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Brandenburg Die Grüne Woche: Promis, Pferde und Proteste
Brandenburg Die Grüne Woche: Promis, Pferde und Proteste
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15:51 19.01.2018
Essen – natürlich eines der Hauptthemen bei der Grünen Woche.
Essen – natürlich eines der Hauptthemen bei der Grünen Woche. Quelle: dpa
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Potsdam

Die Grüne Woche, die weltweit wichtigste Ernährungsmesse, ist am Freitag für das Publikum eröffnet worden. An 75 Marktständen werden während der Messe konventionell und ökologisch produzierende Betriebe aus Brandenburg vertreten sein. Bei der 83. Auflage der Messe präsentieren sich bis zum 28. Januar 1660 Aussteller aus 66 Ländern. Partnerland ist in diesem Jahr Bulgarien. Erwartet werden 400.000 Besucher.

Gin mit Erdbeergeschmack, Spreewaldgurken und bulgarische Gerichte: Von der Grünen Woche gehen Besucher bestimmt nicht hungrig nach Hause.

Die Messe der Ernährungsbranche sei traditionell ein großer „gedeckter Tisch“ und biete Informationen, sagte der geschäftsführende Bundesagrarminister Christian Schmidt (CSU) beim Auftaktrundgang am Freitagmorgen. Landwirtschaft gehöre in die Mitte der Gesellschaft und trage für die Ernährungssicherung der wachsenden Weltbevölkerung größte Verantwortung. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hob die Internationalität der Messe hervor. Es sei gut, dass auch Russland wieder präsent sei. Das Land war der Grünen Woche wegen des Ukraine-Konflikts zwei Jahre ferngeblieben.

Ein Greenpeace-Aktivist steht während der 83. Internationalen Grünen Woche in Berlin mit einem Transparent mit der Aufschrift "Lasst die Sau raus!" vor dem Eingang der Messe. Quelle: dpa

Während des Eröffnungsrundgangs liefen einige Tierschützer rufend vor die Kameras, sie wurden von Sicherheitsleuten abgedrängt. Am Funkturm auf dem Messegelände befestigten Kletterer der Umweltorganisation Greenpeace am Morgen ein Transparent mit der Aufschrift „Lasst die Sau raus“, um für eine bessere Tierhaltung zu demonstrieren.

Das Wichtigste zur Messe im Überblick

Produkte: Von A wie Ameisenhaufen bis Z wie Zebra-Burger lassen sich auf der Grünen Woche wieder äußerst exotische Speisen probieren. Aber keine Angst, es gibt auch Spreewaldgurke, Meerrettich und Knieperkohl. Neu aus Brandenburg präsentiert sich das Cottbuser LaBieratorium mit handwerklich gebrautem Bier, neben Klassikern wie Eberswalder Würstchen, Beelitzer Spargel oder Neuzeller Bier. Die mobile „Deutsche Knoblauch Räucherei“ aus Hennigsdorf (Oberhavel) will auf der Messe auch wieder eine Duftmarke setzen. Ob die Eiszauberei aus Rheinsberg mit ihrem „Knoblauch-Gurke-Dill-Eis“ dagegen anstinken kann?

Die Messe auf einem Blick

Bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin präsentieren sich immer zu Jahresbeginn die Land- und Ernährungswirtschaft sowie der Gartenbau. Besucher erwarten Zehntausende Nahrungs- und Genussmittel, Hunderte Tiere und Pflanzen.

Zur 83. Auflage sind mehr als 1600 Anbieter aus rund 65 Ländern dabei. Partnerland ist bei der Messe vom 19. bis 28. Bulgarien. Die Veranstalter rechnen mit rund 400.000 Besucher.

Brandenburg ist seit 1993 mit einer eigenen Halle vertreten. In Halle 21a präsentieren sich 78 Aussteller. Es gibt eine Showbühne und ein Kochstudio, in dem sich täglich märkische Spitzenköche präsentieren.

Erreichen kann man die Brandenburghalle am besten über den Eingang Nord an der Masurenallee/Ecke Theodor-Heuss-Platz.

Die Messe ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Am Freitag, 26. Januar, schließt die Messe um 20 Uhr.

Tickets kosten 15 Euro (Tageskarte), Montag bis Freitag gibt es ein günstigeres Ticket für 10 Euro ab 14 Uhr. Die Familienkarte (2 Erwachsene und max. 3 Kinder bis 14 Jahre) kostet 31 Euro.

Weitere Informationen zur Messe finden Sie hier, dort können auch Online-Tickets gekauft werden.

Proteine: Es muss nicht immer Schmalzstulle und Schweineschnitzel sein: Chia-Samen, Goji-Beeren und andere „Superfrüchte“ liegen im Trend, weiß Dorothee Berger, Sprecherin des Netzwerks Ernährungswirtschaft und selbst Sanddorn-Spezialistin. Brandenburger Wissenschaftler und Unternehmen forschten derzeit an alternativen Proteinquellen, wie Berger erklärt. So gebe es inzwischen eine Erbsen-Pizza von einem Start-up aus Frankfurt (Oder), das eine Backmischung aus Erbsenmehl erfunden hat – für die kohlehydratarme Küche.

Prominenz: Die Schau bietet auch allerhand Prominenz die Gelegenheit, sich beim Verzehren von Würsten, Streicheln von Lämmchen oder Kippen von Kräuterschnäpsen fotografieren zu lassen. Am Montag, dem Brandenburgtag, macht Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) die gehaltvolle Runde. Beim Kochstudio in der Brandenburghalle 21a geben sich Ex-Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) und Ex-Boxer Axel Schulz die Ehre. Star-Designer Michael Michalsky präsentiert in der Blumenhalle 2.2 am Freitag, 26. Januar, eine „Blumenkollektion“.

Plattform: Die Ernährungswirtschaft in Brandenburg ist auf Expansionskurs. 2016 setzte die Branche 4,6 Milliarden Euro um. Die Grüne Woche gewinnt daher auch als Plattform zur Produktvermarktung an Bedeutung, wie Hanka Mittelstädt, Vorstandsvorsitzende des Verbands pro agro, erklärt: „Der Trend zu regionalen Produkten macht die Messe zunehmend für Fachleute interessant.“ Der Verband hat mehrere Hundert Vertreter von Handelsketten wie Edeka und Kaufland, aber auch Gastronomen eingeladen, damit mehr märkische Produkte den Weg in die Supermarktregale und Restaurantküchen finden.

Pferde: Die Messe Hippologica ist erstmals Teil der Grünen Woche. Sie findet an den letzten drei Messetagen vom 25. bis 28. Januar in Halle 26c statt. Auch viele Brandenburger Pferdehöfe sind dort vertreten. Im Hippodrom (Halle 25) finden Reitturniere statt.

Partner: Bulgarien ist in diesem Jahr das Partnerland. In Halle 10.2 lassen sich die kulinarischen Besonderheiten des Landes erkunden, darunter Schopska-Salat und bulgarischer Joghurt, dessen Geheimnis im Milchsäurebakterium „Lactobacillus bulgaricus“ liegen soll.

Protest: Keine Grüne Woche ohne agrarkritische Proteste. Am Samstag, 20. Januar, wollen tausende Menschen unter dem Motto „Wir haben es satt“ durch Berlin ziehen und für eine Agrarwende protestieren. Organisiert wird der Protestzug von Jochen Fritz, Biokleinbauer aus Werder (Potsdam-Mittelmark).

Prachtstück: Litauen präsentiert aus Anlass der Staatsgründung vor 100 Jahren eine landestypische Spezialität: Skruzdelynas – zu deutsch: Ameisenhaufen. Ein kunstvoll aufgetürmtes Gebäck mit Mohnsamen und Honigglasur, das rund 200 Kilogramm wiegt und an diesem Freitag in Halle 8.2, Stand 101 verköstigt werden kann.

Von Torsten Gellner

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