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Brandenburg Verwaltungsgericht weist Eilantrag gegen Karate Forst ab
Brandenburg Verwaltungsgericht weist Eilantrag gegen Karate Forst ab
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01:16 18.05.2019
Ein Hubschrauber steht zur Betankung mit einem Schädlingsbekämpfungsmittel bei Bad Belzig bereit. Quelle: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa
Potsdam

Brandenburg hält trotz Protesten an dem Einsatz des umstrittenen Pflanzenschutzmittels „Karate Forst flüssig“ in Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming fest. Es gebe auf dem Markt keine zugelassenen, wirksamen Alternativen, sagte Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Mittwoch im Landtag. „Die angeblichen Alternativen führen bei näherem Hinsehen in die Sackgasse“, so Vogelsänger.

Die 4. Kammer des Verwaltungsgerichts Potsdam hält den Einsatz offenbar ebenfalls für vertretbar. Das Gericht lehnte am Mittwoch einen Eilantrag des Nabu Landesverbands Brandenburg ab. Begründet wird die Entscheidung rein formal, die Umweltschützer seien in dieser Sache nicht klagebefugt. Im Spezialdeutsch der Verwaltungsjuristen klingt das so: „Nach Auffassung des Gerichts fehlt es dem Antragsteller in dem die pflanzenschutzrechtlichen Genehmigungen betreffenden und gegen die Pflanzenschutzbehörde geführten Verfahren an der notwendigen Antragsbefugnis.“ Der Nabu kann noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einlegen.

Im Wald in den beiden Landkreisen hat sich der Schädling Nonne ausgebreitet. Bis zu 2000 Raupen würden sich an einem Baum zu schaffen machen, sagte der Minister. „Es droht der Verlust von 3000 Hektar Kiefernwald. Es droht eine ökologische Katastrophe.“

Experten empfehlen großflächigen Einsatz

Auf einem Gebiet von 7700 Hektar sei der Einsatz des Insektizids von seinen Fachleuten empfohlen worden, andernfalls drohe der Verlust von 3000 Hektar Wald, so Vogelsänger. Die Helikopter würden das Mittel „flächenscharf“ versprühen. „Die Flugbahnen werden nachprüfbar aufgezeichnet“, erklärte er. 3000 Hektar seien inzwischen behandelt worden, dabei seien keine Abweichungen von den vorgesehenen Zielrouten festgestellt worden. „Es gab keine Konflikte“, so Vogelsänger.

Protest gegen Insektizid reist nicht ab

Der Protest gegen den Insektizideinsatz lässt aber nicht nach. Sowohl Bürgerinitiativen als auch Ökologie-Fachleute melden sich immer wieder zu Wort. „Von ,Karate Forst flüssig’ reichen bereits 10 Milligramm pro Quadratmeter, um alle vorkommenden Insekten zu töten“, schreibt etwa freiberufliche Biologin Ricarda Voigt aus Luckenwalde (Teltow-Fläming).

Grünen-Fraktionschef Hofreiter kündigt Besuch an

Nun hat auch Anton Hofreiter, Fraktionschef der Grünen im Bundestag, für Sonntag einen Besuch in Borkwalde und Fichtenwalde (Potsdam-Mittelmark) angekündigt. Er wolle „sich selbst ein Bild machen von der Situation in dem Waldgebiet, wo der Landesbetrieb Forst seit dem 7. Mai mit dem umstrittenen Breitband-Insektizid auf 7700 Hektar Wald gegen die Raupen des Nonnenfalter vorgeht“.

Von Torsten Gellner

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