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Brandenburg Brandenburg schätzt Dürre-Schäden auf 260 Millionen Euro
Brandenburg Brandenburg schätzt Dürre-Schäden auf 260 Millionen Euro
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18:33 13.08.2018
Rapsernte: Die Dürre sorgt nach zwei schlechten Erntejahren für ein weiteres Jahr mit Einbußen. Foto: Bernd Wüstneck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Rapsernte: Die Dürre sorgt nach zwei schlechten Erntejahren für ein weiteres Jahr mit Einbußen. Foto: Bernd Wüstneck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: dpa
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Potsdam

Die wochenlange Dürre hat in der Landwirtschaft nach einer ersten Schätzung des Brandenburger Agrarministeriums Schäden in Höhe von rund 260 Millionen Euro verursacht. Diese vorläufige Zahl habe man vor dem gestrigen Bund-Länder-Treffen an den Bund übermittelt, teilte das Brandenburger Agrarministerium auf MAZ-Anfrage mit.

In Berlin fand am Montag ein weiteres Bund-Länder-Treffen statt. Für Brandenburg nahm Staatssekretärin Carolin Schilde teil. Sie warb um Unterstützung durch den Bund für die hiesigen Landwirte, wie Jens-Uwe Schade, Sprecher des Agrarministeriums erklärte.

Noch keine Entscheidung in Berlin

Eine Entscheidung über Beihilfen des Bundes fiel aber erwartungsgemäß noch nicht. Der Bund sieht noch Klärungsbedarf. Die gemeldeten Schadenssummen seien nur schwer miteinander zu vergleichen, hieß es. Hier müssten die Länder noch nacharbeiten, um eine „Vergleichbarkeit der Erhebungsgrundlage zu gewährleisten“, teilte Agrarstaatssekretär Hermann Onko Aeikens nach dem Treffen mit. „Erst wenn konkrete und verlässliche Zahlen vorliegen, kann eine abschließende Entscheidung über Hilfen des Bundes gefällt werden“, sagte er.

Das könnte Ende des Monats soweit sein, wenn in allen Bundesländern die Getreideernte abgeschlossen ist und verlässliche Zahlen vorliegen. „Dann können wir die Bedürftigkeit und die Bedrohung der Existenzsicherheit der Landwirte genau absehen“, so Aeikens. Hintergrund sind EU-Vorgaben zum Schutz vor Wettbewerbsverzerrung. Um staatliche Nothilfen in einem solchen Ausmaß gewähren zu dürfen, muss eine nationale Notlage vorliegen. Doch die Niederschlags- und Erntebilanz fällt in Deutschland teilweise sehr unterschiedlich aus.

Mehr als eine Milliarde Schaden in Deutschland

Insgesamt summieren sich die bisher gemeldeten Schadenssummen der Länder auf deutlich mehr als eine Milliarde Euro. Allein für Schleswig-Holstein meldete das dortige Agrarministerium einen geschätzten Dürre-Schaden von 422 Millionen Euro an den Bund. Sachsen übermittelte eine Schätzung von rund 308 Millionen Euro, Sachsen-Anhalt von 237 Millionen Euro. Für Hessen geht das Landesagrarministerium davon aus, dass die Bauern Ernteausfälle von bis zu 150 Millionen Euro zu verkraften haben.

Brandenburger Bauern erhalten Futtermittelhilfe

Unabhängig von möglichen Beihilfen des Bundes hat sich Brandenburgs Landesregierung auf eine Unterstützung in Höhe von fünf Millionen Euro verständigt. Das Geld sei in erster Linie für Viehhalter gedacht, die gezwungen seien, Futter zuzukaufen, weil die eigenen Wiesen nicht genug hergeben. „Es richtet sich an Landwirte, die normalerweise mindestens die Hälfte des verbrauchten Futters auf eigenen Flächen erzeugen“, so Schade. Pro Betrieb würden maximal 15000 Euro ausgezahlt. Höhere Beihilfen würden von der EU als Wettbewerbsverzerrung bewertet.

„Es ist klar, dass die fünf Millionen Euro unsere Probleme nicht lösen werden“, sagte der Sprecher des Brandenburger Bauernverbands, Tino Erstling. „Aber wir werten es als positives Zeichen und dass sich die Landesregierung der Brisanz unserer Lage bewusst ist.“ Der Verband will am Freitag über den diesjährigen Ernte-Abschluss informieren, der so früh stattfindet wie noch nie.

Morgen wird die Dürre auch Thema im Bundeskabinett sein. Die Regierung wird voraussichtlich beschließen, dass sogenannte Zwischenfrüchte auf ökologischen Vorrangflächen für die Futternutzung freigegeben werden.

Von Torsten Gellner

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