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Brandenburg Was macht man mit einem zwei Tonnen schweren Denkmal?
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15:51 04.02.2020
Das Kriegerdenkmal stand seit 1928 in Peitz. Jetzt wurde es von Unbekannten gestohlen. Quelle: Kultur- und Tourismusamt Peitz
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Peitz

Es ist etwa 3,50 Meter breit, 3,20 Meter hoch, wiegt ungefähr zwei Tonnen und spätestens seit dem Wochenende fehlt davon jede Spur: Unbekannte haben in Peitz (Spree-Neiße) ein Denkmal, das an die Opfer des Ersten Weltkriegs erinnert, vom Sockel geholt und gestohlen.

Die Polizei ermittelt in alle Richtungen: „Wir haben noch keine Spur von den Tätern“, sagte Polizeisprecherin Ines Filohn am Dienstag. Wann die Bronze-Skulptur, die einen ruhenden Soldaten nebst Adler zeigt, genau verschwunden ist, ist unklar. Am Samstag war die Polizei darüber informiert worden, dass das Denkmal am Bahnhof der Stadt nicht mehr auf seinem Sockel ruht. Die Polizei sucht nun Zeugen, die Hinweise geben können.

Seit 1928 stand das Denkmal am alten Peitzer Bahnhof. In einer angrenzenden Mauer sind die Namen aller Bewohner des Ortes festgehalten, die im Ersten Weltkrieg gefallen waren. 

Auch wenn die Polizei über die Hintergründe der Tat derzeit nicht spekulieren will, deuten vergleichbare Fälle darauf hin, dass hier keine Kunstdiebe am Werk waren, sondern Metalldiebe.

185 Euro beim Schrotthändler

Vergangenes Jahr etwa war ein 36-Jähriger Mann aus Brandenburg in Berlin in Abwesenheit zu einer Strafe in Höhe von 2800 Euro verurteilt worden. Er hatte nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft in einem Park am Berliner Baumschulenweg zugeschlagen und dort die ebenfalls nicht gerade handliche Skulptur „Schwimmer“ gestohlen.

Wie stets bei solchen Fällen hatte die Polizei unmittelbar nach Bekanntwerden des Diebstahls die Schrotthändler in der Umgebung abgeklappert und war auch fündig geworden. Der Dieb hatte das Kunstwerk in mehrere Einzelteile zerlegt, Kopf, Torso, Beine und Füße abgetrennt, und es an einen Händler verkauft. Knapp 185 Euro habe er dafür erhalten.

Skulptur aus dem Kleist-Museum gestohlen

Vor vier Jahren hatten Skulpturendiebe in Frankfurt (Oder) Werke des Wensickendorfer Künstlers Wieland Förster gestohlen. Zuerst hatte es die Große Badende getroffen, eine Bronzeplastik an der Oderpromenade. Dann schlugen Diebe im Garten des Kleistmuseums zu, rissen die Förster-Plastik Penthesilea von ihrem angestammten Platz und hoben sie über den Zaun.

Auch hier waren wohl Buntmetalldiebe am Werk. „Davon ist zumindest auszugehen“, sagt Manuela Kalk, Sammlungsleiterin des Museums. Bis heute gebe es von der Skulptur keine Spur. So schwer wie das Peitzer Kriegerdenkmal war die Penthesilea aber nicht. Zwei bis drei Leute seien etwa nötig, um sie zu tragen, so Kalk.

Mit Spenden neu gegossen

Im Garten des Museums ist die Figur gleichwohl wieder zu sehen. Sie wurde mit Hilfe von Spenden vor zwei Jahren neu gegossen. „Zum Glück waren noch Gussformen vorhanden, sonst wäre sie unwiederbringlich verloren“, sagte Kalk.

Das Peitzer Denkmal war von dem Tuchfabrikanten Adolf Rehn gestiftet worden. Der ruhende Soldat ohne Helm war von der auf Grab- und Kriegerehrenmale spezialisierte Dresdner Werkstatt Stösslein gefertigt worden. Das Unternehmen hatte ein ähnliches Denkmal schon für Berlin-Spandau kreiert, das allerdings einen Soldaten mit Helm nebst Adler zeigt. Auf Wunsch der Peitzer war ihr Soldat weniger martialisch ohne Stahlhelm gefertigt worden.

Landrat Harald Altekrüger (CDU) als Vorsitzender des Kreisvolksbundes hatte sich betroffen gezeigt. „Dass ein Denkmal vermutlich aus reiner Profitgier von einem Ort der Trauer und des Nachdenkens entwendet wird, macht diese Tat verabscheuungswürdig“, erklärte er. Das Denkmal erinnere an die Leiden des Krieges und ermahne.

Die Polizei sucht nach Hinweisen unter der Telefonnummer: 0355/4937 1227

Von Torsten Gellner

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