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Brandenburg Die Rennpappe läuft und läuft
Brandenburg Die Rennpappe läuft und läuft
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08:33 31.07.2013
Potsdam

Auch wenn die Kultmarken Trabant und Wartburg einer aussterbenden Autospezies angehören, im Märkischen findet man sie fast am häufigsten. Laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) sind in Brandenburg noch immer 5413 Trabis angemeldet.

Getoppt wird das lediglich von dem Bundesland, in dem der ehemalige Produktionsstandort Zwickau des 1991 letztmals vom Band gerollten Zweitakters liegt. In Sachsen dümpeln sage und schreibe noch 8642 fahrtüchtige Rennpappen durchs Land. Auch bei der Marke Wartburg nimmt Brandenburg bundesweit hinter Sachsen einen zweiten Platz ein. Angemeldet sind immer noch 1451 Fahrzeuge. Sachsen liegt mit 2026 angemeldeten Wartburgs jedoch weit darüber.

Historische Fahrzeuge beim 3. Magdeburger Oldtimertreffens im Mai 2013. Quelle: dpa

Eine hohe Trabant- und Wartburgdichte gibt es im Südosten Brandenburgs. Im Kreis Märkisch-Oderland sind aktuell 427 Trabants und 77 Wartburgs angemeldet. Und allein in Cottbus zählt man noch 33 Wartburgs und 152 Trabis. Doch Heimatgefühle hin, Ostalgie her: Insgesamt sind die legendären Ostmarken seit der Wende auf Deutschlands Straßen überall rapide im Schwinden begriffen. Tuckerten 1993 noch 920 162 Trabis und 402 590 Wartburgs durch Deutschland, sind es zurzeit nur noch 32 485 Trabants und 7195 Wartburgs. Die größten Verächter des kultigen Ostfahrzeuges Trabant wohnen übrigens nicht in Bayern, sondern in Bremen. Während die Blauweißen sich mit immerhin 1243 angemeldeten Fahrzeugen trabifreundlich geben, hat die Hansestadt nur 49 Fahrzeuge vorzuweisen.

Allerdings besitzen auch die meisten Brandenburger einen Trabant heute weniger als Nutzfahrzeug, denn als Prestigeobjekt. René Reinsberg, Kassenwart beim Trabant Power Lausitz Club ’97 in Kolkwitz (Spree-Neiße) hat seinen Trabi schon seit er einen Führerschein besitzt, also seit 1995. „Original“ sei die Farbe des Autos, also „Biberbraun“. Warum er daran hänge? „Weil es Kult ist, weil es eine Szene gibt“, sagt er. „Das ist wie eine große Familie.“ Beim internationalen Trabi-Treffen am 11. Mai in Anklam (Mecklenburg-Vorpommern) will er 800 Trabi-Fans gezählt haben. „Da trifft man Freunde, da wird gefachsimpelt.“

Allerdings scheint auch das Clubleben nachzulassen. Hatte der Trabant Power Lausitz Club ’97 zu Beginn noch ein gutes Dutzend Mitglieder, sind es heute nur noch vier. Immerhin: Wenn mal wieder ein alter Trabant hergerichtet werden muss, greift Reinsberg selbst zum Schraubenschlüssel. Den eigenen Trabant schont er. „Der sieht keinen Winter“, sagt er. Für den harten Alltag muss das Mercedes-Coupé reichen.

Von Rüdiger Braun

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