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Brandenburg Diese Kriminalfälle sorgten 2020 in Brandenburg für Aufsehen
Brandenburg

Diese Kriminalfälle die 2020 in Brandenburg für Aufsehen sorgten

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11:19 28.12.2020
Die tschechische Polizei nahm einen Mann fest, der in Brandenburg/Havel auf seine Partnerin eingestochen hatte.
Die tschechische Polizei nahm einen Mann fest, der in Brandenburg/Havel auf seine Partnerin eingestochen hatte. Quelle: Tschechische Polizei/Twitter
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Potsdam

MAZ-Reporter haben in Brandenburg auch in diesem Jahr über grausige Gewaltverbrechen und spektakuläre Strafprozesse sowie Polizeieinsätze berichtet. Hier ist eine Auswahl jener Fälle, die 2020 besonders viel Aufsehen erregten.

Serienvergewaltiger wird verhaftet

Nahe des Panzerdenkmals in Dreilinden wurde im Juni eine Joggerin vergewaltigt –auch diese Tat schreibt die Polizei dem Mann zu, der im Juli verhaftet wurde. Quelle: MAZ

Nach der Festnahme eines mußmaßlichen Serienvergewaltigers in Babelsberg Mitte Juli stellt die Polizei Fingerabdrücke und eine DNA-Probe des 29-Jährigen sicher. Der Mann soll für mindestens fünf Sexualstraftaten in Berlin und Brandenburg verantwortlich sein, unter anderem in Potsdam und Kleinmachnow. Die Polizei ist bei dem Zugriff mit 60 Beamten im Einsatz, außerdem mit einem Hubschrauber, Hunden, Booten und einer Drohne.

Doppelmord in Wittenberge

Der Doppelmord löste einen Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr im Wittenberger Allendeviertel aus. Quelle: Jens Wegner

Am 14. Mai werden in einer Wohnung in Wittenberge (Prignitz) zwei Leichen gefunden. Die beiden Männer sind erstochen worden. Eines der Opfer stammt aus Litauen. Während die Spurensicherung im Haus arbeitet, setzt ein Mieter eine Etage höher seine Wohnung in Brand. Ein Zusammenhang besteht aber offenbar nicht. Einen Monat später werden zwei Tatverdächtige festgenommen – sie kommen ebenfalls aus Litauen.

Brandanschlag auf Politiker-Auto

Die Feuerwehr löscht das brennende Auto des Neuruppiner Bürgermeisters Jens-Peter Golde. Quelle: Reyk Grunow

In Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin) wird im Herbst ein neuer Bürgermeister gewählt – der langjährige Amtsinhaber Jens-Peter Golde verliert in der Stichwahl überraschend gegen seinen SPD-Herausforderer Nico Ruhle. Für Schlagzeilen während des Wahlkampfs sorgt ein feiger Brandanschlag auf Goldes Auto. Die Ermittler gehen von einer politisch motivierten Tat aus. Das ergibt sich aus einem Brief mit Todesdrohung, den Golde kurz nach dem Anschlag in seinem Briefkasten findet. Später bekommt er auch noch eine Patronenhülse zugeschickt.

Messerstechers Irrfahrt: Showdown hinter Prag

Die tschechische Polizei nahm den Messerstecher aus Brandenburg/Havel auf der Autobahn D1 fest. Quelle: Tschechische Polizei/Twitter

Ein 32-Jähriger greift im Mai in Brandenburg/Havel seine Partnerin brutal mit einem Messer an. Die anschließende Flucht mit dem gemeinsamen Kind führt den Afghanen in halsbrecherischem Tempo bis nach Tschechien. Die Odyssee endet nach dreieinhalb Stunden in einer Polizeisperre auf der Autobahn, 41 Kilometer hinter Prag. Das Kind nimmt bei dem Zugriff keinen Schaden.

Hotelier checkt im Gefängnis ein

Im Vergleich zum gediegenen Burghotel ist eine Zelle in der JVA schon ein gesellschaftlicher Abstieg... Quelle: Jan Russezki

Der Direktor des Burghotels in Bad Belzig (Potsdam Mittelmark) muss ins Gefängnis. Das entscheidet die 7. Strafkammer des Landgerichts Potsdam im November. Die Strafe von 25 Monaten kann nicht zur Bewährung ausgesetzt werden. Nach der Beweisaufnahme wissen wir: Der Hotelchef (37) muss ein unangenehmer Zeitgenosse sein. Er hat einen seiner Kellner mit einem Elektroschocker verletzt und einen Gast mit dem Golfschläger eins über gebraten.

Ehefrau sollte am Baum sterben

Der Polo prallte nicht gegen den Baum direkt am Rand der Landstraße, wie vom Täter beabsichtigt. Die Fahrt endete an einem weiter hinten gelegenen Baum. Quelle: Unfalldokumentation Polizei

Sechs Jahre Haft wegen versuchten Mordes, gefährlicher Körperverletzung und vorsätzlichen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. So lautet im September das Urteil des Landgerichts Potsdam gegen einen Mann aus Kloster Lehnin. Ungewöhnlich dabei die Mordwaffe, ein VW Polo. Der Angeklagte soll damit im August 2019 auf der Landstraße zwischen Michelsdorf und Golzow bewusst gegen einen Baum gelenkt haben. Sterben sollte seine Ehefrau, sie hatte auf dem Beifahrersitz Platz genommen. Die Staatsanwaltschaft hatte eine härtere Strafe (neun Jahre) gefordert.

A 24: Raserei mit Braut und Tschetschenen

Für das von der Polizei beauftragte Abschleppunternehmen war es ein guter Abend... Quelle: Julian Stähle

Am Abend des 15. November, einem Sonntag, wird auf der A 24 zwischen den Abfahrten Herzsprung und Neuruppin ein illegales Straßenrennen mit mehreren Fahrzeugen gemeldet. Mehrere Autos sind laut Zeugenaussagen „mit unangepasster Geschwindigkeit und riskanten Überholmanövern grob verkehrswidrig“ in Richtung Berlin unterwegs. An der Abfahrt Kremmen leitet die Polizei die sieben beteiligten Fahrzeuge von der Autobahn ab.

Bei der Kontrolle stellt sich heraus, dass es sich um einen Autokorso einer tschetschenischen Hochzeit handelt, in dessen Rahmen offenbar die Braut von Hamburg nach Berlin „überführt“ werden sollte. Die hochwertigen Autos (Porsche, BMW, Audi und Mercedes) werden von der Polizei einkassiert.

Schuss mit der Schrotflinte – ins Gesicht

Auf einem Grundstück in der Blankenfelder Dorfstraße fand die Polizei den erschossenen Autohändler. Quelle: Marcus J. Pfeiffer

Ein Schuss mit der Schrotflinte in die untere Gesichtshälfte, das Opfer ist sofort tot. Das hat sich nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft am 18. Januar in der Dorfstraße in Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) abgespielt. Der Frage, ob es Mord war oder fahrlässige Tötung, geht seit Oktober das Potsdamer Landgericht auf den Grund. Der mutmaßliche Täter, der Imbissbetreiber Bernd S., hatte sich nach dem Schuss der Polizei gestellt. Er soll mit dem Opfer, dem Autohändler Serif G., seit längerem über Geld gestritten haben. Dabei ging es offenbar um ein Grundstücksgeschäft.

Ehefrau im Teich ertränkt

Auf einem Industriegelände in Plötzin endet die Flucht des Mannes, den die Polizei des Totschlags verdächtigt. Quelle: Julian Stähle/dpa

In Werder (Potsdam-Mittelmark) hat ein Mann (64) im Mai seine Ehefrau getötet. Nach einem Streit soll er die 40-Jährige im Gartenteich auf dem eigenen Grundstück ertränkt haben. Seine Flucht mit dem Auto endet wenig später in einem Industriegebiet in Plötzin: Dort fährt der Mann mit Karacho gegen eine Hauswand – wahrscheinlich mit Vorsatz. Schwer verletzt wird er in eine Klinik gebracht.

Von MAZonline