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Brandenburg Das waren die größten Kriminalfälle des Jahres in Brandenburg – Teil 2
Brandenburg Das waren die größten Kriminalfälle des Jahres in Brandenburg – Teil 2
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19:38 26.12.2019
Die Brandenburger Justiz musste sich im Laufe des Jahres 2019 mit ganz unterschiedlichen Straftaten befassen. Quelle: MAZ-Bildcollage mit Material von Sebastian Morgner Sebastian Morgner/Blaulichtreport Oberhavel/Oliver Fischer/Victoria Barnack
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Potsdam

Die Brandenburger Justiz musste sich im Laufe des Jahres 2019 mit ganz unterschiedlichen Straftaten befassen. Manche Täter beschäftigen Polizei, Staatsanwaltschaft und Gerichte schon seit Jahren, andere Taten haben sich erst in diesem Jahr ereignet. Wir haben die wichtigsten Fälle für Sie zusammengefasst, sortiert nach Region:

>> Mehr dazu: Hier geht es zu weiteren zehn großen Kriminalfällen

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Oberhavel

Tödlicher Unfall zwischen Oranienburg und Germendorf

Ein Holzkreuz erinnert am Unfallort an Ariane K. Quelle: Sebastian Morgner

Rollerfahrerin Ariane K. kam im November 2017 in Folge eines Unfalls zwischen Oranienburg und Germendorf ums Leben. Der Unfallverursacher Steven K. musste sich dafür vor Gericht wegen fahrlässiger Tötung verantworten, erhielt eine Bewährungsstrafe.

Steven K. hatte einen Linienbus überholt und dabei die Verkehrssituation falsch eingeschätzt. Er hatte den Bus mit seinem Pkw erst zur Hälfte überholt, als er frontal mit Ariane K. auf dem Roller kollidierte. Sie erlitt schwerste Verletzungen, denen sie noch am gleichen Tag erlag.

Familie stirbt bei Unfall auf der B96

Alle drei Insassen des Pkw kamen bei dem Verkehrsunfall auf der B96 ums Leben. Blaulichtreport - Oberhavel Alle drei Insassen – zwei Erwachsene und ein Kind – eines Autos kamen im Juli zwischen Nassenheide und Teschendorf ums Leben. Der Wagen war am Ende einer scharfen Linkskurve in den Gegenverkehr geraten und frontal mit einem entgegenkommenden Lkw kollidiert.

>> Lesen Sie dazu auch: Warum passieren auf der B 96 so viele tödliche Unfälle?

Ohrenbetäubender Knall beschäftigt Oranienburger

Ein mysteriöser Knall in Oranienburg hat Anfang 2019 zahlreiche Einwohner beunruhigt. Der Knall schreckte viele Menschen in einer Januar-Nacht um kurz vor Mitternacht auf. Auch von Lichtblitzen war die Rede.

Wenig später nahm die Kriminalpolizei Ermittlungen auf. Der Grund: Ein Zeuge hatte den Knall gehört, das Licht gesehen und anschließend einen dunkel gekleideten Mann weglaufen sehen. Anfang Dezember gab es erneut einen lauten Knall. Auch in diesem Fall ist die Ursache unbekannt.

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Dahme-Spreewald

Polizisten suchen bei Wolzig nach vermisster Rebecca

Die Polizei suchte zwischen Wolzig und Kummersdorf (Dahme-Spreewald) nach der vermissten 15-jährigen Rebecca aus Berlin. Quelle: Oliver Fischer

Gesucht wurde die Jugendliche unter anderem in einem Waldstück nahe des Heideseer Ortsteils Wolzig. Dutzende Polizisten sowie Personensuch- und Leichenspürhunde waren im Einsatz. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass Rebecca getötet wurde. Bis heute wurde die Jugendliche aber nicht gefunden.

>> Lesen Sie dazu auch: Fall Rebecca – die wichtigsten Fakten in der Übersicht

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Teltow-Fläming

Mordverdacht ohne Leiche

Einem Zossener (50) wurde vorgeworfen, seine seit dem 27. März vermisste Frau Claudia K. (48) getötet zu haben. Sie war verschwunden, nachdem sie zuletzt an der Grundschule in Groß Machnow gesehen worden war. Einen Tag später meldete ihr Ehemann sie als vermisst.

Kurze Zeit später geriet er in den Fokus der Ermittler, wurde festgenommen und saß seither in Untersuchungshaft. Im Dezember 2019 sollte der Prozess zu diesem „Mord ohne Leiche“ beginnen. Der Rolls-Royce-Ingenieur nahm sich jedoch in der Haft das Leben.

Feuer auf Areal einer Industrieruine

Ein Feuer in einer Luckenwalder Industrieruine beschäftigte die Feuerwehr im August. Quelle: Victoria Barnack

brach in der Luckenwalder Innenstadt ein Feuer in einer Industrieruine aus

Die Sperrungen gelten bis heute und mindestens noch bis Februar 2020. Erst dann könne nach derzeitiger Planung eine Standsicherheit für das Gebäude gegeben werden, heißt es seitens der Unteren Denkmalschutzbehörde. Die Polizei ermittelt indes weiter wegen des Verdachts der Brandstiftung.

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Ostprignitz-Ruppin

Mann sorgt in Wittstock für Angst und Schrecken

Magomed M., ein in Wittstock lebender Tschetschene, meinte offenbar lange Zeit, über dem Gesetz zu stehen und nach Belieben Straftaten verüben zu können. Der in Grosny geborene Mann, der Anfang 2015 mit seiner Familie nach Deutschland kam, hatte schon Diebstahl, Körperverletzung, Verkehrsverstöße, Drogenhandel und Sexualstraftaten auf dem Kerbholz – nur seine Verhaftung Anfang 2018 konnte ihn stoppen. Er wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Die Vorsitzende Richterin bescheinigte dem Tschetschenen, der in Wittstock für Angst und Schrecken gesorgt hatte, dass er keinerlei Respekt vor dem Deutschen Staat und vor Recht und Gesetz habe. So hatte er im September 2017 seine damalige Freundin geschlagen, gefesselt und gedroht, sie anzuzünden, weil sie Schluss machen wollte.

Er überredete eine Zwölfjährige zum Sex, gab Drogen an Minderjährige weiter, fuhr ohne Führerschein, sprang in einem Einkaufszentrum ohne jeden Anlass einem Familienvater mit Wucht in den Rücken.

Bewährung und Gefängnis nach Überfall in Neuruppin

Wegen des Überfalls auf die Neuruppiner Filiale der Fast-Food-Kette McDonalds stehen seit Oktober der 30-jährige Somalier Hanad A. und der 19-jährige Syrer Mohamed A. vor Gericht. Die beiden werden beschuldigt, am 20. Januar die McDonalds-Filiale in Neuruppin überfallen zu haben, maskiert und mit Schreckschusspistolen bewaffnet.

Sie erbeuteten etwas über 7000 Euro und hinterließen drei geschockte Angestellte, von denen eine bis heute nicht arbeitsfähig ist. Das Landgericht hat am 17. Dezember das Urteil in dem Fall gesprochen. Mohamed A. wurde zu einer Jugendstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt, Hanad A. muss dagegen für fünf Jahre ins Gefängnis.

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Prignitz

Bewährungsstrafe wegen der Misshandlung Schutzbefohlener

Vor das Landgericht ging auch der Fall des Mannes, der in einer Jugendeinrichtung im Amt Meyenburg Schutzbefohlene misshandelt haben soll. Dem gebürtigen Mannheimer wurde unter anderem vorgeworfen, Jugendliche mit Brennnesseln ausgepeitscht zu haben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde die Einrichtung geschlossen.

Der 54-jährige Betreuer war vom Amtsgericht in Perleberg zu einer Freiheitsstrafe von neun Monaten auf Bewährung verurteilt worden, legte dagegen aber Berufung ein. Das Landgericht Neuruppin lehnte die Berufung ab und bestätigte das Urteil der Perleberger Amtsrichter. 

>> Mehr dazu: Das waren 2019 die größten Kriminalfälle in Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz

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Frankfurt (Oder)

Erst gequält, dann in die Oder geschubst

Weil zwei Frauen eine andere im Januar erst misshandelt und anschließend in die eiskalte Oder gestoßen haben sollen, mussten sie sich vor dem Landgericht Frankfurt (Oder) verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf den beiden vorbestraften Angeklagten im Alter von 19 und 31 Jahren versuchten Mord aus niedrigen Beweggründen vor.

Beide Frauen haben Geständnisse abgelegt, was sich strafmildernd ausgewirkt hat. Die 31-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von sieben Jahren und acht Monaten verurteilt, die 19-Jährige erhielt eine Jugendstrafe von fünfeinhalb Jahren.

>> Lesen Sie dazu auch: Prozess um Stoß in Oder – Verurteilung wegen versuchten Mordes beantragt

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Von Stephanie Philipp