Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Turbulenzen um Templiner Vorzeigeprojekt
Brandenburg Turbulenzen um Templiner Vorzeigeprojekt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:31 27.03.2019
Das Sana Krankenhaus in Templin (Brandenburg). Quelle: picture alliance / dpa
Potsdam

Für die Kassenärztliche Vereinigung und das Gesundheitsministerium ist es ein Prestigeprojekt, das vergangenes Jahr durch einen Besuch von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier geadelt wurde. Doch nur gut zwei Jahre nach der Gründung ist das Projekt mit dem komplizierten Namen „Strukturmigration im Mittelbereich Templin“ (StimMT) in schweres Fahrwasser gekommen. Der Geschäftsführer Hans-Joachim Helming musste gehen, Fördermittel wurden gestoppt, der interne Zeitplan ist schwer in Verzug geraten.

„Wir sind auf einige Herausforderungen getroffen, die wir so nicht vorhersehen konnten“, sagte der Projektverantwortliche Lutz Freiberg am Mittwoch im Gesundheitsausschuss des Landtags. Zur Kündigung Helmings äußerte er sich nicht, schließlich ist hierzu am Potsdamer Arbeitsgericht noch ein Verfahren anhängig. Die Kündigung soll aber nicht im Zusammenhang mit der Projektverzögerung stehen.

Eine Anlaufstelle für alle

Dass das Vorhaben in der Krise steckt, hat wohl vor allem damit zu tun, dass es keine Blaupause dafür gibt. Unter dem Dach des StimMT sollen neue medizinische Versorgungsformen entwickelt werden für Regionen mit einem Einwohnerschwund und einer älter werdenden Bevölkerung.

Am dortigen Sana-Krankenhaus sollen die Grenzen von stationärer und ambulanter Versorgung überwunden werden. Wer krank ist, soll dort eine Anlauf- und Beratungsstelle erhalten. Sogar Therapie- und Pflegeeinrichtungen sollen dort angegliedert werden sowie eine Apotheke und ein Sanitätshaus.

14,5 Millionen Euro Fördermittel

Im deutschen Gesundheitssystem werden aber ambulante und stationäre Leistungen unterschiedlich vergütet. Und genau um die Frage, welche Angebote des Versorgungszentrums aus welchen Töpfen finanziert und was davon zusätzlich förderfähig ist, ist nun ein Streit ausgebrochen. Deswegen hatte der Bundes-Innovationsausschuss Anfang des Jahres eine Mittelsperre für die Förderung des Projekts erlassen. Es geht um insgesamt 14,5 Millionen Euro.

Wie der Projektvertreter Lutz Freiberg einräumte, stören sich die Geldgeber auch an den ehrgeizigen Zielvorgaben. Bis 2020 soll das neuartige Versorgungszentrum nicht nur arbeiten, es soll bis dahin auch evaluiert sein. So soll untersucht werden, ob die häufig konsultierte Notaufnahme durch das neue Angebot entlastet wird.

Grundsteinlegung erst im Juni

Ob das alles noch zu schaffen ist, ist fraglich. „Darüber sind wir in laufenden Gesprächen mit dem Förderer“, so Freiberg. Auch baulich hinkt das Vorhaben hinterher: Die Grundsteinlegung für einen geplanten Anbau im Eingangsbereich des Klinikums ist erst für Juni vorgesehen. Hinter dem Vorhaben stehen die Sana-Kliniken, die Kassenärztliche Vereinigung Berlin-Brandenburg sowie die Krankenkassen AOK und Barmer.

Von Torsten Gellner

Sie hatten ihre eigene Welt in der DDR: Sowjetische Offiziere samt ihren Familien lebten hier, Zehntausende Soldaten der sogenannten Bruderarmee waren stationiert. Nun wurde online zusammengetragen, wo sie überall waren.

03.04.2019

Beim Übergang von der Hochschule zur Berufstätigkeit wandern in den neuen Bundesländern mehr junge Menschen ab als zu. Besonders eklatant sind die Zahlen einer Studie zufolge in Sachsen-Anhalt und Brandenburg.

30.03.2019
Brandenburg Schwindelskandal um Europa-Spitzenkandidaten - SPD-Chef: „Werden keine Privatdetektive schicken“

Brandenburgs SPD will die Affäre um den Europa-Spitzenkandidaten Simon Vaut schnell abhaken, der über Privatleben und Wohnsitz geschwindelt hatte – Grund für schärfere Hintergrund-Checks sieht die Parteispitze nicht.

27.03.2019