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Brandenburg Brandenburgs Polizei mit MP auf den Weihnachtsmärkten
Brandenburg Brandenburgs Polizei mit MP auf den Weihnachtsmärkten
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16:49 20.12.2016
So wie hier in Nordrhein-Westfalen, sollen auch in Brandenburg Polizisten mit Maschinenpistolen zeigen. Allerdings gibt es für die Brandenburger statt MP5 eine MP7. Quelle: dpa
Potsdam

Nach dem Anschlag in Berlin hat Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) die Bereitschaftspolizei in Alarmbereitschaft versetzt. Gut 100 Beamte – ein Zug - stünden „in den Stiefeln“, sagt Schröter am Morgen auf einer Pressekonferenz in Potsdam. Die Beamten sollen auf den Weihnachtsmärkten für erhöhte Sicherheit sorgen, sich aber auch an Verkehrsknotenpunkten und anderen öffentlichen Plätzen zeigen. Sie seien mit Maschinenpistolen des Typs MP7 und Schutzwesten ausgestattet, die dem Beschuss einer Kalaschnikow standhalten könnten. Diese Ausrüstung hatte das Polizeipräsidium in Potsdam nach dem Anschlag auf die Pariser Redaktion des Satiremagazins Charlie Hebdo im Januar 2015 anschaffen lassen, Schröter zufolge sind auch die Spezialeinsatzkräfte alarmiert und halten sich bereit. Einen direkten Bezug zu Brandenburg sehe er nach jetzigem Kenntnisstand nicht, sagte Schröter. Eine Überprüfung der im Land bekannten extremistischen „Gefährder“ habe keine Auffälligkeiten zutage gefördert.

Die Weihnachtsmärkte im Land blieben trotz der Bluttat von Berlin geöffnet, sagte der Innenminister, allerdings gebe es Gespräche mit den Kommunen, Absperrungen zu besorgen, um Fahrzeugen die Einfahrt auf die Weihnachtsmärkte im Land zu verstellen. „Wir schauen, wo und in welcher Größenordnung Absperrelemente verfügbar sind“, so Schröter. Die Landesregierung werde „alles, was in unseren Kräften steht, daran setzen, die Sicherheit zu gewährleisten“, sagte Schröter, eine hundertprozentige Gewähr könne es aber nicht geben.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) wird am Abend an dem Gedenkgottesdienst in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche direkt am Tatort teilnehmen. Der Regierungschef appellierte an die Brandenburger, weiter Weihnachtsmärkte zu besuchen, er werde das auch tun. „Wenn wir anfangen, unser Leben zu ändern, haben die Extremisten ihr Ziel erreicht“, äußerte Woidke – Innenminister Schröter hatte kurz zuvor noch gesagt: „Wir müssen damit rechnen, dass sich unser Leben etwas verändert“, was er vor allem auf zunehmende Kontrollen bezog. Die freie, moderne Gesellschaft sollte Woidke zufolge besonnen reagieren, auf die Sicherheitskräfte vertrauen und weiterhin solchen Flüchtlingen, die in Brandenburg Schutz gesucht hätten, helfen. Scharf verurteilte der Ministerpräsident Politiker, die „die Tragödie für politische Zwecke ausnutzen“. Einen Adressaten für seine Meinung nannte Woidke nicht, bemerkte aber: „Sie müssen nur in Facebook nachlesen!“ Insbesondere AfD-Politiker hatten nach der Tat die Flüchtlingspolitik der Bundesregierung für die Toten verantwortlich gemacht.

Von Ulrich Wangemann

Mehr Sicherheit ja, Absage nein: Die Deutschen sollen sich von Anschlägen nicht einschüchtern lassen, fordern die Innenminister. Die Weihnachtsmärkte bleiben auch nach dem Tag des schrecklichen Anschlags in der Hauptstadt geöffnet – mit erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. Dienstag wird jedoch an die Weihnachtsmarktbetreiber appelliert.

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