Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Ausgezeichnet: Diese Orte aus Brandenburg räumen bei Dorfwettbewerb ab
Brandenburg Ausgezeichnet: Diese Orte aus Brandenburg räumen bei Dorfwettbewerb ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:11 11.07.2019
Das Dorf Dissen im Landkreis Spree-Neiße hat beim Wettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" Gold gewonnen. Quelle: Kerstin Möbes/Amt Burg (Spreewald)
Dissen

Die Entscheidung ist gefallen: Das brandenburgische Dorf Dissen, niedersorbisch Dešno, in der Gemeinde Burg im Landkreis Spree-Neiße gewinnt Gold beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“. Damit gehört der Ort, der sich selbst als „Storchen- und Museumsdorf“ bezeichnet, offiziell zum Club der schönsten Dörfer Deutschlands. Auch Garlitz (Havelland) räumte Preise ab.

Der Dorf-Wettbewerb, der früher „Unser Dorf soll schöner werden“ hieß, wird alle drei Jahre vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft ausgetragen. In der DDR hieß es es „Schöner unsere Städte und Gemeinden –Mach mit!“. Im Finale 2019 traten 30 Dörfer aus ganz Deutschland an. Insgesamt wurden acht Dörfer mit Gold, 15 mit Silber und sieben mit Bronze ausgezeichnet.

Blick in das Gewinnerdorf Dissen im Landkreis Spree-Neiße. Quelle: Kerstin Möbes/Amt Burg (Spreewald)

„Das ist ein riesen Erfolg für uns und ein Ausdruck dafür, dass es im Ort voran geht. Vieles hat sich bei uns entwickelt“, sagt Dissens Bürgermeister Fred Kaiser (parteilos) auf MAZ-Anfrage. Das Dorf mit seinen rund 600 Einwohnern hatte sich für den dreistündigen Besuch der Wettbewerbs-Jury Anfang Juli ganz besonders herausgeputzt. „Die Bevölkerung hat überragend mitgemacht, alle Vereine waren präsent, und das nicht nur mit einer Person“, erzählt Kaiser, der seit 25 Jahren im Amt ist.

Jury bewertet Entwicklung

Die Jury bewertet vor allem die Entwicklung der jeweiligen Dörfer. „Für die Bewertungskommission ist am Ende entscheidend, wie sich das Dorf als Ganzes weiterentwickelt hat“, lautet die Erklärung des Bundesministeriums. Dabei sollen die Leistungen vor dem Hintergrund der jeweiligen individuellen Ausgangslage und der Möglichkeiten der Einflussnahme der Dorfgemeinschaft bewertet werden.

Unter einem Weidentunnel hatte sich fast das gesamte Dorf versammelt, als die Wettbewerbs-Jury im Juni zu Besuch war. Quelle: Kerstin Möbes/Amt Burg (Spreewald)

Dissen konnte laut Bürgermeister Kaiser mit seinem historischen Dorfkern, der aus 35 Torhaushöfen besteht und vielen ehrenamtlichen Initiativen begeistern. „Bei uns gab es seit der Wende eigentlich keine großen Verwerfungen“, sagt Kaiser. Das Dorf setzt auf seine wendische Tradition und pflegt seine Geschichte und Kultur. Es gibt unter anderem ein Heimatmuseum, einen aktiven Sportverein, einen Jugendclub und viel Natur. Die angrenzende Spreeaue ist renaturiert worden und sieben Störche leben im Dorf.

Preisgeld für die Gewinner

Die acht „Golddörfer“ erhalten ein Preisgeld von jeweils 15.000 Euro, Silber bekommt 10.000 Euro und Bronze 5.000 Euro. Von dem Geld soll in Dissen ein Fitness-Spielplatz gebaut werden.

Bundes-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) gratulierte den Gewinnern am Donnerstag. „Die vielen guten und kreativen Ideen zeigen: Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich ihrer Heimat verbunden, wollen sie besser machen. Und sie gehen Herausforderungen an“, sagte sie.

Auf der internationalen Grünen Woche in Berlin nächstes Jahr im Januar werden alle Preisträger ausgezeichnet. „Wir werden auf jeden Fall hinfahren. Ob mit zwei- oder drei Bussen, müssen wir noch sehen“, sagt Bürgermeister Kaiser.

Garlitz gewinnt Sonderpreis

Garlitz aus dem Landkreis Havelland, das zweite Brandenburgische Dorf, das beim Wettbewerb 2019 vertreten war, gewann Silber und außerdem einen Sonderpreis mit dem Titel „Kultur im Dorf“. Der Sonderpreis ist mit 3.000 Euro dotiert.

Garlitz hatte zum Jury-Besuch ein besonderes Kulturprogramm auf die Beine gestellt. Quelle: Joachim Wilisch

Die sieben anderen Goldmedaillen gingen an: Basberg (Rheinland-Pfalz), Bollstedt (Thüringen), Bötersen (Niedersachsen), Gestratz (Bayern), Lückert (Nordrhein-Westfalen), Rumbach (Rheinland-Pfalz) und Schaephuysen (Nordrhein-Westfalen). Insgesamt hatten 1900 Dörfer aus ganz Deutschland beim Vorentscheid für „Unser Dorf hat Zukunft“ 2019 teilgenommen. Ins Finale kamen die jeweiligen Landessieger von 2018.

Lob vom Minister

Auch Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) lobte das Engagement der brandenburgischen Gewinnerdörfer. „Dieser Dorfwettbewerb ist für mich etwas ganz Besonderes, denn er zeigt eindrucksvoll, dass der ländliche Raum dort eine große Zukunft hat, wo er den Menschen ein attraktives Lebensumfeld bietet, weil viele vor Ort bereit sind, ihre Heimat aktiv mit zu gestalten“, sagte er.

Vor Dissen gab es in Brandenburg erst zwei andere Dörfer, die beim BundeswettbewerbUnser Dorf hat Zukunft“ Gold gewonnen haben: Wiesenburg im Landkreis Potsdam-Mittelmark schaffte es 2010 als erstes, Sauen im Landkreis Oder-Spree gewann 2016. Als Vorjahressieger darf man am darauffolgenden Wettbewerb allerdings nicht mehr teilnehmen. Seit der Dorf-Wettbewerb 1993 gegründet wurde, konnten Dörfer aus Brandenburg insgesamt siebenmal Bronze, achtmal Silber gewinnen.

So funktioniert der Wettbewerb

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft beruft eine sachverständige Bewertungskommission als Jury für den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

Zu den Jury-Mitgliedern gehören unter anderem Vertreter vom Städte- und Gemeindebund, vom Landkreistag, vom Netzwerk Bürgerschaftliches Engagement sowie Landschaftsarchitekten.

Die Jury schaut sich jedes Dorf, das am Finale teilnimmt einzeln an. Jeder Termin dauert drei Stunden. Folgende Fachbewertungsbereiche werden besonders betrachtet: Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, Soziales Engagement und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und Siedlungsentwicklung, Grüngestaltung und das Dorf in der Landschaft.

Von Jonas Nayda

Die SPD-Innenminister und -Senatoren der Länder wollen schärfer gegen Hass und Propaganda von Rechtsextremen im Internet vorgehen. Das beschlossen sie auf einer Konferenz in Potsdam. Vorbild ist das bundesweite Frühwarnsystem „RADAR-iTE“, das islamistische Gefährder im Blick hat.

11.07.2019

Als letztes Kraftwerk könnte in Brandenburg Schwarze Pumpe im Jahr 2032 vom Netz gehen, sagen Wissenschaftler, die einen eigenen Kohleausstiegsplan vorlegten. Sie fordern auch ein „Leitbild der Lausitz als grüne Region der Seen“.

11.07.2019

Das Land Brandenburg nimmt in Spree-Neiße den ersten öffentlichen WLAN-Hotspot in Betrieb, an einem Ort von tiefer Symbolik: der Drebkauer Web-Stube. Muss sie nun umbenannt werden?

11.07.2019