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Brandenburg Brandenburgs Flüsse brauchen zusätzliches Wasser
Brandenburg Brandenburgs Flüsse brauchen zusätzliches Wasser
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15:56 26.04.2019
Wasser der Spree verlässt die Staumauer der Spremberger Talsperre. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Potsdam

Wegen der anhaltenden Trockenheit werden Brandenburgs Flüsse aufgefüllt. Aus der Talsperre Spremberg mussten bereits 1,4 Millionen Kubikmeter Wasser in die Spree und andere Flüsse der Region geleitet werden, damit sie in Bewegung bleiben, wie Kurt Augustin, Leiter der Abteilung Wasserschutz, am Freitag in Potsdam sagte. Noch sei die Lage aber nicht dramatisch. Zuvor hatte der rbb darüber berichtet.

Dramatischer sieht Augustin die Situation beim Grundwasser. Da könne man nichts steuern. „Grundwasser ist das wichtigste Gut für die Trinkwasserversorgung“, sagte der Experte. Die Werte zeigten, dass die Grundwasserstände in den letzten dreißig Jahren stetig zurückgegangen seien. „Da wissen wir noch nicht, wie wir dem entgegensteuern können.“

Flutung von Cottbuser Ostsee vorläufig gestoppt

Wegen der anhaltenden Trockenheit und des Niedrigwassers in der Spree ist auch die erst Mitte April gestartete Flutung des Cottbuser Ostsees gestoppt worden. Das teilte das Energieunternehmen Leag als Betreiber am Freitag mit. Die sächsischen und brandenburgischen Wasserbehörden hätten für alle Lausitzer Tagebauseen vorsorglich angeordnet, die Flutungen einzustellen, bis sich die Lage wieder entspannt habe, sagte eine Sprecherin des Unternehmens.

In den Cottbuser Ostsee, den ehemaligen Tagebau Cottbus Nord, sind seit Flutungsbeginn am 12. April rund 735 000 Kubikmeter Spreewasser geflossen. Nach Angaben der Leag soll für den riesigen künstlichen See Wasser aus der Spree über den Hammergraben in das Tagebauloch fließen - insgesamt rund 45 Millionen Kubikmeter jährlich.

Der Ostsee soll eine Wasserfläche von knapp 19 Quadratkilometer haben. Demnach wird er dann größer als Schwieloch- und Scharmützelsee - und gut zweieinhalb Mal so groß wie der Große Müggelsee. Im Jahr 2025 soll das Wasser nach Angaben der Leag die notwendige Mindesthöhe von 2,70 Meter in der Mitte des Sees erreicht haben.

Neuer Waldschutzplan bis September

Die Trockenheit ist und bleibt ein massives Problem in der Mark. Nach bisher schon 70 Waldbränden in diesem Jahr geht Brandenburg 2019 erneut von einer schwierigen Saison aus:„Angesichts der äußerst trockenen Situation im Frühjahr und auch der langzeitigen Prognose müssen wir damit rechnen, dass das Jahr 2019 auch wieder ein kompliziertes Jahr werden wird“, sagte Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) am Freitag in Potsdam.

Das Land sehe sich aber gut vorbereitet. Am Freitag galt in 11 von 14 Kreisen sowie in den Städten Cottbus und Frankfurt (Oder) die höchste Gefahrenstufe für Waldbrand. Der Minister riet, den Wald möglichst zu meiden. Ein Zehn-Punkte-Plan, den die Regierung nach den großen Bränden im vergangenen Jahr aufstellte, ist bisher nach Angaben von Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde teilweise umgesetzt. Ein neuer Waldschutzplan zur Beseitigung weißer Flecken bei Löschwasserstellen und Brandschutzwegen soll bis September vorliegen.

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Von MAZonline/dpa

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