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Brandenburg Chef von Studio Babelsberg: Filmförderung zu gering
Brandenburg Chef von Studio Babelsberg: Filmförderung zu gering
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18:43 06.02.2017
Christoph Fisser, Chef Studio Babelsberg. Quelle: dpa
Berlin

Kurz vor Beginn der 67. Berlinale hat der Chef von Studio Babelsberg, Christoph Fisser, die aktuelle Filmförderung des Bundes scharf kritisiert und Unsicherheiten für den Standort Deutschland beklagt. „Wir sind im internationalen Maßstab nicht mehr konkurrenzfähig“, sagte Fisser in Berlin. Der Deutsche Filmförderfonds (DFFF) des Bundes sei oft schon im Mai oder Juni eines Jahres komplett leergeräumt. Dadurch sei der Filmstandort Deutschland nicht mehr berechenbar. Es gebe große Probleme, internationale Produktionen überhaupt noch nach Deutschland zu holen. Seit Mai 2015 konnte kein einziges neues Projekt nach Potsdam gelockt werden. „Das Risiko ist zu groß, dass irgendwann kein Geld mehr da ist.“ Dennoch habe das Studio Babelsberg 2016 Gewinn gemacht. Der Fonds, forderte Fissser, müsse erhöht werden, auch, um steuerliche Anreize für Filmproduktionen zu setzen.

Rund 50 Millionen Euro stellt der Bund über den Filmförderfonds jährlich für die Produktion in Deutschland zur Verfügung. Ende 2018 läuft die Regelung aus. Weitere zehn Millionen Euro stellt das Bundeswirtschaftsministeriums für innovative Serien zur Verfügung.

Änderungen in der Filmförderung mahnte auch die Chefin des Berlin-Brandenburger Medienboards, Kirsten Niehuus, an. Sie warnte vor möglichen kulturellen Auswirkungen. Würden Streamingdienste wie „Netflix“ oder „Amazon“ keine guten Produktionsbedingungen vorfinden, werde auch wenig deutscher Content produziert. Es müsse sich immer wieder bewusst gemacht werden, „dass es ein kulturelles Erlebnis ist, wenn man über einen deutschen Film lacht und weint und nicht nur über eine amerikanische Serie oder einen Film“.

Studio-Babelsberg-Chef Fisser verwies auf eine vom Bundeswirtschaftsministerium in Auftrag gegebene Studie zur wirtschaftlichen Bedeutung der Filmindustrie. Danach erwirtschafteten 161 000 Beschäftigte zuletzt einen Produktionswert von fast 25 Milliarden Euro. „Auch dadurch ist klar geworden, dass Film ein ganz erheblicher Wirtschaftsfaktor ist.“ Die Filmförderung sei bei der Bundesbeauftragten für Kultur „nicht gut aufgehoben“. Das sei Wirtschaftsförderung und sollte beim Bundeswirtschaftsministerium angesiedelt werden.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) sagte, die Filmförderung sei Sache des Bundes. Er sei zuversichtlich, dass in der nächsten Legislaturperiode „etwas passiert“. Gemeinsam mit Berlin will Brandenburg ein Modell für die künftige steuerliche Filmförderung vorlegen, kündigte Gerber an.

Er verwies darauf, dass das Filmland Brandenburg seit Jahren eine Erfolgsgeschichte sei. So seien 2016 300 deutsche und internationale Film- und Fernsehproduktionen in der Region entstanden, nahezu die Hälfte davon in Brandenburg.

Start der „Berlinale“

Bei der am Donnerstag startenden „Berlinale“ (bis 19. Februar) werden insgesamt knapp 400 Produktionen gezeigt. Das Medienboard Berlin-Brandenburg ist mit 21 geförderten Filmen dabei. Fünf davon gehen ins Rennen um die begehrten Bären.

In der Reihe „BerlinaleSpecial“ läuft der u.a in Potsdam gedrehte Film „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ (Regisseur: Matti Geschonnek) nach der Romanvorlage von Eugen Ruge.

Von Igor Göldner

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