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Brandenburg Künftig 2G plus in Restaurants und Cafés? Dehoga schlägt Alarm
Brandenburg

Corona-Regeln: 2G plus in Restaurants und Cafés? Dehoga schlägt Alarm

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15:53 07.01.2022
Derzeit gilt in der Gastronomie in Brandenburg die 2G-Regel. Bund und Länder beraten am Freitag über eine Verschärfung
Derzeit gilt in der Gastronomie in Brandenburg die 2G-Regel. Bund und Länder beraten am Freitag über eine Verschärfung Quelle: Marijan Murat/dpa
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Potsdam/Berlin

Der Brandenburger Hotel-und Gaststättenverband warnt vor der Einführung einer 2G-plus-Regelung in Restaurants und Cafés. „Das wäre eine zusätzliche Belastung für die Betriebe“, sagte Olaf Lücke, Hautptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) Brandenburg. Viele Gäste würden Lücke zufolge dann auf einen Restaurantbesuch verzichten, die Branche müsste weitere Einnahmeverluste verkraften. Derzeit gilt in der Gastronomie in Brandenburg 2G, die Gäste müssen also entweder geimpft oder genesen sein.

Die neue Regel geht an die Substanz, warnen auch die Industrie- und Handelskammern im Land. „Jede verschärfende Maßnahme stellt die Unternehmen vor neue Herausforderungen und Probleme. Gerade in der Gastronomie und im Beherbergungsgewerbe, die zusätzlich auch unter dem Fachkräftemangel zu leiden haben, spitzt sich die Lage bis hin zur Existenzbedrohung zu“, sagte Peter Heyenbluth, Präsident der IHK Potsdam. Ähnlich wie im Einzelhandel sei das Weihnachtsgeschäft bereits unter 2G-Bedingungen vielerorts ausgeblieben. „Die Branchen brauchen eine Perspektive, bis die Frühjahrssaison wieder anläuft“, sagte Heydenbluth.

2Gplus steht auf der Tagesordnung der MPK am Freitag

Die strengeren Zutrittsbedingungen für die Gastronomie sind am Freitag ab 13 Uhr Thema bei den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD). Genesene oder Geimpfte, denen noch keine Auffrischung verabreicht wurde, brauchen möglicherweise künftig für einen Restaurant- oder Cafébesuch einen zusätzlichen aktuellen Test (2G plus). „Solch eine Regelung ist unverhältnismäßig“, kritisierte Lücke. Ihm sei nicht bekannt, dass Restaurants große Infektionsherde seien.

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Auch die Dehoga-Chefin auf Bundesebene äußerte scharfe Kritik an den Plänen. „Flächendeckend 2G plus wäre eine Katastrophe für Kneipen und Restaurants“, sagte Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges der „Bild“-Zeitung. Wirte dürften nicht die Leidtragenden sein, wenn die Regierung „offenbar Anreize für die dritte Impfung“ schaffen wolle.

Giffey: Alternative zu 2G plus wäre die komplette Schließung

Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) erläuterte, das „Plus“ in 2G plus werde nun definiert als entweder getestet oder geboostert. Das sei eigentlich eine Verbesserung. „Denn wir werden in wenigen Tagen die Hälfte der Berliner Bevölkerung geboostert haben. Die werden dann ohne Test auch in die Gaststätte weiter gehen können“, sagte Giffey im rbb-Inforadio. „Man muss immer sehen: Die Alternative ist die komplette Schließung. Und das will der Gaststättenverband definitiv auch nicht.“

Der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz, Nordrhein-Westfalens Regierungschef Hendrik Wüst (CDU), sagte vor der MPK. „In Restaurants wird gegessen, getrunken, die Maske ist ab. Also muss man den maximal verfügbaren Schutz anderer Art eben haben. Und das heißt geboostert zu sein. Das finde ich schon zumutbar. Wir bieten es ja jedem an.“

In Brandenburg haben bislang 35,4 Prozent der Bevölkerung eine Booster-Impfung bekommen, in Berlin sind es 41,6 Prozent.

Von MAZonline