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Brandenburg Spaziergang im Landschaftsschutzgebiet
Brandenburg Spaziergang im Landschaftsschutzgebiet
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16:32 01.02.2020
Das Güterverkehrszentrum (GVZ) Freienbrink in der Gemeinde Grünheide östlich von Berlin. Links ist die Autobahn 10 zu sehen. In dem riesigen Waldgebiet rechts der Autobahn plant Tesla den Bau der Gigafactory.
Das Güterverkehrszentrum (GVZ) Freienbrink in der Gemeinde Grünheide östlich von Berlin. Links ist die Autobahn 10 zu sehen. In dem riesigen Waldgebiet rechts der Autobahn plant Tesla den Bau der Gigafactory. Quelle: dpa
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Grünheide

Mit einem Spaziergang in einem Landschaftsschutzgebiet nahe Grünheide will eine Bürgerinitiative gegen die geplante Tesla-Fabrik am Sonntag (11.00 Uhr) auf die Themen Naturschutz und Wasser aufmerksam machen. Sie hält den Standort der Fabrik für ungeeignet, da das Tesla-Gelände in einem Trinkwasserschutzgebiet liegt.

Ziel des Spaziergangs sei das Löcknitztal in unmittelbarer Nähe des Geländes, auf dem der US-Elektroautobauer seine Fabrik bauen will, sagte Steffen Schorcht von der Arbeitsgruppe Wasser der Initiative der Deutschen Presse-Agentur am Samstag. Die Menschen sollten bei der Wanderung Natur und Landschaft erleben und sich vor Ort ein Bild machen. Das 489 Hektar große Löcknitztal ist laut Gemeinde Grünheide seit 1984 Naturschutzgebiet und seit 1998 zusätzlich als Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) gemeldet.

Hoher Wasserverbrauch vermutet

Die Bürger beschäftigt unter anderem die Ver- und Entsorgung des Werks mit Wasser, außerdem befürchten sie eine Gefahr für die Trinkwasserversorgung. In Antragsunterlagen hatte das US-Unternehmen angegeben, dass pro Stunde 372 Kubikmeter Wasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetz benötigt werden. Allerdings werde Tesla nicht an jedem Tag so viel Wasser verbrauchen, hatte Musk dazu geschrieben. Das Werk werde „absolut unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit und der Umwelt entwickelt“, hatte er via Twitter versichert.

Das Thema Wasser sei von der Landesregierung bei den Verhandlungen nicht ausreichend beleuchtet worden, kritisierte Schorcht. „Wir sehen deutliche Versäumnisse bei der Landesregierung in zwei Punkten: Bei der Betrachtung der Wasserproblematik und bei den Gesprächen mit den Bürgern“. Man gehe auf die Verunsicherung der Menschen nicht genügend ein. Mehr Dialogangebote wären wichtig und nötig gewesen. Die Bürgerinitiative konzentriere sich aber jetzt auf die Einwendungen im Rahmen des Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung, so Schorcht.

Umweltverträglichkeitsprüfung online einsehbar

In der Gemeinde Grünheide, der Stadt Erkner und dem Amt Spreenhagen sowie im Landesamt für Umwelt am Standort in Frankfurt (Oder) liegen nach Angaben der Landesregierung die Antragsunterlagen und der Bericht über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) zur Einsicht für die Öffentlichkeit aus. Der 1000 Seiten umfassende UVP-Bericht kann auch im Internet eingesehen werden. Bis zum 5. März können Bürger Bedenken und Anregungen einreichen. Die öffentliche Erörterung der bis dahin eingegangenen Stellungnahmen und Einwendungen ist für den 18. März in der Stadthalle von Erkner vorgesehen.

Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hatte im „Handelsblatt“ bekräftigt, beim Thema Umweltschutz liege der Ball bei Tesla. „Die Antragsunterlagen für die Genehmigung müssen überzeugend darlegen, dass alle materiell-rechtlichen Umweltanforderungen eingehalten werden und ein hohes Schutzniveau für die Umwelt insgesamt sichergestellt ist“, hatte Steinbach der Zeitung gesagt. „Andernfalls ist das Projekt nicht genehmigungsfähig.“

150.000 Elektroautos pro Jahr

Der US-Elektroautobauer Tesla will in dem Werk von Sommer 2021 an jährlich zunächst 150 000 Elektroautos der Typen Model 3 und Y bauen.

Die Brandenburger Landesregierung hat auf ihrer Internetseite ein Portal eingerichtet, auf dem Fragen zu Tesla beantwortet werden.

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Von dpa/RND