Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg „Dame von Bietikow“ älter als 5000 Jahre
Brandenburg

"Dame von Bietikow" älter als 5000 Jahre

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:50 17.09.2020
Das uralte Frauenskelett, das bei Erdarbeiten für die Errichtung von Windkraftanlagen entdeckt worden ist, ist noch älter als ursprünglich vermutet. Quelle: Philipp Roskoschinski/Archaeros-
Anzeige
Bietikow

Das entdeckte Frauenskelett aus der Uckermark ist älter als 5000 Jahre. Das sagte Archäologe Philipp Roskoschinski der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstag. Gemeinsam mit einem Kollegen hatte er die „Dame“ im Mai bei Erdarbeiten für die Errichtung von Windkraftanlagen im Ort Bietikow gefunden. Die Frau lebte seinen Angaben zufolge wahrscheinlich zwischen 3500 und 3100 vor Christus – höchstwahrscheinlich zwischen 3400 und 3300 v. Chr. Zunächst hatte der „Tagesspiegel“ darüber berichtet. Damit sei die brandenburgische Landesarchäologie um einen seltenen und besonderen Befund reicher, hatte Christof Krauskopf vom Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege dem Blatt gesagt.

Lesen Sie auch: Spektakulärer Fund: Skelett in der Uckermark ausgegraben

Anzeige

„Dame“ aus der Uckermark mindestens so alt wie der Ötzi

Nach Angaben von Roskoschinski sind die Knochen mindestens so alt wie der Ötzi, die berühmte Gletschermumie aus dem Eis der Alpen. Die vermutete Datierung in die Zeit der Trichterbecherkultur sei bestätigt. Die damalige Jungsteinzeit wurde benannt nach einer typischen Keramikform. Im Gegensatz zum Ötzi, der im Eis der Alpen samt seiner Ausrüstung mumifiziert wurde, habe man von der Frau lediglich Knochen, aber keinerlei organisches Material gefunden.

„Dame von Bietikow“ in Hockerstellung begraben

Die Frau wurde demnach wahrscheinlich 30 bis 45 Jahre alt. „Besser kann man das Alter nicht bestimmen, weil der Erhaltungszustand der Knochen eine engere Eingrenzung nicht zulässt“, erklärte Roskoschinski. Ansonsten gebe es kaum Auffälligkeiten an dem Skelett. Bei der Untersuchung der Zähne sei festgestellt worden, dass diese - wie für diese Zeit üblich - stark abgenutzt sind. Grund dafür sei, dass sich im Mehl der Jungsteinzeitler viel Steinabrieb befunden habe. Damals sei das Getreide zum Mahlen zwischen zwei Reibsteine gelegt worden, berichtete der Archäologe.

Die „Dame von Bietikow“ wurde innerhalb einer Siedlung begraben. Sie ruhte in der sogenannten Hockerstellung, die nach Auskunft des Archäologen eine der ältesten Formen der Niederlegung von Verstorbenen ist.

Von RND/dpa