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Brandenburg Corona-Krise: Was hat sich seit der Ausgehbeschränkung getan?
Brandenburg Corona-Krise: Was hat sich seit der Ausgehbeschränkung getan?
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17:56 30.03.2020
Brandenburg, Potsdam: Blick auf die leere Lange Straße in der Landeshauptstadt. Quelle: Julian Stähle/dpa
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Potsdam

In Brandenburg ist vieles nicht mehr wie vorher. Vor die Tür gehen ist seit einer Woche zwar noch erlaubt, aber nur mit großen Einschränkungen. Seitdem ist die Zahl der Menschen, die in Brandenburg mit dem Coronavirus infiziert sind, weiter gestiegen. Wie ist die Lage im Land und wie geht es weiter?

Wie gehen die Menschen mit den Ausgehbeschränkungen um?

Nicht alle halten sich ans Kontaktverbot. Seit einer Woche darf man draußen nur allein, mit Angehörigen aus dem eigenen Haushalt oder einer Person außerhalb des Haushalts unterwegs sein. Jeder muss mindestens 1,5 Meter Abstand halten. Von Freitag bis Sonntag gab es laut Polizei 665 Einsätze zur Kontrolle, 147 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten seien aufgenommen und 562 Platzverweise erteilt worden. In Frankfurt (Oder) gab es am Freitag nach Polizeiangaben eine „Corona-Party“ in einem Park mit vier Leuten, einer habe Polizisten angespuckt.

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Wie hat sich die Zahl der Corona-Infizierten entwickelt?

Die Zahl der Menschen, die mit dem Sars-CoV-2-Virus infiziert sind, ist weiter gestiegen. Inzwischen sind beim Gesundheitsministerium 846 Infizierte offiziell erfasst, vier Todesfälle sind bisher bestätigt. Wegen eines Datenabgleichs stieg die Zahl der Infizierten von Sonntag auf Montag stärker als in den vergangenen Tagen.

Welche Probleme gibt es in der Krise?

Nach Einschätzung der Landesärztekammer und der Liga der Freien Wohlfahrtspflege fehlt es in Arztpraxen und sozialen Einrichtungen an Schutzkleidung. Die Ärztekammer warnt davor, dass Praxen die Versorgung im Fall von Infizierten wegen der Quarantäne nicht aufrechterhalten könnten. Die Liga der Freien Wohlfahrtspflege sieht die soziale Landschaft in Gefahr. Viele kleine Unternehmen wenden sich außerdem an das Land, um wegen der Krise Hilfe zu beantragen.

Wann werden die Vorgaben gelockert oder sind ganz vorbei?

Regierungschef Dietmar Woidke (SPD) schließt eine Verlängerung der Einschränkungen zum Schutz vor dem Coronavirus nicht aus. Das Kontaktverbot gilt bisher bis 5. April, die Ladenschließungen mit Ausnahmen gelten zunächst bis 19. April. Kanzlerin Angela Merkel und Kanzleramtschef Helge Braun (beide CDU) hatten deutlich gemacht, dass schnelle Lockerungen der Kontaktbeschränkungen nicht im Raum stehen.

Was tut das Land, um in der Krise den Betroffenen zu helfen?

Brandenburg will per Kredit einen riesigen Rettungsschirm von bis zu zwei Milliarden Euro bereitstellen. Der Landtag entscheidet darüber am Mittwoch. Der Haushaltsausschuss des Landtags hat am Montag die Weichen dafür gestellt - einstimmig. Die Hilfen werden den Landeshaushalt nach bisherigen Plänen über mehrere Jahrzehnte belasten.

Für wen genau sind die Hilfen bestimmt?

Ein Großteil des Schutzschirms ist für Soforthilfen an kleine Unternehmen unter 100 Mitarbeiter und an Freiberufler vorgesehen. Dazu kommt die Unterstützung von Eltern, die ihre Kinder wegen geschlossener Kitas und Horte nicht in die Betreuung geben können. Brandenburg übernimmt die Hälfte der geplanten Erstattung von Verdienstausfällen, der Bund die andere Hälfte. Dazu will Brandenburg die Beiträge für Krippe, Kita und Hort zahlen. Beides ist zunächst auf eineinhalb Monate angelegt. Krankenhäuser sollen Hilfen bekommen, zum Beispiel weil sie lukrative Operationen verschieben müssen, um Plätze für Corona-Patienten freizuhalten.

Wohin kann ich mich wenden, wenn ich Fragen habe?

Wer sich erkundigen will, kann das Bürgertelefon des Landes unter 0331 866 5050 montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr anrufen. Per Mail werden Fragen unter buergeranfragen-corona@brandenburg.de beantwortet. Im Internet stehen auf der Seite corona.brandenburg.de außerdem aktuelle Meldungen, Ansprechpartner und Verhaltenstipps.

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Von RND/dpa