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Brandenburg Streit um Bezahlung von Praktika
Brandenburg Streit um Bezahlung von Praktika
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12:27 28.01.2014
Für Praktika gibt es in Brandenburg in der Regel keine Vergütung Quelle: dpa
Potsdam

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der Linken, Andreas Bernig, hatte die Landesregierung aufgefordert, die aus seiner Sicht „prekäre“ Lage von Praktikanten zu verbessern. Laut Bernig müsse es für die zeitweise angestellten Mitarbeiter einen Arbeitsvertrag und eine Vergütung von mindestens 300 Euro im Monat geben. Die Linke im Landtag beschäftigt selbst ein oder zwei Praktikanten pro Jahr. Diese würden mit 300 Euro vergütet, so Bernig. Gegenüber der MAZ begründete er das mit dem Aufwand, zum Beispiel für Fahrkosten. Diese könne man zwar auch anhand von Nachweisen errechnen, sie aber pauschal zu vergüten, sei einfacher.

Gewerkschaften und Arbeitsmarktforscher weisen schon länger darauf hin, dass Arbeitgeber Praktika immer öfter nicht mehr als Einstiegshilfe für Berufsanfänger, sondern als kostengünstigen Ersatz für regulär Beschäftigte begreifen. Das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung hatte schon 2011 entsprechende Tendenzen entdeckt. Entsprechend unterstützt auch die Brandenburgische Studierendenvertretung die Forderung der Linken: „Auch Praktika sind Arbeitsleistungen, die angemessen vergütet werden müssen“, sagt Sprecher Daniel Sittler. 300 Euro im Monat seien „ein Schritt in die richtige Richtung“. Ähnlich argumentiert Jan Cloppenburg vom Bundesvorstand des Zusammenschlusses freier Studierendenschaften.

Auch in der Potsdamer Landesregierung sind studentische Praktikanten beschäftigt. Beim Arbeitsministerium selbst sind für 2014 schon sechs Praktikanten angemeldet. Auf generelle Vergütung dürfen sie dort aber nicht hoffen. Besonders zurückhaltend bei Vergütungen zeigen sich das SPD-geführte Landwirtschaftsministerium und dessen nachgeordnete Behörden. Dort waren vergangenes Jahr 86 Praktikanten beschäftigt. Eine pauschale Vergütung erhielten sie nicht.

Von Rüdiger Braun

Unterschiedliche Praxis

  • Keine Angst vor einer generellen Vergütung studentischer Praktikanten hat Rolls-Royce in Dahlewitz (Teltow-Fläming). „Wir beschäftigen eine ganze Reihe von studentischen Praktikanten und sie erhalten auch eine Bezahlung“, sagt Sprecher Stefan Wriege. Die liege oft über 300 Euro.
  • Indirekte Unterstützung bekommt Baaske dagegen vom Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB). Der Sender bietet jährlich 162 sehr begehrte Praktikumsplätze an. Eine generelle Vergütung von 300 Euro im Monat, so Sprecher Justus Demmer, käme den Sender auf "knapp 100.000 Euro, die bislang nicht eingeplant sind". Demmer schätzt, dass der Sender durch eine Vergütungspflicht "in jedem Falle" große Probleme mit einen Praktikumsplätzen bekäme.
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