger Außenwirtschaftskonferenz am Donnerstag in Potsdam bekannt. Die exakten Zahlen für das komplette Jahr sollen demnächst vorliegen. Es wird in Wirtschaftskreisen von einem Minus von „fast 10 Prozent“ ausgegangen. Zielland Nummer eins war für Brandenburgs Firmen 2016 erneut USA. Die Ausfuhren dorthin gingen in den ersten zehn Monaten des vorigen Jahres um 20 Prozent zurück. Polen liegt weiterhin auf Platz zwei (minus 6,0 Prozent).

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) sagte auf der Konferenz, 2016 sei für den brandenburgischen Außenhandel ein „schwieriges Jahr“ gewesen. Zurückzuführen sei das Sinken bei Exporten in erster Linie auf rückläufige Zahlen in der Luftfahrtindustrie sowie bei Pharmafirmen. Im Jahr davor habe es noch einen Zuwachs von sieben Prozent gegeben. Es sei ein „Trugschluss“ zu glauben, der Rückgang habe mit weltpolitischen Ereignissen zu tun. Damit meinte er wohl die Sanktionen gegen Russland oder den Austritt Großbritanniens aus der EU („Brexit“). Gerber sagte, beim Außenhandel könne Brandenburg „noch einen Zahn zulegen“. Er appellierte an die etwa 200 Vertreter von Berlin-Brandenburger Unternehmen, „den Schritt ins Ausland zu wagen“.

Um diesen Schritt zu gehen, gaben Experten Ratschläge, was in den einzelnen Ländern als Unternehmer aktuell zu beachten gibt. Neben China, Iran, Großbritannien nach dem Brexit und Polen fanden die Ausführungen zu den USA und Russland das besondere Interesse. Stefan Peikert, Außenwirtschaftsberater von AHP International, sagte: „Das Falscheste wäre es, jetzt abzuwarten.“ Wer über ein Geschäft in den USA nachdenkt, sollte jetzt investieren. Er gehe davon aus, dass es zwei bis drei sehr gute Jahre gerade für den Maschinenbau und Industrieausrüstungen geben werde, aber auch für andere Branchen. Er riet aktuell zum pragmatischen Herangehen an die USA – ungeachtet möglicher Unsicherheiten unter dem neuen Präsidenten Donald Trump. „Die Amerikaner lassen es krachen. Der Dow-Jones-Index hatte in dieser Woche ein 130-Jahres-Hoch“, betonte Peikert.

„Keine Angst vor Russland“ – das war die Botschaft von Prof. Andreas Knaul von der Beraterfirma Rödl und Partner, der derzeit in Moskau tätig ist, an die Unternehmer. Das Wagnis sei überschaubar. So herrsche in Russland eine „praktizierte Freizügigkeit.“ Es gebe weder eine Arbeitsagentur noch ein Jobcenter. Überprüft werde nur eine Zahl: 168 000 Rubel, das seien 2500 Euro. Diese Summe müsse für den ausländischen Arbeitgeber in Russland bezahlt werden, um eine Arbeitserlaubnis zu bekommen. Sein Fazit: Die Rechtssicherheit für Unternehmen sei trotz aller Probleme ausreichend vorhanden.

Der frühere CDU-Politiker Friedbert Pflüger, jetzt Politikberater, hob in einem Impulsvortrag die Bedeutung wirtschaftlicher Kontakte hervor, warnte zugleich vor „politisch-moralischen Kreuzzügen“. Pflüger: „Vor die Wahl zwischen einer funktionsfähigen Diktatur und einem zerstörerischen Bürgerkrieg gestellt, erscheinen die autokratische Herrschaft vielen als das kleinere Übel.“ Das sei unbequem auszusprechen. Es sei wichtiger, die eigenen Werte bei uns zu leben als zum Beispiel Wirtschaftsreisen ins Ausland mit Belehrungen über Menschenrechte zu verbinden. „Den Menschenrechten hilft man selten durch öffentliche Fanfarenklänge.“ Viel mehr könne man mit stiller Diplomatie erreichen, ohne prinzipienlos zu sein, so Pflüger.

Von Igor Göldner

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