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Brandenburg Brandenburgs FDP kann sich auch das Mitregieren vorstellen
Brandenburg Brandenburgs FDP kann sich auch das Mitregieren vorstellen
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00:28 28.06.2019
Enthüllung vor dem Landtag: Das neue Wahlplakat von FDP-Spitzenkandidat Hans-Peter Goetz im Dreitagebart-Look von Liberalen-Bundesparteichef Christian Lindner. Quelle: Foto: Igor Göldner
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Potsdam

Fünf Jahre ist es her, dass die brandenburgische FDP bei der Wahl mit kümmerlichen 1,5 Prozent der Stimmen aus dem Landtag ausschied. Dass so etwas nicht noch einmal passiert, dafür will Spitzenkandidat Hans-Peter Goetz sorgen. Direkt vor dem Fortunaportal, dem Eingang zum Landtag, präsentierte der Rechtsanwalt aus Teltow (Potsdam-Mittelmark) am Dienstag die neue Plakat-Kampagne der FDP, die voll auf ihn zugeschnitten ist.

Goetz, der in wenigen Tagen 58 Jahre alt wird, legte sich dafür extra ein lässiges Image mit Dreitagebart zu. Und posiert auch so auf diversen Plakaten. Äußerlich scheint er sich Christian Lindner angepasst zu haben, dem Bundesvorsitzenden, der stets mit seinen legeren Auftritten und taillierten Anzügen auffällt. Landesparteichef Axel Graf Bülow verwies scherzhaft auf seinen eigenen Mehrtagebart und behauptete, Goetz habe sich wohl eher daran orientiert.

Goetz spart nicht mit Seitenhieben gegen die Grünen

Goetz selbst versuchte bei jeder Gelegenheit, Zuversicht zu verströmen, dass der Wiedereinzug in den Landtag diesmal klappt. Die Kampagne der Liberalen trägt das Motto „Brandenburg wächst mit seinen Menschen“ und setzt auf die Themen Wirtschaft, innere Sicherheit und Bildung. „Wirtschaft bekommt mit der FDP wieder einen Partner“, betonte Goetz. Scharf ging er mit der rot-roten Landesregierung ins Gericht, die seit zehn Jahren in Brandenburg regiert. Das sei Stillstand und der müsse beendet werden.

Mit kleinen Seitenhieben auf die Konkurrenz sparte Goetz dabei auch nicht. „Auch ich will saubere Luft, klares Wasser und gutes Essen. Aber es kommt darauf an, dies zu erreichen, ohne die Axt an unseren Wohlstand zu legen“, sagt er, ohne die Grünen namentlich zu nennen.

Das Wort „Optimismus“ taucht auf den Plakaten öfter auf. Goetz sagte, er wolle deutlich machen, „woher unser Wohlstand kommt und wem wir diesen zu verdanken haben“. Jeder in Brandenburg solle „nach seiner Facon glücklich werden“, hob er frei nach Friedrich II. hervor.

Teuteberg: Noch nie so stabile Ausgangswerte bei Umfragen

Prominente Unterstützung gab es von der neuen Generalsekretärin der Bundespartei, Linda Teuteberg, die zwischen 2009 und 2014 gemeinsam mit Goetz in der Landtagsfraktion saß. Die Zeit war zwar nie frei von Konflikten, doch sind die inzwischen vergessen. Teuteberg räumt der FDP im Land gute Chancen ein, nach der Landtagswahl wieder in das Landesparlament einzuziehen. Es habe noch nie so stabile Ausgangswerte in Umfragen vor einer Wahl gegeben, sagte die Generalsekretärin. Die Liberalen liegen in Umfragen derzeit bei fünf Prozent.

Als Generalsekretärin wirft Teuteberg auch einen Blick nach Sachsen, wo ebenfalls am 1. September gewählt wird. „Entgegen manchen Unkenrufen, die man über Ostdeutschland hört, bin ich fest davon überzeugt, dass es gerade im Osten Menschen gibt, die wir erreichen können.“ Manche Menschen verwahrten sich dagegen, dass die Politik zu sehr in ihre Privatsphäre eingreift. Sie hätten Erwartungen an den Staat bei innerer Sicherheit, Schulbildung und Infrastruktur.

Spitzenkandidat Hans-Peter Goetz schloss eine Zusammenarbeit mit AfD und Linken aus. Mit den anderen Parteien – SPD, CDU und Grüne – sei eine Koalition denkbar, das hänge aber von den Inhalten ab. Gegenwärtig seien in Brandenburg drei Partner nötig, um eine Mehrheitsregierung zu bilden.

Teuteberg, die auch Potsdamer Bundestagsabgeordnete ist, sagte zu einer möglichen Regierungsbeteiligung der FDP in Brandenburg: „Wir sind immer interessiert, zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen.“ Aber die FDP sei ebenso realistisch: „Wir müssen uns zunächst bei den Bürgern bewerben, wieder mit einer Fraktion in den Landtag zu kommen.“ Sorgen bereite ihr der momentane Stil der politischen Auseinandersetzungen. „Darüber machen wir uns Gedanken“, sagte sie. Statt „aufgeheizter Empörungsdebatten“ müsse es wieder zu einem zivilisierten Streit um gute Lösungen kommen. „Wir sind zuversichtlich, dass das gelingt.“ Dafür seien eine sachliche Debatte und ein fairer Wahlkampf nötig.

Von Igor Göldner

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