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Brandenburg Die Sowjetarmee in der DDR: Online-Portal mit Standorten geht online
Brandenburg Die Sowjetarmee in der DDR: Online-Portal mit Standorten geht online
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13:24 03.04.2019
Mit lauten "Uraah"-Rufen nehmen Soldaten der russischen Streitkräfte nach fast fünfzigjähriger Präsenz in Berlin Abschied von der Spreemetropole (Archivfoto vom 25.06.1994). Quelle: dpa
Berlin/Leipzig

Übungsplätze, Bunker, Hangars oder ganze Militärstädte - in der DDR gab es genau 1116 Liegenschaften der Sowjetarmee. Jetzt wurden sie erstmals komplett in einer Datenbank erfasst. Diese soll ab Donnerstag 19 Uhr online zugänglich sein.

Das Deutsch-Russische Museum in Berlin hat die Bestandsaufnahme zusammen mit dem Deutschen Historischen Institut in Moskau sowie dem Zentrum Militärgeschichte der Bundeswehr erarbeitet. Rund 13.000 Dokumente seien zusammengetragen worden, sagte Christoph Meißner vom Berliner Museum.

Die Objekte und Flächen verteilten sich auf 616 Orte in Ostdeutschland. Die meisten betroffenen Ortschaften waren in Brandenburg – genau 237. In Sachsen-Anhalt betraf es 115 Orte: Allein in Magdeburg gab es 57 Liegenschaften der sowjetischen Streitkräfte. In Thüringen waren 72 Orte betroffen und in Mecklenburg-Vorpommern 83. In Berlin gab es 18 Liegenschaften der Sowjetarmee. Insgesamt beanspruchten die Truppen mit rund 2430 Quadratkilometern drei Prozent der DDR-Fläche.

Sowjetarmee besaß 14 Objekte in Leipzig

In Sachsen gab es insgesamt 91 Liegenschaften – allein 60 davon im ehemaligen Bezirk Leipzig. LVZ.de hat vorab genaue Zahlen von Christoph Meißner erhalten. Demnach war die Messestadt selbst Standort von 14 Objekten. Ein Großteil befand sich in Gohlis und Möckern, wo es Kasernen, ein Lazarett und Lager gab. "Einzelne Liegenschaften auch in Schönefeld und Schönau, in Connewitz gab es ein Lazarett", so Meißner. Dem folgen die größeren Städte Torgau mit neun, Grimma mit acht, Wurzen mit sieben, Leisnig mit sechs, Oschatz mit fünf und Borna mit vier Liegenschaften. Jeweils eine gab es in Belgern, Delitzsch, Döbeln, Eilenburg, Geithain und Mockrehna.

Nach dem Mauerfall wurden die Areale und Objekte an Deutschland zurückgegeben. Ende August 1994 zogen die letzten stationierten Soldaten der ehemaligen sowjetischen Streitkräfte ab. Rund 700.000 Soldaten der früheren Sowjetarmee kehrten seit 1989 aus dem einstigen Ostblock in ihre Heimat zurück. Frei gewordene Gebäude wurden teils abgerissen, Flächen verkauft. Auf einigen Arealen siedelten sich wieder Pflanzen und Tiere an. Allein in Brandenburg seien von 100.000 Hektar rund 93.000 verkauft worden, hieß es.

Die neue Datenbank verstehe sich als Dienstleister für Historiker, Hobbyforscher und Geschichtsinteressierte, sagte Meißner. Sie ist unter folgender Adresse erreichbar: www.sowjetische-militaerstandorte-in-deutschland.de

von dpa/CN

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