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Brandenburg Wenn der Mond die Sonne berührt
Brandenburg Wenn der Mond die Sonne berührt
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21:53 27.02.2015
Der Südhimmel am Frühlingsanfang gegen 22 Uhr. Quelle: Uwe Schierhorn (mit Stellarium)

Der Monat März war bis ins Jahr 153 v.Ch. der erste Monat im Jahr. Erst ein Beschluss des römischen Senats legte den Jahresbeginn auf den Januar. Die sogenannten Zählmonate September (von lateinisch "septem" = sieben), Oktober (lat.: octo = acht), November (lat.: novem = neun) und Dezember (lat.: decem = zehn) rücken damit zwei Positionen weiter nach vorne, haben aber bis heute ihre ursprünglichen Namen behalten.

Im März liegt der Frühlingsbeginn, der Zeitpunkt, an dem die Sonne an einem Ort der Erde auf dem Äquator den Zenitstand erreicht. In diesem Jahr ist das am 20. März um 23.45 Uhr (MEZ) der Fall. Der betreffende Ort liegt ca. 2000 km südwestlich von Hawaii im Pazifik auf dem Äquator. Der erste Vollmond nach diesem Termin legt mit dem darauffolgenden Sonntag den Ostertermin fest. Da dieser am Sonnabend, dem 4. April ist, folgt der Ostersonntag somit unmittelbar am 5. April.

Nach dem Frühlingsbeginn werden wieder die Uhren umgestellt. Am Sonntag, den 29. März, drehen wir um 02.00 Uhr (MEZ) die Uhren vor auf 03.00 Uhr (MESZ) und überspringen so eine Stunde. Immerhin 210 Tage (57,5 % des Jahres) leben wir dann mit dieser Zeit, bei der z.B. die Sonne erst gegen 13.00 Uhr ihren Höchststand erreicht. Die Zeiten für die Sonne und den Mond sind entsprechend angepasst.

Übrigens gibt es die gesetzlich geregelte Sommerzeit seit 1980. In Deutschland gab es in den Jahren 1916 - 1918 schon einmal eine gesetzliche Sommerzeit. Im Jahr 1947 wurde sogar eine „Hochsommerzeit“ angeordnet, während dieser die Uhren zwei Stunden vorgestellt wurden. Heute ist jedoch der der eigentliche Grund der Einführung, nämlich Energie zu sparen, höchst umstritten und z.T. widerlegt. Da die Abkehr von der Sommerzeitumstellung jedoch durch ein neues Gesetz viele parlamentarische Hürden nehmen müsste, werden wir uns wohl noch etliche Jahre mit ihr begnügen müssen.

Das beginnende Som­mer­halbjahr lässt bei den Stern­bildern die Winter­stern­bilder um Orion am Abend an den West­horizont rücken und gegen Mitternacht unter­gehen. Die Frühlingsstern­bilder Löwe, mit dem hellen Hauptstern Regulus, und Jungfrau, mit der hellen Spika, dominieren jetzt den Südhimmel. Zusammen mit Arktur werden diese drei Sterne insbesondere in Nordamerika als Frühlingsdreieck bezeichnet. Im Westen ist noch das in Winterdreieck aus Beteigeuze (Orion), Sirius (Großer Hund) und Prokyon (Kleiner Hund) ein Begriff, welcher ebenfalls eher in Nordamerika üblich ist. Auch sehen die Amerikaner im „Kopf des Löwen“ mit der „Brustpartie“ und dem Hauptstern Regulus eine Sichel (engl.: sickle). Mit der globalen Vereinheitlichung der Sternbilder im Jahre 1925 ist aber auch dort der offizielle Name Löwe gebräuchlich.

Von den Planeten erfreuen uns im März die Venus als heller „Abendstern“ im Westen und der Jupiter im Sternbild Krebs die gesamte Nacht. Venus wird am Monatsende erst gegen 23.15 Uhr (MESZ) untergehen. Merkur und Saturn sind unsichtbar und Mars noch kurz in der Abenddämmerung im Westen zu sehen.

Am Freitag, dem 20. März 2015, ereignet sich eine totale Sonnenfinsternis. Der Mond steht so zwischen Sonne und Erde, dass sein Kernschatten die Erdoberfläche trifft. Dieser Schatten rast nord­ostwärts über den Atlantischen Ozean, streift die Färöer Inseln und verlässt unmittelbar vor dem Nordpol die Erdoberfläche. In Brandenburg werden wir daher diese totale Sonnenfin­sternis nur partiell erleben können. Um 9.38 Uhr beginnt sich der Mond vor die Sonne zu schieben, um 10.47 Uhr ist mit 79% der Sonne das Maximum der Bedeckung erreicht, um 11.58 Uhr gibt der Mond dann die Sonne wieder vollständig frei.

Beim Beobachten der Sonnenfinsternis muss man besondere Vorsicht walten lassen. Ohne Schutz der Augen durch spezielle Sonnenfinsternisbrillen kann es schnell zu nicht zu heilenden Augenschäden kommen. Berußte Gläser oder Ähnliches bieten keinen ausreichenden Schutz. Insbesondere sollte die Sonne nur mit fachkundiger Anleitung durch ein mit Sonnenfiltern bestücktes Teleskop beobachtet werden. Die Mitglieder des Sternwartenvereins in Dahlewitz sind auf jeden Fall am 20. März in ihrer Sternwarte und stellen ihre Beobachtungsgeräte zur Verfügung (vgl. www.sternwartedahlewitz.de). Die nächste in Brandenburg partiell zu beobachtende, eigentlich ringförmige, Sonnenfinsternis ereignet sich am 10. Juni 2021 um die Mittagszeit, jedoch wird der Bedeckungsgrad unter 20% liegen. Um eine totale Sonnenfinsternis zu erleben, müssen die Dahmeländer eher reisen, denn im Dahmeland wird es im 21. Jahrhundert keine solche geben.

Daten:

Sonnenaufgang:         1.3.2015 -         6.53 Uhr (MEZ);       31.3.2015 –       6.44 Uhr (MESZ)

Sonnenuntergang:      1.3.2015 -       17.57 Uhr (MEZ);       31.3.2015 –     19.38 Uhr (MESZ)

Lichter Tag:                1.3.2015 -       11 Std. 4 min              31.3.2015 –     12 Std. 54 min

Vollmond: 05.03.2015 (sog. Lenzmond)      

Neumond: 20.3.2015 (gleichzeitig totale Sonnenfinsternis, in Brandenburg partiell sichtbar)

Von Uwe Schierhorn
Fachlehrer für Astronomie, Mathematik und Physik am Friedrich-Schiller-Gymnasium Königs Wusterhausen, Mitglied der Schul- und Volkssternwarte Dahlewitz e.V.

Quellen:
- Daten aus www.calsky.com
- Die Abbildungen wurden durch den Autor erstellt u.a. unter Nutzung der Software Stellarium 0.12.0 erstellt.

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