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Brandenburg Das Schulessen schmeckt nicht allen
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22:37 24.09.2013
Quelle: dpa
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Potsdam

Ein Jahr nach der heftigen Erkrankungswelle unter Brandenburger Schülern kehrt das Vertrauen der Eltern in das Kantinen essen nur mühsam zurück. „Das Bewusstsein für Qualität ist sehr stark ausgeprägt“, sagt Wolfgang Seelbach, Vorsitzender des Landeselternrats Brandenburg, anlässlich des Tags der Schulverpflegung am Mittwoch. Die Aufmerksamkeit für das Thema sei nach wie vor sehr hoch, bestätigt auch Maren Daenzer-Wiedmer von der Vernetzungsstelle Schulverpflegung.

Der Großcaterer Sodexo hatte Ende September 2012 mit Noroviren befallene Tiefkühl-Erdbeeren aus China serviert. Rund 11.000 Kinder erkrankten daraufhin an Erbrechen und Durchfall, davon 3500 in Brandenburg. Seitdem haben zahlreiche Städte und Gemeinden ihre Verträge mit dem Unternehmen gekündigt. Zu anderen Anbietern sind zum Beispiel Oranienburg und Hennigsdorf (beide Oberhavel) gewechselt, außerdem Stahnsdorf und Kleinmachnow (beide Potsdam-Mittelmark) sowie Königs Wusterhausen (Dahme-Spreewald). Andernorts, etwa in Potsdam, sind Schulen abgesprungen oder sie haben nachverhandelt und ordern nun bessere Qualität zu einem höheren Preis.

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Eltern können vor allem dann etwas bewegen, wenn Verträge neu ausgeschrieben werden, sagt Veronika Wrobel von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Warmhaltezeiten, Beschwerdemanagement: Vieles könne vertraglich geregelt werden. Die Verbraucherorganisation Foodwatch drängt dagegen vor allem auf gesetzlich verpflichtende Qualitätsstandards.

In Bezug auf die Masseninfektion hält sich die Kritik an Sodexo in Grenzen. „Das hätte jedem passieren können“, entschuldigt Jürgen Benad vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband. Sodexo versichert, man habe den Vertrag mit dem Lieferanten der Tiefkühl-Erdbeeren sofort gekündigt. Außerdem gebe es inzwischen eine genaue Prüfung der Zulieferer und mehr regionale Produkte in der Küche. Die in Frankreich beheimatete Sodexo-Gruppe versorgt in Deutschland 200.000 Kinder in Schulen und Kitas. Sie gehört auch in Brandenburg zu den größten Schul-Caterern.

Beim Brandenburger Tag der Schulverpflegung wird heute in Schulen über die Bedeutung der warmen Mittagsmahlzeit informiert. Gutes Schulessen sei eine wichtige Voraussetzung für ein gesundes Aufwachsen, sagt Gesundheitsministerin Anita Tack (Linke). Auch das Unternehmen Sodexo nimmt mit einigen Schulmensen im Land an der Aktion teil. Insgesamt essen in der Region Berlin-Brandenburg schätzungsweise 180.000 Kinder täglich in der Schulmensa. In den Grundschulen liegt der Anteil bei 50 Prozent, in den weiterbildenden Schulen sinkt er auf rund 30 Prozent. Die Zahlen haben sich durch den Sodexo-Skandal laut Vernetzungsstelle Schulverpflegung kaum verändert.

Von Ulrich Nettelstroth

Kommentar: Essen ist wichtig

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Beim Thema Schulverpflegung schlagen die Wogen der Erregung immer wieder hoch. Gute Ernährung ist nicht nur wichtig für das Wachstum der Kinder. Auch der Geschmack für das spätere Leben wird in dieser Zeit wesentlich geprägt. Wer sich als Schüler angewöhnt, mit Snacks und Süßem über den Tag zu kommen, wird das auch als Erwachsener so halten. Insofern überrascht nicht, dass Krankenkassen das Thema beackern. Es überrascht vielmehr, dass bisher so wenig passiert. Sicher, es ist nicht einfach, die widersprüchlichen Erwartungen zu bedienen. Eltern wollen gesundes Essen für ihre Kinder, allerdings nicht zu teuer. Die Kinder selbst wollen, dass es lecker ist und meinem damit im Zweifelsfall etwas anderes als Mutter und Vater. Und die Caterer wollen Geld verdienen. Trotzdem wäre mehr drin. Es müsste die Kultur des Mittagessens verändert werden. Bisher sieht es an vielen Schulen so aus, dass die Kinder ihre Mahlzeit mit wenig Zeit in einem engen, ungemütlichen Raum hinunterschlingen müssen. Ohne ausreichende Pause und gemütlichem Speiseraum schmeckt das beste Essen aber nur halb so gut. Und die Fragen der Ernährung müssten stärker in den Lehrplan hinein, am besten so praktisch wie möglich in einer Lehrküche. Schließlich gehört Essen zu den Dingen im Leben, die wirklich wichtig sind.

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