Brandenburgs Linken-Fraktionschef Sebastian Walter sieht Benachteiligung Ostdeutscher
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Brandenburg Linken-Fraktionschef: Ostdeutsche bei Besetzung von Führungsjobs immer noch diskriminiert
Brandenburg

Brandenburgs Linken-Fraktionschef Sebastian Walter sieht Benachteiligung Ostdeutscher

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12:49 29.09.2020
Fraktionschef der Linken im Landtag Brandenburg: Sebastian Walter.
Fraktionschef der Linken im Landtag Brandenburg: Sebastian Walter. Quelle: DPA
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Potsdam

Menschen mit ostdeutscher Herkunft sind nach Ansicht von Linken-Fraktionschef Sebastian Walter auch 30 Jahre nach der Deutschen Einheit benachteiligt. Es gebe es bei der Besetzung von Führungspositionen in Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft eine Diskriminierung Ostdeutscher, sagte Walter am Dienstag in Potsdam. Es sei nicht verstehen, dass 17 Prozent der Deutschen eine ostdeutsche Biografie haben, aber nur drei Prozent der Führungsjobs mit Ostdeutschen besetzt seien. An den wenigsten Stellen habe das mit fehlender Qualifikation zu tun. „Darüber muss geredet werden“, betonte Walter.

Walter begrüßte es, dass mit Ines Härtel aus Brandenburg kürzlich die erste ostdeutsche Bundesverfassungsrichterin ernannt wurde. „Das ist ein Erfolg, aber 30 Jahre nach der Wende auch Zeit.“ In vielen anderen Bereichen sei das aber nicht der Fall.

Walter fordert die rot-schwarz-grüne Landesregierung auf, mehr zu tun, damit „Landeskinder“ in der Verwaltung Führungspositionen einnehmen können. Zugleich hob er hervor, dass er die Herkunft aus dem Westen damit nicht gering schätzen wolle. „Auch ein Westdeutscher kann ein guter Minister in Brandenburg sein.“

Linke fordert 10 Millionen Euro für Angleichung der Busfahrer-Löhne

Er kritisierte, dass es auch 30 Jahre nach der Einheit keine gleichen Löhne für die gleiche Arbeit gebe. „Das ist nach wie vor ein schwerwiegendes Problem.“ Immer noch würden Menschen im Osten für die gleiche Arbeit im Westen rund 20 bis 25 Prozent weniger Lohn erhalten.

Beispielsweise seien Busfahrer, die in Corona-Zeiten als systemrelevant angesehen werden, schlecht bezahlt. „Ein Busfahrer in Berlin bekommt beim Einstieg 500 Euro brutto mehr als ein Busfahrer in Bernau.“ Walter forderte die Einstellung von 10 Millionen Euro pro Jahr in den Landeshaushalt für kommunale Verkehrsbetriebe. Ziel sei, damit die Lohnangleichung zwischen Berlin und Brandenburg zu finanzieren.

Von Igor Göldner