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Brandenburg Brandenburg trägt Trauer: Manfred Stolpe ist tot
Brandenburg Brandenburg trägt Trauer: Manfred Stolpe ist tot
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12:48 30.12.2019
Der ehemalige Ministerpräsident von Brandenburg, Manfred Stolpe. Quelle: dpa
Potsdam

Trauer um Manfred Stolpe. Der ehemalige Ministerpräsident des Landes Brandenburg ist tot. Er starb im Alter von 83 Jahren nach langer, schwerer Krankheit. Das teilte die Staatskanzlei am Montag mit. Der SPD-Politiker, der an einer Krebserkrankung litt, sei am Sonntag im Kreise der Familie friedlich eingeschlafen, hieß es.

Innenminister Michael Stübgen (CDU) ordnete eine landesweite Trauerbeflaggung für drei Tage bis einschließlich Neujahr an. Er würdigte Stolpe als „Landesvater im besten Sinne. Mit politischer Klugheit und menschlicher Wärme hat er Brandenburg in den schwierigen Anfangsjahren nach der Wiedervereinigung Halt und Richtung gegeben. Manfred Stolpe hat sich um Brandenburg verdient gemacht und wir werden seinen Namen in Ehren halten. Unser Gedanken und Gebete gehören in diesen Stunden seiner Frau und seiner Familie.“

Woidke: „Er gab dem Land Stimme und Gesicht“

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich bestürzt. „Dies ist ein Tag tiefer Trauer. Wir nehmen Abschied von einem großen Mann, der unser junges Land geprägt hat wie niemand sonst. Manfred Stolpe war der Vater des modernen Brandenburgs“, teilte er mit.

„Er trug die Liebe zu Brandenburg in seinem Herzen, lange schon bevor unser Land 1990 gegründet wurde. Er gab dem Land Stimme und Gesicht. Im besten Sinne des Wortes war Manfred Stolpe Landesvater und Mutmacher in einem.“

„Alle Qualitäten, die ein Landesvater braucht“

Woidke bezeichnete Stolpe als „Sachwalter ostdeutscher Interessen“ und „Glücksfall für unser Land“. „Im schwierigen Umbruch gab er den Menschen in Brandenburg Orientierung und Zuversicht. Dabei war er immer auch Brückenbauer. Nur wenige haben sich um das Zusammenwachsen der Deutschen so verdient gemacht wie Manfred Stolpe“, sagte Woidke. „Brandenburg hat Manfred Stolpe unendlich viel zu verdanken – er wird uns unvergessen bleiben.“

Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke (SPD) erklärte: „Manfred Stolpe hatte alle menschlichen Qualitäten und Eigenschaften, die ein echter Landesvater braucht. Er beherrschte die Kunst der Diplomatie und war zugleich ein Freund klarer Entscheidungen. Ich bewundere sehr, wie er unser neu gegründetes Land auch in schwierigen Zeiten zusammengehalten hat. Manfred Stolpe hat Brandenburg im Wesentlichen zu dem gemacht, was es heute ist.“

SPD-Fraktionschef Erik Stohn erklärte: „Manfred Stolpe hat den Menschen in Brandenburg als Ministerpräsident ab 1990 Mut gemacht und den Rücken gestärkt. Er hat das Wir-Gefühl gefördert und das Land maßgeblich geprägt. Manfred Stolpe hat das neue Land Brandenburg mitbegründet und gestaltet. Ohne ihn wären wir nicht, wo wir heute sind; er wird uns allen fehlen. Unsere Gedanken sind in diesen schweren Stunden bei seiner Ehefrau und seinen Angehörigen.“

Kondolenzbuch liegt ab Silvester aus

Die Staatskanzlei will am 31. Dezember ein Kondolenzbuch zum Gedenken an Manfred Stolpe auslegen.

Stolpe, 1936 bei Stettin geboren, war in den 1980er-Jahren als Konsistorialpräsident der Ostregion der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg tätig. 1990 wurde er SPD-Mitglied und trat als Spitzenkandidat an. Im November wurde er zum ersten Ministerpräsidenten Brandenburgs gewählt. Er trat im Sommer 2002 zugunsten von Matthias Platzeck (SPD) zurück. Nach der Bundestagswahl im Herbst 2002 übernahm er das Amt des Bundesverkehrsministers. Nach der Bundestagswahl 2005 schied er aus diesem Amt aus.

Einen Namen machte sich Stolpe dabei als Vertreter der Interessen Ostdeutschlands. Er forderte staatliche Programme zur Schaffung neuer Arbeitsplätze und eine Kurskorrektur bei der Treuhandanstalt, die Volkseigene Betriebe fit machen und privatisieren sollte.

Als Ministerpräsident war er überaus beliebt. In seine Amtszeit fallen aber auch große Ansiedlungspleiten und gescheiterte Wirtschaftsprojekte wie der Lausitzring, der Cargolifter oder die Chipfabrik in Frankfurt/Oder.

Von Torsten Gellner und Thorsten Keller

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