Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Paketzentrum in Börnicke: So viele Pakete waren es noch nie
Brandenburg Paketzentrum in Börnicke: So viele Pakete waren es noch nie
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
08:00 07.12.2019
Bis zu 570 000 Sendungen verladen die Mitarbeiter der DHL im Paketzentrum in Börnicke (Havelland) täglich. Dafür wurden 200 zusätzliche Weihnachtshelfer eingestellt. Quelle: foto: dpa
Anzeige
Börnicke

Noch nie war im DHL-Paketzentrum in Börnicke so viel los. Wohin man sich auch dreht, überall rauschen auf brummenden Transportbändern Tausende Pakete von Asos, Amazon und Zalando vorbei. 550 000 Pakete werden in diesem Umstiegsbahnhof für Sendungen von einem Lkw-Anhänger in den anderen sortiert. „Das ist neuer Weihnachtsrekord“, sagt der Leiter des Zentrums, Sven Goerke.

Und es ist eine große Herausforderung. Fünf Millionen Pakete sind aktuell täglich in Deutschland unterwegs. Kurz vor Weihnachten werden es elf Millionen sein, schätzt DHL. Damit auch in Brandenburg bei der Bescherung an Heiligabend niemand leer ausgeht, sind bundesweit 12 000 zusätzliche Fahrzeuge auf den Straßen.

Onlinehandel boomt

In Börnicke stehen schon jetzt die Lkw an den Laderampen Schlange. Stündlich kommen hier 32 000 Pakete an. Die Anhänger werden im Sommer von 450 Mitarbeitern be- und entladen. Seit November sind auch 200 Weihnachtshelfer im Einsatz. „Wir rüsten uns für den boomenden Onlinehandel“, erklärt Sven Goerke. In diesem Jahr sei die Zahl der Sendungen um sechs bis acht Prozent gestiegen.

Das merkt auch Kerstin Archut. Die 54-Jährige nimmt seit fünf Jahren die bis zu 31,5 Kilogramm schweren Pakete entgegen und wuchtet sie auf das Förderband. Ist das Paket zu schwer, holt sie einen Kollegen zu Hilfe. „Aber ich bin daran gewöhnt. Gesundheitliche Beschwerden hatte ich nur am Anfang. Mit den Jahren baut man Muskeln auf“, erzählt sie.

Fünf Jahre schleppen: Kerstin Archut bringt seit 2014 Pakete per Hand aufs Transport band. Die 54-Jährige spart sich damit das Fitnessstudio, denn die Pakete können bis zu 31,5 Kilogramm schwer sein. Quelle: Jan Russezki

Lässt Kerstin Archut ein Paket auf dem Förderband los, geht die Post in der 21 000 Quadratmeter Halle ab: Mit sieben km/h gleitet es los und ordnet sich in exaktem Abstand zu den anderen Paketen auf dem Hauptförderband ein.

Paketdetektive öffnen Päckchen

Nur wenige Sekunden später erreicht es einen großen Bogen. Hier legt sich ein feuerroter Lichtstreifen um jedes Paket; ein Scanner, der die Barcodes abliest. Wenn dieser Code fehlt, werden die Adressen abfotografiert und von Mitarbeiten an Monitoren per Hand innerhalb weniger Sekunden eingetippt. „Dann wird das Paket auf dem schnellsten Weg in den richtigen Lkw transportiert“, erklärt der Leiter des Zentrums. So findet jedes Paket auf dem zehn Kilometer langen Förderbandsystem die richtige Abzweigung.

Voll automatisiert: Ein Scanner liest die Barcodes der Pakete und leitet sie zum richtigen LKW. Handschriftliche Adressen lesen Mitarbeiter in Sekunden ab. Quelle: Jan Russezki

Schwieriger wird es allerdings mit handschriftlich notierten Adressen, erklärt die Pressesprecherin Tina Birke. „Ist die Adresse nicht lesbar und kein Absender vermerkt, kommen unsere Paketdetektive in der Paketermittlungsstelle in Wuppertal zum Einsatz. Sie sind die Einzigen, die ein Paket öffnen dürfen und versuchen, anhand des Inhalts, den Empfänger zu identifizieren.“ Gelingt das nicht, werden die Pakete nach einer Lagerfrist versteigert.

Auch Sendungen mit besonders gut gemeinter Verpackung machen bisweilen Probleme. „Geschenkbänder um die Pakete zu wickeln ist nicht empfehlenswert, weil sie sich in der Anlage verheddern können“, erklärt Tina Birke. Für Sven Goerke ist auch Panzertape ein Problem. 90 Prozent der Pakte werden am Scanner auf den richtigen Weg geschickt. Das Panzertape kann dazu führen, dass die damit umwickelten Sendungen auf den Paketrutschen nicht richtig ins Rutschen kommen und so das System blockieren.

Weiteres Paketzentrum geplant

Jede Sendung braucht maximal 15 Minuten von einem Lkw in den anderen, der es dann in die Regionen von der Uckermark im Norden über das Havelland im Westen und Potsdam-Mittelmark im Süden Brandenburgs bringt. Auch Berlins Norden und Westen wird aus dem märkischen Börnicke beliefert. Weil die Lieferungen immer mehr werden, will die DHL 2021 zusätzlich zu Börnicke und Rüdersdorf ein drittes Paketzentrum in Ludwigsfelde eröffnen. Dort sollen dann sogar 50 000 Pakete in der Stunde sortiert werden.

Mehr zum Thema:

Von Jan Russezki

Nach der Niederlage bei der Wahl zur Parteivorsitzenden, ist die Brandenburger SPD-Abgeordnete Klara Geywitz am Freitag auf dem Parteitag in Berlin zur stellvertretenden Vorsitzenden gewählt worden. Mit der 42-Jährigen wurden vier weitere Politiker zu Stellvertretern bestimmt.

06.12.2019

Ein Mensch ist am Freitagabend bei einem Unfall in Berlin-Zehlendorf gestorben. Die Polizei ermittelt noch zum Unfallhergang.

06.12.2019

Klara Geywitz ist zu einer der neuen stellvertretenden SPD-Vorsitzenden gewählt worden. Die 43-Jährige erhielt auf dem Parteitag am Freitag in Berlin 76,8 Prozent der Stimmen. Die Potsdamerin hatte an der Seite von Vizekanzler Olaf Scholz im Mitgliederentscheid um den Parteivorsitz für die Koalition geworben - und verloren.

06.12.2019