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Brandenburg Ein Toter und 353 positive Tests in Brandenburg
Brandenburg Ein Toter und 353 positive Tests in Brandenburg
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19:08 22.03.2020
In Brandenburg ist die Zahl der Corona-Infizierten am Wochenende erneut gestiegen. Quelle: Christophe Gateau/dpa
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Potsdam

Mehr Infektionen, Urlaubsrückkehrer und Sorgen aus der Wirtschaft: Das Coronavirus hat Brandenburg fest im Griff. Bereits 353 Menschen sind bis Sonntag positiv getestet worden. Innerhalb von 24 Stunden seien das 38 mehr, teilte das Brandenburger Gesundheitsministerium am Sonntag (Stand: 15 Uhr) mit. 24 Personen werden den Angaben nach stationär versorgt, davon zwei intensiv medizinisch beatmet.

Am Sonntagabend sollte eine Maschine mit rund 200 Urlaubern aus dem Risikogebiet Ägypten in Berlin-Schönefeld ankommen. Alle Passagiere sollten in Quarantäne, jeder Kontakt zu anderen Flugreisenden verhindert werden. In einer Screening-Stelle werden die Symptome untersucht. Dann soll über weitere Maßnahmen entschieden werden.

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Dringend benötigte Atemschutzmasken angekommen

Bislang gibt es in Brandenburg einen Todesfall in Zusammenhang mit einer Coronavirus-Infektion. Ein 81-Jähriger mit schwersten Vorerkrankungen war am Freitag im Krankenhaus Hennigsdorf (Oberhavel) gestorben.

Am Samstag wurden für das Gesundheitswesen des Landes etwa 50.000 Atemschutzmasken angeliefert, die in Krankenhäusern, Arztpraxen und Gesundheitsämtern dringend benötigt werden. Die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) finanzierte die Beschaffung. Die Masken werden an die 19 regionalen Abstrichstellen in Kooperation mit den Landkreisen, kreisfreien Städten, Krankenhäusern und ambulanten Ärzten verteilt. Weitere Lieferungen des Bundes werden im Land erwartet.

Jedes einzelne Patientenschicksal sei tragisch und für Familien ein schmerzhafter Verlust, sagte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Bündnis 90/Grüne) am Samstag. Jetzt müsse man sich auf die deutlich steigende Zahl an Krankheitsfällen vorbereiten.

Aufregung in der Wirtschaft

Angesichts der Belastungen der Pflegekräfte durch die Corona-Krise hat der Pflegeexperte der Brandenburger Volkssolidarität, Andreas Heil, an Patienten und ihre Angehörigen appelliert, die Mitarbeiter wenn möglich zu entlasten. In diesen Zeiten sollte auf persönliche oder länger andauernde Gespräche mit den Mitarbeitern verzichtete werden.

„Es herrscht große Aufregung“, sagte Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) am Sonntag im Inforadio des rbb zur Situation in der Wirtschaft. Kurzfristig stünden im Land für Kleinst- und Kleinbetriebe sowie Freiberufler, die in ihrer Existenz bedroht sind, 7,5 Millionen Euro aus einem Hilfsfonds breit. Am Mittwoch werde der Zuschuss ausgezahlt, der nicht zurückgefordert werde. Dann werde der Rettungsschirm in Höhe von 500 Millionen Euro im Land aufgelegt. Gerechnet werde mit weiteren Hilfen des Bundes.

Neue Schwerpunktpraxis für Fiebersprechstunden in Lübben

„Es gibt weiterhin keinen Grund für Hamsterkäufe“, sagte Infrastruktur-Staatssekretär Rainer Genilke (CDU) nach einem Besuch am Samstag beim Lebensmittel-Logistikstandort von Edeka in Freienbrink/Grünheide bei Berlin. Die Versorgung des Landes mit Lebensmitteln sei gesichert. Kunden in Brandenburger Super- und Drogeriemärkten hielten bei ihren Wochenendeinkäufen nach Beobachtungen von dpa-Reportern meist einen Abstand von 1,50 oder 2 Metern zueinander.

Ab Montag öffnet in Lübben (Dahme-Spreewald) eine Schwerpunktpraxis mit Fiebersprechstunden für Kinder ab zwölf Jahren und Erwachsene mit akuten Erkältungssymptomen. In Cottbus soll ab Montag am Carl-Thiem-Klinikum ein weiteres Zelt betriebsbereit sein. Darin sollen weitere Patienten stationär aufgenommen werden.

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Von dpa