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Brandenburg Ein Dutzend Linien gekappt: BVG und S-Bahn-Berlin dünnen Angebot aus
Brandenburg Ein Dutzend Linien gekappt: BVG und S-Bahn-Berlin dünnen Angebot aus
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12:56 06.04.2020
Die U-Bahnen – hier ein Zug der Linie 7 im Bahnhof Jakob-Kaiser-Platz –verkehren nur noch im Zehn-Minuten-Takt. Quelle: Christoph Soeder/dpa
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Potsdam

Die Deutsche Bahn reagiert auf die Coronavirus-Krise und dünnt ihren Nahverkehr aus – auch in Berlin und Brandenburg. Wir geben einen Überblick, welche Bahnen nur noch eingeschränkt fahren, und welche Züge komplett entfallen.

BVG: Fünf Buslinien fahren nicht mehr

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben den Nahverkehr in der Hauptstadt weiter ausgedünnt. Fünf Buslinien sind mit Wirkung 31. März eingestellt worden, und zwar die Linien X36, X49, 218, 291 und 380.

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U-Bahnen fahren tagsüber nur noch im Zehn-Minuten-Takt (bisher alle fünf Minuten). Die U3 fährt nur noch zwischen Nollendorfplatz und Krumme Lanke. Die U55 zwischen Hauptbahnhof und Brandenburger Tor fährt gar nicht mehr. Auch die Tram-Linien 16/18 sowie 37/67 werden nicht mehr bedient.

Zudem haben die BVG ihre Servicezentren, das zentrale Fundbüro sowie das Kundenbüro für erhöhtes Beförderungsentgelt geschlossen.

S-Bahn legt drei Linien still

In Berlin wurden die S-Bahn-Linien 26, 45 und 85 auf unbestimmte Zeit eingestellt. Nach Angaben des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg bedienen die Linien Teilstrecken (Teltow/Waidmannslust, Flughafen Schönefeld/Südkreuz und Grünau/Pankow), die auch von anderen S-Bahn-Linien befahren werden.

Fahrgäste könnten stattdessen die S1, die S25 und die S8 nehmen, für die S45 seien die S9 und die S46 sowie die Ringbahnlinien S41/42 geeigneter Ersatz.

Eingeschränkter Regionalverkehr

Der Regionalverkehr in Berlin und Brandenburg wird eingeschränkt. Wie der Verkehrsverbund (VBB) mitteilte, man habe sich mit Berlin und Brandenburg auf einen "verlässlichen Grundtakt" geeinigt. Weil die Nachfrage zurückgegangen ist, werden einige Verstärkerzüge in den Hauptverkehrszeiten zurückgezogen.

Auf einigen Linien fallen Zusatzfahrten zur Hauptverkehrszeit weg. Dies betrifft Einzelfahrten auf den Linien RE3, RE7, RB27, RB60, RB61 und RB62. Auf folgenden Linien, die überwiegend der Verdichtung des Grundangebots dienen, werden die Zugfahrten eingestellt: RB14, RB43 und RB49. Einzelne Frühfahrten auf den Linien RB43, RB49 werden weiterhin angeboten.

Detailinformationen auf bahn.de/aktuell. Die Linien RB23 und RB55 werden eingestellt und durch Busse ersetzt. Auf den Linien RB26, RB66, RB91 und RB93 ist die Fahrt über die Grenze nach Polen aktuell nicht möglich. Daher kann in diesen Abschnitten auch kein Ersatzverkehr eingerichtet werden. Auf allen anderen Linien wird weiterhin der reguläre Betrieb angeboten.

Keine Züge nach Polen

Komplett eingestellt ist der grenzüberschreitende Bahnverkehr nach Polen. Betroffen davon sind in Brandenburg die RB 91 von Frankfurt (Oder) über Rzepin nach Zielona Gora und die RB 93 von Forst (Spree-Neiße) nach Tuplice.

Die Züge der Linie RE/RB 66 von Berlin-Gesundbrunnen nach Szczecin Glowny/Stettin enden in Tantow (Uckermark). Komplett eingestellt wird der sogenannte Kulturzug zwischen Berlin-Lichtenberg und Wroclaw/Breslau. Im Fernverkehr ist zudem der Eurocity von Berlin nach Warschau betroffen.

Berlkönig befördert die „Helden der Stadt“

Der BVG-Sammeltaxi-Service Berlkönig hat sein reguläres Angebot bis zum 19. April aus. In dieser Zeit befördert der Berlkönig kostenlos Ärzte, Pfleger, medizinische Fachangestellte und Mitarbeiter der Rettungsdienste. Das Angebot gilt in den Abend- und Nachtstunden jeweils zwischen 21 Uhr und 8 Uhr.

Zugbindung teilweise aufgehoben

Die Bahn hat unterdessen im Fernverkehr die Zugbindung für Spar- und Supersparpreise aufgehoben. Das gilt für alle Tickets, die vor dem 14. März gebucht wurden. Sie können nun bis zum 30. Juni beliebig genutzt werden.

Kunden, die ihre Reise gar nicht mehr antreten möchten, können ihre Tickets mit Reisetag bis zum 30. April kostenfrei stornieren. Es gibt aber keine Geld-Erstattung, sondern einen DB-Gutschein im Wert des jeweiligen Fahrscheins.

Nach Flixbus stellt auch Flitxrain Betrieb ein

Voraussichtlich bis Ende April fahren wegen der Coronakrise keine Flixtrain-Züge mehr. Betroffene Kunden könnten ihre Tickets „in dieser Ausnahmesituation“ in der 2. Klasse der ICE- und IC-Züge der Deutschen Bahn nutzen, teilten die beiden Unternehmen mit.

Verbindungen gab es zuletzt von Berlin nach Stuttgart und Köln. Zuvor hatte das Unternehmen schon mitgeteilt, den Busbetrieb auszusetzen, ebenso wie der Mitbewerber Blablabus.

Bis auf weiteres für den Publikumsverkehr geschlossen bleibt das VBB-Infocenter. Telefonisch ist es unter 030/25414141 zu erreichen. Oder per Mail unter info@vbb.de.

Ständig aktualisierte Infos zur Situation im Bahnverkehr gibt es unter bahn.de/aktuell.

Von Thorsten Keller