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Brandenburg Ein Personenschützer erzählt
Brandenburg Ein Personenschützer erzählt
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00:20 30.11.2017
Personenschützer Michael Banse vom LKA Berlin. Quelle: Foto: Julian Stähle
Potsdam

Botschafter, Diplomaten und Politiker fühlen sich an der Seite von Michael Banse sicher. Im Interview erzählt der Brandenburger über seinen Job als Personenschützer beim Berliner LKA.

Wie gefährlich ist Ihr Job?

Es gibt viele gefährliche Situationen, zum Beispiel wenn wir Politiker zu öffentlichen Auftritten begleiten. Glücklicherweise ist der Personenschutz noch nie bei einem Einsatz mit der Schusswaffe bedroht worden. Aber vom Tortenangriff über Fausthiebe bis hin zu mehreren Leuten, die auf einen losstürmen, war alles dabei.

Welche Personen beschützen Sie und Ihr Team?

Das Berliner LKA schützt Personen, die aufgrund ihres Amtes in Berlin gefährdet sind. Das können Inhaber politischer Ämter der Berliner Verwaltung sein, aber auch Botschafter, Generalkonsule und Diplomaten. Das Berliner LKA schützt auch Personen, denen ein Ehrenmord droht, Islamkritiker oder Zeugen, für die es eine erhöhte Gefahrenlage gibt.

Personenschützer sind oft jahrelang an der Seite eines Politikers unterwegs. Was aber, wenn man denjenigen nicht mag?

Unsere Kollegen lernen schon in der Ausbildung, dass die Schutzperson nie ein Freund und nie ein Feind sein darf. Man muss sich darüber klar sein, dass man als Personenschützer sein Leben für jemanden einsetzt, der einem nicht sympathisch sein muss.

Wie sieht der Arbeitsalltag eines Personenschützers aus?

Die Arbeit richtet sich nach dem Alltag der Schutzperson. Wenn sie um 7 Uhr im Büro sein soll, heißt das für uns, er wird vorher beispielsweise an seinem Wohnort abgeholt. Das berufliche Geschäft findet am Tage statt. Dann gibt es noch Abendtermine möglicherweise mit öffentlichen Terminen wie einer Gala oder Charity-Veranstaltung. Vielleicht endet der Termin erst nachts um 2  Uhr. Und um 6 Uhr möchte die Schutzperson wieder los zum ersten Termin des neuen Tages. Bei meiner Arbeit habe ich gelernt, dass Schutzpersonen einen Wahnsinnsarbeitsalltag haben können und wir uns anpassen müssen.

Was macht Ihren Job besonders schwierig?

Wenn sich jemand nicht an Absprache hält, wir keine Infos über spontane Termine bekommen, kann das gefährlich werden. Gut läuft es für uns, wenn sich die Schutzperson auf uns einstellt, uns vertraut und wenn sie Verständnis dafür hat, dass wir einfach unseren Job machen. Öffentliche Auftritte können sehr stressig für alle Beteiligten sein: Menschenmassen, mitunter kritische Zuschauer, Blitzlichtgewitter, Kameras hier, Kameras dort und vom Personenschützer wird erwartet, dass er Angriffe erkennt. Problematisch ist dabei etwa auch, wenn wir vom Blitzlichtgewitter geblendet werden.

Demnach hat es einen Grund, dass viele Personenschützer Sonnenbrillen tragen?

Ja, zum Schutz, damit man das Pu­blikum gut sehen kann. Und für mich ist die Sonnenbrille auch ein taktisches Mittel.

Kann man mit einer Sonnenbrille auf der Nase seinen Beruf diskret ausüben?

Wir versuchen immer – so weit es geht – in den Hintergrund zu treten. Unsere Dienstkleidung ist überwiegend der Anzug. Bei anderen Terminen treten wir legerer auf und passen uns der Situation an.

Sie sind nicht nur als Personenschützer aktiv, sondern bilden seit einigen Jahren aus: Was schärfen Sie Ihren Kollegen ein?

Polizeibeamte sind so konditioniert, Verbrecher zu jagen. Der Job eines Personenschützers ist es aber nicht mehr, die Bösen von der Straße zu fangen und anschließend die Spuren zu sichern, sondern eine Person aus dem Gefahrenbereich zu bringen, wenn es brenzlig wird.

Wie viele Frauen gibt es in der Branche?

Zu wenige. Die Anforderungen schrecken viele ab. Die Frauen in unserer Abteilung sind aber tough, können alles und sind den Männern gleichgestellt. Wir brauchen Bewerberinnen, auch weil es in bestimmten Bereichen für weibliche Schutzpersonen angenehmer ist, von einer Frau begleitet zu werden.

Leibwächter erfahren viele Dinge, die nicht an die Öffentlichkeit dringen dürfen. Wie nah darf ein Personenschützer seinen Klienten kommen?

Das Verhältnis ist eine große Vertrauensgeschichte, die von keiner Seite ausgenutzt werden darf. Um die angemessene Distanz professionell zu wahren, hilft es mir, mich in die Situation der Schutzperson ­hineinzuversetzen.

Was unterscheidet einen Personenschützer beim LKA von einem privaten Bodyguard?

Der Personenschützer des LKA hat schon eine zweieinhalb- bis dreijährige Polizeigrundausbildung absolviert, ist also bereits Polizeibeamter und wird für die Aufgabe des Personenschutzes weiterqualifiziert. Er kann auf eine bessere Bewaffnung zugreifen und hat polizeiliche Befugnisse.

Welche Eigenschaften sollte ein Bodyguard des LKA haben?

Weil man in einem kleinen Kollegenkreis arbeitet, wenig Schlaf hat und ständig unter Anspannung steht, dass etwas passieren könnte, muss ein Personenschützer vor allem teamfähig und belastbar sein. Denn je nachdem wie hoch die Gefährdung eingestuft wird, kann ein Arbeitstag bis zu 17 Stunden dauern. Hinzu kommen bis zu zweiwöchige Dienstreisen.

Welche Termine waren für Sie besonders spannend?

Ob im Backstagebereich bei „Wetten, dass..?“ oder bei „Anne Will“ – als Personenschützer bekommen Sie hinter den Kulissen viel mit.

Von Diana Bade

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