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Brandenburg Corona: BASF in Schwarzheide beginnt Probebetrieb für Desinfektionsmittel
Brandenburg Corona: BASF in Schwarzheide beginnt Probebetrieb für Desinfektionsmittel
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13:24 30.03.2020
Der Lausitzer Produktionsstandort BASF Schwarzheide GmbH gehört zur BASF-Gruppe und zählt zu den größten Standorten in Europa. Quelle: Kai Abresch
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Schwarzheide

Der Chemiekonzern BASF beginnt an seinem brandenburgischen Standort Schwarzheide (Oberspreewald-Lausitz) den Probebetrieb von Hand-Desinfektionsmitteln als Reaktion auf Engpässe in der Corona-Krise. Das teilte ein Sprecher des Unternehmens am Montag mit. „Wir haben die große Herausforderung, wenn es klappt, dass wir weiterhin Nachschub bei den Rohstoffen bekommen, davon hängt alles ab.“ Bei der Zulieferung der benötigten Rohstoffe für die Produktion des Desinfektionsschutzes gebe es derzeit Engpässe.

Wenn die Produktion funktioniere, erfolge Dienstag in Abstimmung mit dem Krisenstab des Landkreises die Verteilung, sagte der Sprecher weiter. Dafür sei eine Prioritätenliste erstellt worden. Ziel der Belieferung seien vorrangig Kliniken und Krankenhäuser im regionalen Umfeld.

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Vorschriften aufgrund von Lieferengpässen gelockert

Auch Apotheken stellen seit Anfang März wieder Desinfektionsmittel her, teilte Eckhard Galys, Inhaber dreier Apotheken in Premnitz und Rathenow (Havelland), am Montag mit. Bis vor zwei Jahren sei es normal gewesen, dass Apotheken selber Desinfektionsmittel produzierten. Nun seien die Vorschriften aufgrund der Lieferengpässe wieder gelockert worden. „Seit der Regeländerung stellen wir Händedesinfektionsmittel für Arztpraxen, Pflegedienste und Physiotherapiepraxen, aber auch für Privatpersonen her“, sagte Galys. Demnach könnte theoretisch jede Apotheke mit der Herstellung beginnen. Allerdings fehlen laut Galys praktisch die wichtigen Rohstoffe Alkohol und Isopropanol. „Darüber hinaus brauchen wir auch mehr Flaschen, um Mittel verteilen zu können.“

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Die Praxen bestellen Galys zufolge nur die Mengen an Desinfektionsmitteln, die sie für ihren Bedarf auch wirklich brauchen. Deshalb sei eine Rationierung für die Großkunden nicht notwendig. Privatpersonen würden dagegen meist mehr verlangen. Hier werde darauf geachtet, dass nur angemessene Mengen erworben werden dürfen.

Kurzarbeit für einen Teil der BASF-Mitarbeiter

Wegen der Corona-Krise gibt es ab 1. April auch am BASF-Standort Schwarzheide Kurzarbeit. Der Produktionsstopp verschiedener Hersteller der Automobilindustrie habe zu Absatzeinbrüchen für mehrere Betriebe am Lausitzer Produktionsstandort geführt. Die Kurzarbeit greift zunächst nur für 213 der rund 2000 Beschäftigten, die in Anlagen arbeiten, in denen technische Kunststoffe, Wasserbasislacke und Schaumstoffe hergestellt werden, hieß es.

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Von MAZonline/dpa