Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Trotz Lockdown: Arbeitsmarkt in Brandenburg hat sich weiter entspannt
Brandenburg

Der Arbeitsmarkt in Brandenburg hat sich im November weiter entspannt

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:56 01.12.2020
In der Gastronomie gab es im November wegen des zweiten Lockdowns kaum Arbeit...
In der Gastronomie gab es im November wegen des zweiten Lockdowns kaum Arbeit... Quelle: Sebastian Gollnow/dpa
Anzeige
Potsdam

Der Teil-Lockdown im November und die trüben Aussichten setzen vielen Unternehmern in Brandenburg zu. Doch auf dem Arbeitsmarkt haben die tiefgreifenden Corona-Maßnahmen im vergangenen Monat keine nennenswerten Spuren hinterlassen. Die Zahl der arbeitslos gemeldeten Menschen ging in Brandenburg sogar gegenüber dem Vormonat um 1122 leicht zurück und lag bei 80.099. Die Arbeitslosenquote betrug 6,0 Prozent – 0,1 Prozentpunkte weniger als im Oktober.

Der Rückgang ist saisonal üblich, fiel aber deutlich gebremst aus, wie der Vergleich zum November 2019 zeigt: Damals waren 8000 Menschen weniger arbeitslos gemeidet als heute. „Der Arbeitsmarkt reagiert angesichts der Belastungen durch die Pandemie noch immer robust“, teilte der scheidende Chef der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Bernd Becking, mit, der künftig für die Europäische Kommission arbeiten wird.

Becking schätzt die Lage als fragil ein und verweist auf die vom neuerlichen Lockdown gebeutelten Branchen: „Besonders die Bereiche Tourismus, Gastgewerbe, Teile des Handels und das Veranstaltungswesen müssen mit Umsatz- und Auftragseinbrüchen kämpfen“, sagte er.

Kurzarbeit nimmt zu

Es seien vor allem die Regelungen zur Kurzarbeit, die die Unternehmen entlasten und damit zur Verhinderung von Entlassungen und einer steigenden Arbeitslosigkeit beitragen. Außerdem kann die Arbeitsmarktstatistik noch nicht alle Folgen des Lockdowns widerspiegeln: Stichtag der Erhebung ist der 11. November.

Die regionalen Zahlen zur Kurzarbeit stehen noch aus. Der Anteil der Unternehmen, die im November Kurzarbeit beantragt haben, sei deutlich gestiegen, hieß es. Bundesweit gingen vom 1. bis 25. November für 537.000 Beschäftigte Kurzarbeits-Anzeigen ein, ein gutes Drittel davon aus dem Gastgewerbe. Im Oktober waren es noch 148.000 Anzeigen.

UVB warnt vor Strukturbrüchen

„Die Unternehmen kämpfen in der Corona-Krise um jeden einzelnen Job. Die November-Daten vom Arbeitsmarkt zeigen, dass das noch erstaunlich gut gelingt“, sagte Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg. Noch immer würden viele Betriebe auf ein schnelles Comeback nach der Pandemie hoffen, doch die Erfolgsaussichten würden mit jedem Lockdown-Monat trüber, warnte er.

Die Belastungen für die betroffenen Branchen seien enorm. „Hier drohen Strukturbrüche – mit entsprechenden Folgen für die Arbeitsplätze. Die Hilfen des Staates sind oft gut gemeint, aber nicht gut gemacht“, so Amsinck. Die Hilfen müssten schneller bei den Betrieben ankommen.

Gestärkt aus der Krise?

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) zeigte sich zuversichtlich, dass Brandenburg sogar gestärkt aus der Krise hervorgehen könne. Er verwies auf die Ansiedlung des US-Autobauers Tesla in Grünheide, wo nicht nur Elektroautos produziert, sondern womöglich auch das größte Batteriewerk der Welt entstehen könnte.

Mit einer Arbeitslosenquote von 6 Prozent liege man nur knapp über dem Bundesdurchschnitt von 5,9 Prozent. Im Schnitt der ostdeutschen Bundesländer lag die Arbeitslosenquote bei 7,3 Prozent. „Das zeigt, wie gut wir aufgestellt sind und wie robust unsere Wirtschaft inzwischen ist.

Auch der Ausbildungsmarkt schient sich inzwischen beruhigt zu haben. Anfangs sah es noch so aus, als würden wegen der Corona-Krise viele Stellen unbesetzt bleiben oder sich viele Betriebe aus der Ausbildung zurückziehen. Die Zahl der angebotenen Stellen lag aber fast stabil bei 13.370 – etwa 2,8 Prozent weniger als im Vorjahr.

Von Torsten Gellner