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Brandenburg Ein Hund kocht, ein Kochtopf fliegt, ein Wald verschwindet
Brandenburg Ein Hund kocht, ein Kochtopf fliegt, ein Wald verschwindet
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08:00 31.12.2016
Quelle: dpa
Potsdam

Verkehrsunfälle, Schlägereien, Autodiebstähle, Einbrüche, Mord und Totschlag. In den täglichen Pressemeldungen, die von den vier Polizeidirektionen des Landes veröffentlicht werden, begegnete einem die kleinen und großen Übel der Welt. Doch die Welt ist nicht nur schlecht, sondern oft auch überraschend, skurril, mal anrührend, mal komisch. Wir präsentieren: die kuriostesten Polizeieinsätze aus 2016.

Hundewelpe schaltet Herd ein

Je geschickter der Hund, desto höher das Risiko für Herrchen oder Frauchen. Eine Neuruppinerin ließ ihren Hundewelpen nur kurz alleine in der Wohnung. Irgendwie muss das tapsige Tier dann beim Erkunden der sturmfreien Küche mit seinen Pfoten die Herdplatte angeschaltet haben, so dass nebenstehendes Küchengerät zu schmoren und qualmen begann. Frauchen kam zum Glück rechtzeitig nach Hause und rettete die Wohnung vor einem Brand und dem rührigen Hund das junge Leben.

Mit dem Luftgewehr gegen Hornissen

Weniger tierfreundlich ging es im Sommer in Gadow im Norden des Landes zu, wo eine mit 2,59 Promille und einem Luftgewehr ausgestattete Frau ein Hornissennest ins Visier nahm. Die Schützin beteuerte später gegenüber der Polizei, dass sie allergisch auf Hornissenstiche reagiere und sich mit ihren Schüssen lediglich habe schützen wollen. Das bewahrte sie aber nicht vor einer Anzeige wegen eines Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz.

Das Essen hat nicht geschmeckt

Wie wichtig nicht nur eine gesunde, sondern auch schmackhafte Ernährung ist, wurde einem Autofahrer in Jüterbog auf rabiate Weise bewusst. Denn vor dessen Wagen landete plötzlich ein mit roter Soße gefüllter Kochtopf. Einem 53-Jährigen hatte das Essen einfach nicht geschmeckt, wie er später bei der Polizei zu Protokoll gab, so dass er es mitsamt dem Topf aus dem Fenster geschmissen hatte. Sicher eine kulinarische Überreaktion und überdies ein gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.

Zwölfjähriger hinterm Steuer

Gefährlich auch, was ein Zwölfjähriger in Neuruppin unternahm, um sein Heimweh zu bekämpfen. Das Kind lebte von seiner Mutter getrennt in einer Wohngruppe und nutzte einen Badeausflug, um seinem Betreuer den Autoschlüssel abzuluchsen. Fast schon routiniert steuerte er das Auto bis nach Berlin, wo die Mama wohnt. Doch kurz vor dem Ziel wurde der kleine Ausbüxer von der Polizei gestoppt, als er doch noch auffällig geworden war. Er hatte in Hohenschönhausen zwei parkende Autos gerammt und sich im Gebüsch versteckt.

Frau uriniert auf Computer

Mit einer Flucht im Auto endete auch einer der wohl ungewöhnlichsten Zwischenfälle, der 2016 die Polizei beschäftigte. Im September wurden die Beamten auf ein Oranienburger Firmengelände gerufen. Der Grund: Sachbeschädigung. Die Täterin: Eine Frau. Die Tatwaffe: Nun ja. Die Dame war laut Zeugenaussagen wutentbrannt in das Büro gestürmt, um unter akrobatischen Anstrengungen auf mehrere Tische zu urinieren. Die Frau soll, so sagt man, in dem Laden mal was zu sagen gehabt haben und mit dem Eigentümerwechsel nicht einverstanden gewesen sein. Nachdem sie ihr Geschäft verrichtet hatte, brauste sie auf einigermaßen glamouröse Weise davon – in einem Porsche.

Gefilmter Gröler rächt sich

Auf ein Recht am eigenen Bild beharrte ein Neuruppiner. Betrunken wie er war, grölte er nach Herzenslust im Wohngebiet. Als ein Anwohner den Schreihals filmte, packte den die blanke Wut. Er trat die Haustür des Mehrfamilienhauses ein, um zur Wohnung des Handyfilmers zu gelangen. Womit der Krakeeler nicht gerechnet hatte: Er handelte er sich eine Tracht Prügel ein. Denn im Flur hinter dem Haupteingang stand bereits ein anderer Mann, der ebenfalls betrunken war, und sich über die eingetretene Tür so gar nicht erfreut zeigte.

Strumpfhosen-Mann sieht Rot

Gewöhnliche Kleinkriminelle werden offenbar immer schrulliger: Die Polizei im Kreis Oberhavel suchte Anfang November nach einem Mann, der auf äußerst rabiate Weise nach Zigaretten in einem Imbiss verlangt hatte. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, bedrohte er Gäste mit einem Fleischerbeil. Wer nicht dabei war, musste über Vorfall schmunzeln: Denn der Mann trug untenrum nichts weiter als eine Strumpfhose.

Zechpreller mit Kinderportion

Trotz halber Portion ist dieser Ganove nicht mit einer halben Strafe davon gekommen: Ein 44-jähriger Mann bestellte in einer Gaststätte in der Premsliner Straße drei Bier und eine Kinderportion – wollte aber nach dem Verzehr die Zeche prellen.Es wurde eine Strafanzeige wegen Betruges aufgenommen.

40 Rinder entführt

Diebesbanden trieben im vergangenen Jahr wieder ihr Unwesen. Doch die haben es längst nicht mehr nur auf Autos, Schmuck und Elektronik abgesehen. Auch Naturalien stehen hoch im Kurs. Mit Eierdieben haben es die märkischen Behörden zwar nur mehr selten zu tun, dafür erlebte 2016 der Kuhklau eine kleine Renaissance.

Im Frühjahr vereitelte ein Treckerfahrer aus Brandenburg an der Havel einen Beutezug der besondern Art: Mitten in der Nacht verfolgte er einen verdächtigen Viehtransporter. Wie sich herausstellte, hatten Diebe 40 Rinder aus einem Stall entführt. Als die Polizei auf der Autobahn bei Michendorf (Potsdam-Mittelmark) zuschlagen wollte, steuerte der Viehlaster auf eine Rastanlage, der Fahrer konnte unerkannt flüchten. Aber zumindest die Tiere mit einem Wert von 40.000 Euro waren gerettet.

Der geklaute Wald

Im Juli vermisste eine Waldbesitzerin in Berkenbrück (Teltow-Fläming) ein ganzes Stück Forst: gut 250 Meter Festholz – abgeholzt und abtransportiert, womöglich von einer professionellen Holzfällerbande, ausgerüstet mit schwerem Gerät.

Der Fall weckte bei den Ermittlern Erinnerungen an einen Premnitzer Fall aus dem Frühjahr. Damals waren 2000 Kiefern verschwunden – die meisten davon über 100 Jahre alt. Doch der vermeintliche Diebstahl klärte sich später auf. Keine professionelle „Holzfällerbande“ war hier am Werk, sondern der Sohn der Waldeignerin, der auf eigene Faust geerntet hatte. Anscheinend hatte er vergessen, die Familie über die Waldrodung in Kenntnis zu setzen. Daraufhin zog die Eigentümerin die Anzeige zurück.

>> Weiterlesen: Das ist das kurioseste Diebesgut aus Brandenburg

Von MAZonline

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