Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Das bedeuten die Waldbrandgefahrenstufen
Brandenburg Das bedeuten die Waldbrandgefahrenstufen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:12 04.07.2019
Ein Warnschild im Landkreis Oder-Spree. Quelle: dpa
Potsdam

Brandenburg verfügt über eine Waldfläche von rund 1,1 Millionen Hektar – das sind 37 Prozent der gesamten Landesfläche. Bei anhaltender Trockenheit wie derzeit, kann hier schon der kleinste Funke eine Katastrophe auslösen. Damit das nicht passiert, gibt es die Waldbrandgefahrenstufen. Je nach Stufe gibt es unterschiedliche Dinge, die man beachten sollte. Wir beantworten die wichtigsten Fragen:

Wie und wann werden die Gefahrenstufen ermittelt?

Die Waldbrandgefahr ist vor allem von der Witterung und der Vegetation abhängig. Die Faktoren, die für die Einstufung eine Rolle spielen, sind Niederschlag, Temperatur, Windstärke sowie Luftfeuchte und die sogenannte Streufeuchte. Dabei wird berechnet, ob die Bodenauflage im Wald (also abgestorbene Nadeln oder Blätter aus dem Vorjahr) zündempfindlich ist oder nicht.

Der Deutsche Wetterdienst errechnet an Hand dieser Werte den sogenannten Waldbrandgefahrenindex (WBI) und leitet daraus die Waldbrandgefahrenstufen ab. Die Waldbrandgefahrenstufen werden immer für einen gesamten Landkreis festgelegt. Die aktuellen Werte sind online auf einer Karte des Landes Brandenburg hinterlegt. Der WBI kann im Einzelfall von den örtlichen Einschätzungen abweichen.

Sie werden täglich um 8 Uhr aktualisiert und gelten dann für 24 Stunden. Da die Berechnung vor allem von Witterungsdaten abhängig ist, erfolgt immer nur die Angabe für den aktuellen Tag. Der Deutsche Wetterdienst veröffentlicht auf seiner Internetseite auch Prognosewerte für die Folgetage. Diese werden aber im Tagesverlauf aktualisiert und sind nicht verbindlich.

Was bedeuten die Waldbrandgefahrenstufen?

Waldbrandgefahrenstufen stellen die unterschiedliche Gefahr für die Entstehung eines Waldbrandes dar und sollen die Bevölkerung für diese Gefahr sensibilisieren. Dabei wird die Gefahr für die Entstehung eines Waldbrandes auf einer Skala von 1 bis 5 dargestellt. Laut Landwirtschaftsministerium Brandenburg bedeutet 1 sehr geringe Gefahr, 2 geringe Gefahr, 3 mittlere Gefahr, 4 hohe Gefahr und 5 sehr hohe Gefahr. Grundsätzlich ergeben sich allein aus diesen Abstufungen keine rechtlichen Vorschriften. Die Feuerwehren geben dennoch Empfehlungen für Verhaltensregeln im Wald:

Waldbrandgefahrenstufe 1 - Sehr geringe Gefahr: Der Wald kann - wie sonst auch - ohne Einschränkungen betreten werden.

Waldbrandgefahrenstufe 2 - Geringe Gefahr: Um Zündquellen zu vermeiden, ist erhöhte Vorsicht geboten. Das Abstellen von Fahrzeugen auf Waldparkplätzen ist gestattet. Allerdings sollte es an Stellen mit trockener Bodenvegetation möglichst vermieden werden - denn heiße Auspuffanlagen können hier zum Risiko werden.

Waldbrandgefahrenstufe 3 - Mittlere Gefahr: Es besteht eine erhöhte Waldbrandgefahr und entsprechend ist noch mehr Vorsicht geboten als schon bei Stufe 2. Wege mit trockener Bodenvegetation sollte man nur befahren, wenn es nicht anders geht. Gefährdungsträchtige Waldarbeiten wie Schlagreisig verbrennen, Schweißen, Sprengen, Ausbringen leicht brennbarer Chemikalien dürfen nicht mehr ausgeführt werden.

Waldbrandgefahrenstufe 4 - Hohe Gefahr: Bei dieser Stufe besteht ein aktiver Brandschutz des Waldes. Das heißt die zuständige Forstbehörde kann den Wald ab dieser Stufe sperren - davon macht sie in der Regel aber keinen Gebrauch, da jeder Besucher auch ein potenzieller Brandmelder ist. 

Mehr zum Thema

Waldbrand Themenseite

Das bedeuten die Waldbrandgefahrenstufen

Brandenburgs Wälder brennen am häufigsten

Waldbrandgefahrenstufe 5 - Sehr hohe Gefahr: Die Forstbehörde darf den Wald  sperren und damit jegliches Betreten und Befahren untersagen. Ausnahmen gelten nur für Waldbesitzer und Kontrolltätigkeiten, sowie für Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz. Weitere Sicherheitsmaßnahmen können für Flächen außerhalb des Waldes im Einzelfall durch die zuständige Kommune verfügt werden.

Warum erfolgt die Angabe der Waldbrandgefahr nicht mehr als Waldbrandwarnstufe?

2014 wurde eine bundeseinheitliche Darstellung der Waldbrandgefahr beschlossen. Die bis dahin in den neuen Bundesländern üblichen Waldbrandwarnstufen I bis IV wurden durch die Waldbrandgefahrenstufen 1 bis 5 abgelöst. Auch der Deutsche Wetterdienst verwendet diese Skalierung.

Welche Vorsichtsmaßnahmen gelten?

Rauchen im Wald und in der Feldflur ist verboten, ebenso wie das Werfen von noch glimmenden Zigarettenkippen aus dem Autofenster. Feuer darf man nur mit 50 Meter Sicherheitsabstand zum Waldrand entzünden. Wer einen Brand bemerkt, sollte unverzüglich die Feuerwehr (Notruf 112) oder die Polizei (Notruf 110) anrufen. Teilen Sie mit, wo genau es brennt, was brennt (Bodenfeuer oder schon die Baumkronen) und ob Menschen in Gefahr sind.

Was passiert, wenn man sich nicht daran hält?

Ordnungswidrigkeiten können gemäß Waldgesetz (Vorschrift § 23) mit einer Geldbuße bis zu 20.000 Euro geahndet werden. Unabhängig von der Waldbrandgefahr ist es in Brandenburg das ganze Jahr über verboten im Wald und in einem Abstand von weniger als 50 Metern vom Waldrand entfernt ein Feuer anzuzünden oder zu rauchen. Dazu gehört auch das Grillen an Seeufern in Waldnähe (§ 23 (1) LWaldG).

Waldbrandgefahrenstufe 3 ist an einem Schild in der Oberförsterei Briesen im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg) zu lesen. Die Trockenheit sorgt für anhaltende Waldbrandgefahr in Brandenburg. Quelle: Patrick Pleul/dpa

Darf man den Wald bei erhöhter Gefahr wirklich gar nicht mehr betreten?

Zum Zwecke der Erholung ist das Betreten des Waldes grundsätzlich jedermann gestattet. Von diesem Grundsatz kann in Ausnahmefällen abgewichen werden. Ab Waldbrandgefahrenstufe 4 kann durch die untere Forstbehörde der Wald für das Betreten gesperrt werden, wenn dies zum Schutz des Waldes oder seiner Besucher notwendig ist. Davon wird jedoch nur in Ausnahmefällen Gebrauch gemacht. Im Falle einer Sperrung wird der Wald an den Zugängen entsprechend durch Schilder gekennzeichnet (§ 23 (2) LWaldG). Es ist darauf zu achten, dass Kraftfahrzeuge nicht über trockenem Gras abgestellt werden. Heiße Fahrzeugteile (z. B. Katalysatoren) werden schnell zur Zündquelle. Zufahrtswege zum Wald müssen für Rettungsfahrzeuge und Feuerwehr immer freigehalten werden.

Darf man bei Waldbrandgefahr auf Privatgrundstücken in Waldnähe grillen?

Das Waldgesetz verbietet Feuer in einem Abstand von weniger als 50 Metern zum Waldrand. Das Waldgesetz sieht für einen begrenzten Personenkreis Ausnahmen vor. So müssen z. B. Nutzungsberechtigte auf ihren Grundstücken nur einen Abstand von 30 Metern zum Waldrand einhalten, wenn sie ausreichend vorbeugende Brandschutzmaßnahmen ergreifen. Bei Waldbrandgefahrenstufe 4 oder 5 gelten diese Ausnahmeregelungen aber nicht mehr (§ 23 (1) LWaldG).

Darf man bei Waldbrandgefahr Feuerwerk zünden oder Fluglaternen nutzen, zum Beispiel bei einer Hochzeit?

Der Umgang mit Feuer im Wald bzw. in der Nähe von Wald (50 m) sowie der Umgang mit brennenden oder glimmenden Gegenständen richtet sich nach den Regelungen des § 23 LWaldG. Die in Absatz 1 genannten Verbote beziehen sich auch auf das Anzünden und Abrennen von Feuerwerkskörpern.

Dies bedeutet, dass weder Zündort, noch mögliche Flugbahn des brennenden Flugkörpers, noch der Explosionsort einschließlich des niedergehenden Funkenfluges weniger als 50 m an den Waldrand heranreichen darf. Um eine Waldbrandgefährdung durch Feuerwerkskörper auszuschließen ist also ein wesentlich größerer Abstand als 50 m vom Wald einzuhalten. Unabhängig von der aktuellen Waldbrandgefahrenstufe muss deshalb beim Abbrennen eines Feuerwerks ein so großer Abstand gewählt werden, dass während aller Phasen des Brennvorgangs ein Abstand von 50 m zum Wald gewährleistet ist.

Unabhängig vom Abstand zum Wald oder der jeweiligen Waldbrandgefahrenstufe besteht in Brandenburg ein generelles Verbot zum Betrieb von Fluglaternen. Geregelt ist dies seit 2010 in der Fluglaternenverordnung. Danach ist es nicht gestattet unbemannte Ballone aufsteigen zu lassen, bei denen die Luft im Balloninneren mit Brennstoffen erwärmt wird.

Von MAZonline

Das Land hat in dieser Förderperiode (2014-2020) erst ein Drittel der zur Verfügung stehenden Mittel für die drei großen Strukturfonds ausgegeben. Das ergab eine Abfrage in den Förderressorts der Regierung. Die sieht sich dennoch im Plan und hofft auf eine Bewilligung der noch ungenutzten Mitteln bis Ende 2020.

26.04.2019

Wegen der extremen Trockenheit gilt nun in allen märkischen Landkreisen die höchste Waldbrandstufe 5. Nach den Bränden in Nassenheide und bei Jüterbog gab es in der Nacht zu Dienstag ein weiteres Feuer.

23.04.2019

Die Sonne hat Ostern vielerorts zu einem sommerlichen Fest gemacht. Und: Das Wetter soll zunächst so bleiben. Meteorologen rechnen mit hohen Temperaturen.

23.04.2019