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Brandenburg Die 63. Berlinale startet als cineastisches Gesamtpaket
Brandenburg Die 63. Berlinale startet als cineastisches Gesamtpaket
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21:00 06.02.2013
Anne Hathaway. Fotos: dpa
BERLIN

Der Suspense-Meister testete 1954 das damals sündhaft teure Verfahren namens „Natural Vision 3D“, nun ist die digitalisierte 3D-Version erstmals auf einer europäischen Leinwand zu bewundern – und verweist indirekt auf den Animationsfilm „The Croods“, mit dem wiederum das Dreamworks-Studio die aktuelle Brillanz von 3D unterstreichen will.

Jetzt muss es dem Berlinale-Gänger nur noch gelingen, beide Filme in sein persönliches Festivalprogramm unterzubringen: 404 Filme laufen in zehn Tagen, da besteht die Kunst im Auslassen.

Schon mit dem Wettbewerb, dem Aushängeschild eines jeden Festivals, hat man gut zu tun: 24 Filme laufen, fünf davon außer Konkurrenz – etwa „Before Midnight“, die Fortsetzung des Beziehungsreigens mit Ethan Hawke und Julie Delpy, oder „Dark Blood“, in dem der 1993 gestorbene River Phoenix die Wiederauferstehung in seinem nun erst fertiggestellten Film erlebt. Auch der chinesische Eröffnungsfilm, das Martial-Arts-Drama „The Grandmaster“, tritt außerhalb des Bären-Rennens an. Zwangsläufig: Regisseur Wong Kar-Wai ist Jury-Präsident.

So konkurrieren 19 Beiträge um den Goldenen Bären. Festivalchef Dieter Kosslick lässt Veteranen wie Gus Van Sant, Steven Soderbergh oder Bruno Dumont gegen echte Neulinge, viele davon aus Osteuropa, antreten. Die einzige lupenreine deutsche Produktion ist – man höre und staune – ein Western, Thomas Arslans Trip „Gold“, in dem sich Nina Hoss unter die Goldsucher begibt. Viel deutsches Geld steckt auch in „Layla Fourie“, dem in Südafrika spielenden Thriller von Pia Marais.

Aufmerksamkeit dürfte das iranische Werk „Geschlossener Vorhang“ auf sich ziehen: Regisseur Jafar Panahi hat in seiner Heimat Arbeitsverbot. Bislang ist es Panahis Geheimnis, wie er den Film gedreht hat. Im Programm wird Kambozia Partovi als Koregisseur angegeben. Mit Panahis Eintreffen in Berlin ist kaum zu rechnen. Das Regime ließ den Regisseur schon vor zwei Jahren nicht ausreisen.

Eine Innovation bei der 63. Berlinale ist die Reihe „Native“ mit Filmen indigener Völker aus Ozeanien, Australien, Nordamerika und der Arktis. Die Retrospektive widmet sich dem „Weimar Touch“ und spürt dem Einfluss des Weimarer Kinos auf den internationalen Film nach.

Ein Goldener Bär ist bereits vergeben: Für sein Lebenswerk wird Dokumentarfilmer Claude Lanzmann geehrt. Mit der Berlinale-Kamera für ihre Verdienste um das Festival gewürdigt werden die italienische Schauspielerin Isabella Rossellini und der deutsche Regisseur Rosa von Praunheim.

Am Abend des 16. Februar gibt es die Preise. Mal schauen, ob nach dem ersten Applaus wieder so kontrovers diskutiert wird wie im vorigen Jahr, als die Taviani-Brüder mit ihrem Gefängnisfilm „Cäsar muss sterben“ gewannen. (Von Stefan Stosch)

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