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Brandenburg Brandenburgs Landtagspräsidentin erinnert an DDR-Volksaufstand
Brandenburg

Brandenburgs Landtagspräsidentin erinnert an DDR-Volksaufstand vom 17. Juni 1953

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14:02 17.06.2020
Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD). Quelle: Soeren Stache/dpa
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Potsdam

Am 67. Jahrestag des DDR-Volksaufstands vom 17. Juni 1953 hat Brandenburgs Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) zum Engagement für die Demokratie aufgerufen. Mit dem Volksaufstand von rund einer Million Menschen habe der lange Weg zu Freiheit, Demokratie, freien Wahlen und Wiedervereinigung begonnen, sagte Liedtke am Mittwoch zum Auftakt der Landtagssitzung in Potsdam. Zwar habe der Weg erst 36 Jahre danach 1989 zum Erfolg geführt. Der 17. Juni zeige jedoch, „dass es sich für Freiheit und Demokratie zu kämpfen lohnt“.

Liedtke: „Verteidigung erreichter Freiheiten nötig“

Der von den Machthabern niedergeschlagene Volksaufstand mit 55 Toten bringe die Bedeutung einer freiheitlichen, demokratischen, toleranten und weltoffenen Gesellschaft ins Bewusstsein, sagte Liedtke: „Ohne Rassismus, ohne Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierung.“

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Es sei jedoch weiterhin politisches und gesellschaftliches Handeln zur Verteidigung erreichter Freiheiten nötig, betonte Liedtke. Es sei wichtig, die Demokratie „streitbar und lebendig“ zu gestalten, um sie zu bewahren.

Kranzniederlegungen in Brandenburg

An der Stiftung Gedenkstätte Lindenstraße in Potsdam legte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gemeinsam mit Potsdams Oberbürgermeister Mike Schubert (SPD) und der Beauftragten des Landes zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, Maria Nooke, einen Kranz nieder.

Rund eine Million Menschen gingen vor 67 Jahren in der DDR in rund 700 Orten auf die Straße, um für bessere Lebensbedingungen, Einheit, Freiheit und Demokratie zu demonstrieren. Die Proteste wurden mit Panzern der Sowjetarmee blutig niedergeschlagen. Rund 10 000 Demonstranten wurden laut Bundesstiftung Aufarbeitung festgenommen, mehr als 1500 von ihnen zu Haftstrafen und einige sogar zum Tode verurteilt. Nach Angaben der Staatskanzlei starben mehr als 50 Menschen.

Mit einer Kranzniederlegung ist auch in Brandenburg an der Havel an die Opfer des Aufstandes erinnert worden. An der Gedenkstätte auf dem Hof der Generalstaatsanwaltschaft in der Steinstraße legten nach Angaben der Stadt Oberbürgermeister Steffen Scheller (CDU) und der Leitende Oberstaatsanwalt Eugen Larres einen Kranz nieder. Auch in Prenzlau (Uckermark) und Teltow (Potsdam-Mittelmark) sollte am Mittwoch mit Gedenkveranstaltungen an die Proteste erinnert werden.

Von MAZonline/dpa