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Brandenburg Linke-Fraktionschef Walter fordert kreative Impfkampagne
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Brandenburgs Linke-Fraktionschef Walter fordert kreative Impfkampagne

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09:38 19.07.2021
Sebastian Walter, Fraktionsvorsitzender Die Linke Brandenburg, sieht noch keine Impfmüdigkeit bei den Bürgern.
Sebastian Walter, Fraktionsvorsitzender Die Linke Brandenburg, sieht noch keine Impfmüdigkeit bei den Bürgern. Quelle: Soeren Stache/ dpa
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Potsdam

Der Linke-Fraktionschef im Brandenburger Landtag, Sebastian Walter, hat die Landesregierung aufgefordert, für die Bürger mehr unkomplizierte Möglichkeiten für die Corona-Impfung zu schaffen. „Bei den Bürgern vor Ort ist keine Impfmüdigkeit zu erkennen“, sagte der Oppositionspolitiker der Deutschen Presse-Agentur. „Wenn Kommunen zu Impftagen aufrufen, ohne Termin und weitere Anmeldung, dann bilden sich dort lange Schlangen.“ Dagegen halte die Landesregierung starr allein an Impfzentren und Arztpraxen fest, kritisierte Walter. „Stattdessen sollte die Landesregierung schnell gemeinsam mit den Kommunen handeln.“

Walter will Impfung von Kindern in Impfzentrum

Dies gelte auch für das dringend notwendige Impfen der Schüler auf freiwilliger Basis. Das Bildungsministerium habe erklärt, dass es keine Impftage mit mobilen Teams in den Schulen organisieren wolle, berichtete Walter. Das Ministerium habe argumentiert, dass dabei der Aufwand zu hoch sei und zu viel Unterricht ausfalle. „Dann frage ich mich schon, in welcher Welt manche Ministerinnen leben“, kritisierte Walter. „Was ist schon eine Stunde Unterrichtsausfall gegenüber monatelangen Schulschließungen und Homeschooling?“ Hinzu kämen weitere Hürden: „Warum können Kinder ab 12 Jahren immer noch nicht in Impfzentren geimpft werden? In Berlin ist das nicht möglich, in Brandenburg ist das offenbar unmöglich“, sagte Walter.

Heimbewohner zu spät geimpft?

Schon beim Start der Impfkampagne Ende des vergangenen Jahres sieht der Linke-Fraktionschef schwere Fehler. Viel zu spät habe man die besonders vulnerable Gruppe in den Pflegeheimen geimpft und stattdessen alle Mitarbeiter in den Krankenhäusern „bis zum Handwerker und Hausmeister, obwohl diese damals nicht zur Prioritätengruppe 1 gehörten“, warf er der Landesregierung vor. „Die Zeit, die wir verloren haben, hat möglicherweise Menschenleben gekostet“, mahnte er. Denn in der dritten Welle seien besonders viele Hochbetagte an Covid-19 gestorben.

Von der Landesregierung werde die Sommerzeit mit niedrigen Infektionszahlen wieder nicht genutzt, um sich auf die drohende nächste Welle vorzubereiten, kritisierte Walter. „In Brandenburg funktioniert die Pandemiebekämpfung deshalb nicht, weil es zu viel Politik aus den Amtsstuben heraus gibt und zu wenig aus Sicht der Bürger.“

Daneben vermisst der Oppositionspolitiker ein gemeinsames politisches Projekt der rot-schwarz-grünen Koalition. „Den einzigen Anspruch den sie haben, ist an der Macht zu bleiben“, urteilte er. Die Landesregierung habe keine Lehren aus der Corona-Krise gezogen und wolle im Haushalt nun global kürzen, statt Prioritäten zu setzen. „Ministerpräsident Woidke sagt: „Wir wollen zurück zum alten Stand““, meinte Walter. Dagegen setze die Linke auf ein neues Brandenburg: „Und das bedeutet, dass die öffentliche Infrastruktur, der Gesundheitssektor, die Energieversorgung, die gesamte soziale Infrastruktur und der Wohnungsbau in öffentliche Hand gehört.“

Von dpa/ RND