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Brandenburg Märkische Kinder bleiben immer länger in der Kita
Brandenburg Märkische Kinder bleiben immer länger in der Kita
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17:12 26.11.2018
Der Anteil an Kindern, die längere in der Kita betreut werden, steigt an. Quelle: Monika Skolimowsk/dpa
Potsdam

In Brandenburg gehen immer mehr Kinder in eine Kita – und sie werden dort immer länger betreut. Gab es 2009 noch 1729 Kitas für 144. 500 Kinder, waren es im März dieses Jahres bereits 180. 980 Kinder, die 1876 Kitas besuchten. Außerdem stieg die Zahl der Kita-Erzieherinnen von 16. 600 auf zuletzt 24. 400. Das geht aus Daten des Amts für Statistik Berlin-Brandenburg hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurden.

Damit stieg die Zahl der Kita-Kinder in Brandenburg seit 2009 um 25 Prozent. Die Zahlen zeigen auch, dass die Kinder tendenziell immer länger in den Kitas betreut werden. Denn im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Kinder, die ganztags – also mindestens 35 Stunden in der Woche – betreut wurden, um 45 Prozent auf 72. 000. Etwa zwei Drittel aller Kita-Kinder im Alter zwischen null und sechs Jahren sind inzwischen sogar mindestens 40 Stunden in der Woche in der Obhut der Erzieherinnen.

Kita-Träger zeigte sich selbst an

Vor allem diese Entwicklung hat politisches Gewicht. Denn sowohl Eltern als auch Kita-Träger drängen darauf, die längeren Betreuungszeiten im Land besser zu finanzieren. Seit 2002 erhalten die Kitas nur noch pauschale Personalzuschüsse für eine Betreuung von mehr oder weniger als sechs Stunden täglich pro Kind. Im Frühjahr hatte sich sogar der landesweit tätige Kita-Träger Fröbel selbst angezeigt, weil er angesichts dieser pauschalen Finanzierung nach eigenen Angaben dem gesetzlichen Betreuungsauftrag nicht mehr nachkommen konnte. Da berufstätige Eltern immer längere Kita-Zeiten in Anspruch nähmen, könne der gesetzliche Betreuungsschlüssel nicht mehr eingehalten werden.

Claudia Schiefelbein, Kita-Referentin bei der Awo-Brandenburg, fordert deswegen eine Rückkehr zu einer „passgenaueren Finanzierung“ der Betreuungszeiten. Dies sei dringend notwendig, sagte sie. „Es muss sichergestellt sein, dass eine gute Begleitung frühkindlicher Bildungs- und Entwicklungsprozesse in den Einrichtungen erfolgen kann.“ Schiefelbein sieht sowohl das Land als auch die Kommunen bei der Finanzierung in der Pflicht.

Land erhebt eigene Daten

Das unterstützt auch der Landeselternbeirat. „Die Kommunen und die Landkreise müssen ihren Anteil an der Kita-Finanzierung leisten. Sie sollten auch einmal mit gutem Beispiel vorangehen“, sagte Beiratssprecher Danilo Fischbach. „Wir sind uns als Eltern bewusst und sehr dankbar dafür, dass das Land in den vergangenen Jahren in Sachen Beitragsfreiheit und mehr Personal viel getan hat.“ Allerdings müsse der Gesetzgeber auch die familiären Realitäten im Land berücksichtigen: Die meisten Familien seien dazu gezwungen, dass beide Eltern arbeiten gehen. „Ihnen bleibt gar keine andere Wahl. Außerdem ist Brandenburg ein Pendlerland.“ Mit Betreuungszeiten von sechs oder sieben Stunden sei deswegen den wenigsten Eltern geholfen.

Auch Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hatte eingeräumt, dass der Betreuungsumfang gestiegen ist. „Allerdings weiß niemand in Brandenburg, um welchen Umfang“, hatte sie im Frühjahr noch gesagt. Deswegen lässt das Ministerium eine eigene Erhebung erstellen, die bis Dezember vorliegen soll. „Wenn wir das wissen, werden wir einen Vorschlag machen und den Kita-Trägern in dieser Frage auch helfen“, so Ernst. Der Bericht soll landkreisgenaue Zahlen liefern, aber auch Informationen darüber, wie die Kommunen den Anspruch der Eltern prüfen.

Von Torsten Gellner

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