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Brandenburg Das sind Brandenburgs Wahlverlierer
Brandenburg Das sind Brandenburgs Wahlverlierer
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07:17 24.09.2013
Andrea Voßhoff und Angelika Krüger-Leißner (r.).
Andrea Voßhoff und Angelika Krüger-Leißner (r.). Quelle: Montage: MAZ
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Potsdam

Wenn der Sieg das Aus bedeutet: Eine der tragischsten Wahlverliererinnen in Brandenburg kommt ausgerechnet von der triumphierenden CDU. Andrea Voßhoff lieferte sich im Wahlkreis 60 ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Frank-Walter Steinmeier (SPD), legte im Vergleich zu 2009 um 8 Prozent zu, doch am Ende lag der Ex-Kanzlerkandidat hauchdünn vorn. Eigentlich kein Drama, Voßhoff stand auf dem sicher geglaubten Listenplatz 4. Aber: Weil die CDU bis auf ihres alle Direktmandate holte, zog die Landesliste nicht mehr, eine Rettung über die Zweitstimmen war unmöglich. Nach 15 Jahren im Bundestag ist Voßhoff nun draußen. Bereits am Wahlabend deutete die 55-Jährige betroffen an, in ihren alten Beruf als Rechtsanwältin zurückkehren zu wollen.

Schäfchen zählen kann jetzt auch Martin Neumann. Der Spitzenkandidat der märkischen FDP ist nach dem Wahldebakel seiner Partei seinen Job als Bundespolitiker nach einer Legislatur wieder los. „Das tut schon sehr weh“, sagte Neumann gestern der MAZ. Der 57-Jährige hat nun mehr Zeit für seine Kamerunschafe, die er auf seinem Grundstück im Spreewald hält, als ihm lieb ist. Doch auf der Straße steht der Hobbytierhalter nicht: Von seiner Professor an der Hochschule Magdeburg-Stendal war der Ingenieur nur beurlaubt. Ob er dorthin zurückkehrt, ist aber noch ungewiss. „Ich muss das jetzt alles in Ruhe ausloten“, sagt er.

Große Ziele, aber zu wenige Stimmen: Unter den Verlierern der Wahl in Brandenburg sind langjährige Abgeordnete wie Angelika Krüger-Leißner (SPD), die 15 Jahre im Bundestag saß, und prominente Quereinsteiger wie Anke Domscheit-Berg von der Piratenpartei. Besonders tragisch: Eine CDU-Politikerin, die ihr Mandat verloren hat, weil ihre Partei zu gut abgeschnitten hat.

Auf der Parlamentarierbank fehlt auch die einstige „Miss Bundestag“ Dagmar Enkelmann. In Märkisch-Oderland musste sich die Parlamentarische Geschäftsführerin der Linksfraktion im Bundestag CDU-Mann Hans-Georg von der Marwitz geschlagen geben. Mit schwerwiegenden Folgen: Die siegessichere Enkelmann hatte auf eine Absicherung über die Liste verzichtet, weil sie mit dem Kurs des Linke-Landesverbandes nicht einverstanden war. „An alle, die jetzt meinen, mich mit Trost zu überhäufen: Ich habe ein Superwahlergebnis erreicht“, schreibt sie bei Facebook. Immerhin habe sie die meisten Stimmen aller linken Direktkandidaten geholt. Sie werde ihre Kraft jetzt in die parteinahe Rosa-Luxemburg-Stiftung stecken, deren Vorsitzende sie ist.

Gescheitert ist ein weiterer Promi: Die Bevollmächtige des Landes beim Bund, Tina Fischer (SPD), galt im Wahlkreis 62 als Favoritin – und unterlag der CDU-Newcomerin Jana Schimke. Mit Listenplatz 8 hatte sie keine Reißleine mehr. Fischer war zuvor in die Kritik geraten, weil sie sich auf dem Stimmzettel als Anwältin ausgegeben hatte, obwohl sie den Beruf nicht mehr ausübt.

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Welchem Beruf sie künftig nachgehen will, lässt Angelika Krüger-Leißner offen. Sie ist geschockt. Vor vier Jahren hatte die SPD-Frau aus dem Havelland ihr Direktmandat noch verteidigen können, nun siegte die CDU. Platz 6 auf der Liste konnte sie nicht retten. Wie bei Andrea Voßhoff hat es auch mit ihr ein Bundestags-Urgestein erwischt: Nach 15 Jahren fliegt „AKL“ aus dem Parlament.

Weitere Infos zur Wahl: www.MAZ-online.de/wahl2013

Von Marion Kaufmann

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