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Brandenburg Eher ausgebüxt als ausgesetzt: Mehr herrenlose Tiere zu Jahresende
Brandenburg Eher ausgebüxt als ausgesetzt: Mehr herrenlose Tiere zu Jahresende
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13:16 29.12.2019
Schreck durch Knaller an Silvester, Herrchen im Weihnachtsstress: Gegen Jahresende büxen Hund oder Katz' laut Tierschützern besonders oft aus. Quelle: Peter Geisler
Potsdam

Brandenburgs Tierschützer erwarten in den letzten Tagen des Jahres einen Anstieg an Fundtieren. Dabei steigt vor allem die Zahl entlaufener Tiere zum Jahresende. Zurückgegangen ist laut Landestierschutzverband dagegen das Problem mit ausgesetzten Vierbeinern, die erst zu Weihnachten verschenkt und dann schon über die Feiertage zur Last werden. „Die Zahlen sind zum Glück überschaubar“, sagte Verbandssprecher Rico Lange. Durch Aufklärung sei in den letzten Jahren schon viel erreicht worden.

Wirkung zeige, dass viele Tierheime um die Tage vor Weihnachten bis nach Silvester einen Vermittlungsstopp haben, sagte Lange. Damit soll verhindert werden, dass Tiere unter dem Weihnachtsbaum landen oder zu Silvester bei lauter Knallerei in einer neuen und fremden Umgebung sind.

Mehr entlaufene Tiere als im Vorjahr

Ausgesetzte Tiere fängt Sven Galle, der in Papenbruch (Ostprignitz-Ruppin) seit 20 Jahren ein Tierheim betreibt, nach eigenen Anganben immer seltener. „Da ist es wirklich eher der Weihnachtsstress, wo die Halter unaufmerksamer werden“, berichtete er. Bei einem aktuellen Fall habe ein Halter wohl Skrupel bekommen und sich im Tierheim eine abenteuerliche Geschichte ausgedacht, statt den Hund einfach so auszusetzen. „Schließlich kam aber raus, dass er nicht der Finder war, sondern das Tier aus seiner Familie stammte“, sagte Galle.

Weil in diesem Jahr der Feuerwerksverkauf schon früher beginnt, befürchtet der Tierheimbetreiber, der zudem im kommunalen Auftrag Vierbeiner in weiten Teilen der Landkreise Ostprignitz-Ruppin und der Prignitz fängt, mehr entlaufene Tiere als im Vorjahr. Die Zahl der Einsätze nach Silvester variiert Sven Galle zufolge. „Einmal mussten wir in einer Nacht zwölf Mal ausrücken“, sagte er. Teilweise würden noch bis tief in den Januar hinein verstörte Tiere in den Wäldern gefunden.

Gesundheitliche Folgen nicht ausgeschlossen

„Die Knallerei zu Silvester verunsichert Tiere. Durch die entstehende Angst flüchten viele“, bestätigte auch Rico Lange. Deshalb sei es besonders wichtig, sein Haustier mit einem Chip zu registrieren.

Über zentrale Haustierregister wie etwa Findefix vom Deutschen Tierschutzbund kann bei gefundenen und dort gemeldeten Tieren besonders schnell die Identität geklärt werden. „Zum Jahreswechsel und Jahresbeginn erhalten wir viele Vermisstenmeldungen“, sagte Carmen Haas von Findefix in Bonn. Mit Blick auf die Silvesterknallerei empfiehlt Haas Haltern, ihre Tiere in der Nacht zumindest zu beruhigen. Es bestehe nicht nur die Gefahr des Entlaufens. Auch gesundheitliche Folgen bis hin zum Herzstillstand könnten demnach bei verängstigten Haustieren auftreten.

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