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Brandenburg Das dicke Geschäft mit dem Heimatgefühl
Brandenburg Das dicke Geschäft mit dem Heimatgefühl
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11:39 18.07.2013
Brandenburg steht zumindestens drauf. Quelle: Wolfgang Eckardt
Potsdam

Für Gunnar Hemme ist der Stuttgarter Richterspruch ein Segen. „Das ist toll für uns regionale Anbieter“, sagt der 43-Jährige. Ihn und seine Kollegen störe es schon lange, dass der Milchriese Campina mit Brandenburg werbe, obwohl gar kein Brandenburg drin ist. Das, hat das Oberlandesgericht in Stuttgart nun entschieden, ist so nicht zulässig. Die Firma muss für den Verbraucher deutlich machen, dass die „Mark-Brandenburg“-Milch von Kühen aus Nordrhein-Westfalen stammt.

Die Hemme-Milch hingegen haben märkische Kühe geliefert, die in unmittelbarer Nähe von Gunnar Hemmes gleichnamiger Molkerei im uckermärkischen Schmargendorf im Stall stehen. „Zwischen den Kühen und den Kunden sind nur wir“, erläutert der Landwirt, der auch das Berliner Hotel Adlon beliefert, sein Lokalkonzept. Dass dieses stimmig ist, findet auch die Stiftung Warentest: „Hemme Milch“ wurde 2012 mit „sehr gut“ bewertet. Nicht wegen des Geschmacks, sondern weil der Verbraucher sich darauf verlassen könne, tatsächlich ein Regionalprodukt zu trinken. Nur vier Milch anbieter bekamen die Bestnote, darunter drei aus der Mark. Auch die Gläserne Molkerei in Münchehofe (Dahme-Spreewald) und das Ökodorf Brodowin in Chorin (Barnim) betreiben keinen Etikettenschwindel, so die Tester.

Die Regel sei das nicht, sagen Verbraucherschützer. „Regionale Produkte sind in. Das bringt die Firmen auf den Plan“, sagt Heidrun Franke von der Verbraucherzentrale Brandenburg. Tatsächlich: Das Geschäft mit der Heimat geht gut. Laut einer Umfrage des Bundesverbraucherschutzministeriums achtet fast die Hälfte aller Verbraucher beim Einkaufen darauf, dass Produkte aus einer bestimmten Region kommen. Und: Vier von fünf Befragten geben dafür auch gern mehr Geld aus.

„Regional“ bedeutet für die Kunden laut Stiftung Warentest, dass die Zutaten für das Produkt überwiegend aus der Region stammen und es auch dort produziert wird. Dass dem oft nicht so ist, zeigt die vom Verbraucherschutzministerium geförderte Internetseite „lebensmittelklarheit.de“. Dort sind Produkte gelistet, die mit einem Regionalbezug werben, obwohl sie woanders hergestellt werden (siehe unten). Welche geografischen Verwerfungen das mit sich bringen kann, zeigt das Produkt eines Schweizer Herstellers. „Bündnerfleisch“ ist eine Spezialität aus dem Kanton Graubünden. Auf der Verpackung ist groß das Matterhorn abgebildet. Dieses befindet sich weit entfernt davon im Kanton Wallis. Inzwischen, sagt die Ernst Sutter AG, sei die Verpackung vom Markt genommen.

Die nun gerügten Mark-Brandenburg-Verpackungen lassen ebenfalls Zweifel an den Erdkundekenntnissen der Marketingstrategien aufkommen. Der Milchkarton zeigt Kühe auf einer Wiese – und Berge. Der höchste Hügel Brandenburgs ist stolze 200 Meter hoch.

Von Marion Kaufmann

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