Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Der Wahlsonntag auf einen Blick: Das sind die wichtigsten Ergebnisse
Brandenburg

Bundestag Brandenburg Berlin Mecklenburg-Vorpommern: Der Wahlabend auf einen Blick

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:42 27.09.2021
So sehen Sieger*innen aus: Franziska Giffey (links), Olaf Scholz und Manuela Schwesig am Montagmorgen im Willy-Brandt-Haus in Berlin
So sehen Sieger*innen aus: Franziska Giffey (links), Olaf Scholz und Manuela Schwesig am Montagmorgen im Willy-Brandt-Haus in Berlin Quelle: Florian Gaertner/imago
Anzeige
Potsdam

Die SPD mit ihrem Spitzenkandidaten Olaf Scholz hat die Bundestagswahl gewonnen, aber der Kampf ums Kanzleramt ist noch nicht entschieden. Der Wahlsonntag im Schnelldurchlauf.

Das Wichtigste zuerst: Erstmals seit 2002 und überhaupt erst zum vierten Mal in der Geschichte der Bundesrepublik wird die SPD bei einer Bundestagswahl stärkste Kraft. Hier ist das vorläufige Endergebnis.

SPD: 25,7 Prozent

CDU/CSU: 24,1

Grüne: 14,8

FDP: 11,5

AfD: 10,3

Linke: 4,9

Die Linke zieht trotzdem mit 39 Abgeordneten in den neuen Bundestag ein – wegen der sogenannten Grundmandatsklausel. Die Fünf-Prozent-Hürde ist demnach irrelevant, wenn eine Partei mindestens drei Direktmandate holt. Das gelang der Linken in Berlin (2) und Leipzig.

Die übrigen Fraktionsstärken:

SPD: 206 Abgeordnete

Union: 196

Grüne: 118

FDP: 92

AfD: 83

SSW: 1 (Die Partei der dänischen Minderheit in Schleswig-Holstein, von der Sperrklausel ausgenommen.)

Ampel, Große Koalition unter SPD-Führung oder Jamaika-Koalition mit einem CDU-Kanzler: Drei verschiedene Koalitionen sind rechnerisch im Bereich möglich.

Wozu es auf keinen Fall kommen sollte, ist eine Neuauflage der GroKo, findet MAZ-Chefredakteur Henry Lohmar. Hier lesen Sie seinen Leitartikel zur Wahl

Triumph für Brandenburgs CDU, Debakel für die CDU

Das Bundestagswahlergebnis aus Brandenburger Sicht fällt ungleich deutlicher aus als im Bund. Die CDU verliert im Vergleich zur Wahl 2017 neun Direktmandate, die SPD gewinnt diesmal sämtliche zehn Wahlkreise. Die Gewinner und Verlierer der Wahl auf einen Blick

Den größten Vorsprung schaffte Kanzlerkandidat Olaf Scholz im Wahlkreis 61 (Potsdam – Potsdam-Mittelmark II – Teltow-Fläming II) mit mehr als 15 Prozentpunkten Vorsprung auf Annalena Baerbock (Grüne). Besonders knapp war es im Wahlkreis 65 (Elbe-Elster – Oberspreewald-Lausitz II). Am Ende hatte Hannes Walter einen hauchdünnen Vorsprung von 439 Stimmen vor dem Zweitplatzierten Silvio Wolf (AfD).

Das Zweistimmenergebnis für Brandenburg entspricht dem Trend bei den Direktmandaten. Die SPD führt mit weitem Abstand (29,5 Prozent), die AfD (18,1 Prozent) überholt die CDU (15,3 Prozent).

Insgesamt werden 25 Politikerinnen und Politiker aus Brandenburg im nächsten Bundestag sitzen. Über die Landesliste lösen fünf AfD- und vier CDU-Parlamentarier das Ticket für Berlin, außerdem jeweils zwei Grüne, Linke und Freie Demokraten. Dazu kommen die zehn SPD-Direktkandidaten.

Wieviel Potsdam in Wahlsieger Olaf Scholz steckt, lesen Sie hier.

Giffey wird Regierende Bürgermeisterin in Berlin

Die SPD hat die Abgeordnetenhauswahl in Berlin gewonnen. Das geht aus dem vorläufigen amtlichen Endergebnis hervor, das die Landeswahlleiterin am Montagmorgen veröffentlichte. Die Partei mit Spitzenkandidatin Franziska Giffey erreichte 21,4 Prozent der Stimmen und landete vor den Grünen, die auf 18,9 Prozent kamen.

Die CDU erreichte 18,1 Prozent, die Linke 14,0 Prozent, die AfD kam auf 8,0 Prozent, die FDP erzielte 7,2 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag laut Landeswahlleitung bei 75,7 Prozent.

Ob es eine Neuauflage des rot-rot-grünen Senats geben wird, war zunächst unklar. Die SPD will allen anderen Parteien im Parlament mit Ausnahme der AfD Sondierungsgespräche anbieten. Seine Partei wolle mögliche Schnittmengen mit Grünen, Linken, CDU und FDP ausloten, sagte Parteichef Raed Saleh. „Wie es sich in einer Demokratie gehört.“

Deutliche Mehrheit für Enteignung großer Immobilienkonzerne

Beim Volksentscheid „Deutsche Wohnen & Co enteignen“ hat am Sonntag eine deutliche Mehrheit der Berlinerinnen und Berliner für die Enteignung großer Wohnungskonzerne gestimmt. Für eine Vergesellschaftung von Immobilienkonzernen mit mehr als 3000 Wohnungen stimmten 56,4 Prozent, wie die Landeswahlleiterin mitteilte. Das sind mehr als eine Million der Wahlberechtigten. Das erforderliche Quorum lag bei 611.900 Wahlberechtigten. 39 Prozent stimmten gegen die Initiative.

Fast 40 Prozent für die SPD in Mecklenburg-Vorpommern

Durch einen furiosen Sieg der SPD bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat Ministerpräsidentin Manuela Schwesig gleich mehrere Koalitionsoptionen. Die 47-Jährige kann das Bündnis mit der abgestraften CDU fortsetzen oder mit den ebenfalls gerupften Linken regieren. Nach dem Wiedereinzug von FDP und Grünen in den Schweriner Landtag wäre zudem eine Ampel-Koalition möglich. Am Wahlabend wollte sich Schwesig nicht festlegen.

Nach Auszählung aller Wahlbezirke erzielten die Sozialdemokraten 39,6 Prozent – deutlich mehr als vor fünf Jahren (30,6 Prozent). Die CDU kommt nur auf 13,3 Prozent nach 19,0 Prozent bei der Landtagswahl 2016. Zweitstärkste Kraft im Schweriner Landtag wird mit 16,7 Prozent erneut die AfD.

Die Linke fuhr mit 9,9 Prozent ihr bislang schlechtestes Wahlergebnis im Nordosten ein. FDP und Grüne kehren mit 5,8 beziehungsweise 6,3 Prozent wieder in den Landtag zurück. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,8 Prozent.

Von Thorsten Keller

27.09.2021
Abschied eines politischen Schwergewichts - Potsdam-Mittelmarks Landrat Wolfgang Blasig kündigt Rückzug an
27.09.2021