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Brandenburg Elektronischer Impfnachweis soll in Brandenburg und Thüringen getestet werden
Brandenburg

Elektronischer Impfnachweis soll in Brandenburg und Thüringen getestet werden

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16:10 04.05.2021
Symbolfoto: Auch die EU arbeitet an einem elektronischen Impfpass.
Symbolfoto: Auch die EU arbeitet an einem elektronischen Impfpass. Quelle: imago images/Michael Weber
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Potsdam/Erfurt

Brandenburg und Thüringen sollen nach Worten der Thüringer Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) einen elektronischen Impfnachweis erproben. Man werde das Pilotprojekt bereits kommende Woche starten, sagte Werner am Dienstag nach einer Kabinettssitzung der rot-rot-grünen Landesregierung in Erfurt. Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen werde das Projekt am Montag vorstellen. „Und wir hoffen, dass wir dann auch gut Vorarbeiten leisten können, damit auf Bundesebene schnellstmöglich so ein elektronischer Impfnachweis für alle da sein kann“, sagte Werner.

Geimpfte sollen mehr Freiheiten erhalten

Bundesweit wird derzeit diskutiert, ob vollständig Geimpfte und Genesene früher als andere bestimmte Freiheiten und Grundrechte zurückerhalten sollten.

Lesen Sie auch: Beschluss des Bundeskabinetts: mehr Freiheit für vollständig Geimpfte ab dem Wochenende

In mehreren Bundesländern sollen in einem ersten Schritt Genesene und Geimpfte Menschen mit einem negativen Corona-Test gleichgestellt werden. Auch in Thüringen sieht dies eine neue Verordnung vor, die am Donnerstag in Kraft treten soll. In Brandenburg gibt es eine entsprechende Regelung schon.

Der digitale Nachweis soll in Form einer App für das Smartphone funktionieren. Die erfolgte Impfung soll man sich in Arztpraxen, Impfzentren oder auch bei Apotheken dafür zertifizieren lassen können. Dieses Zertifikat in Form eines QR-Codes lädt man sich via App auf das Smartphone.

Wenn man dann ein Angebot nutzt, etwa beim Friseurbesuch oder beim Einkaufen, soll der Impfnachweis eingescannt werden, ähnlich wie beim Scannen eines Bahn- oder Flugtickets. Das System müsse hohe Datenschutzanforderungen erfüllen, hatte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag erklärt.

Gelbes Impfbuch bleibt

Er erwarte den digitalen Impfpass bis Mitte Juni. Er betonte, dass der klassische gelbe Impfpass oder ein ausgedrucktes Formular des Impfarztes weiter als Nachweis anerkannt würden.

Für vollständig Geimpfte und Genesene könnten die Corona-Regeln schon ab dem Wochenende gelockert sein. Das Bundeskabinett verabschiedete am Dienstag eine Verordnung, der noch Bundestag und Bundesrat zustimmen müssen.

Öffnungen zu Pfingsten möglich

Noch offen ist, ob der neue Impfausweis schon im Zusammenhang mit den geplanten Lockerungen zu Pfingsten ins Spiel kommen könnte. Die rot-schwarz-grüne Koalition hatte sich darauf verständigt, dass Gaststätten im Freien zu Pfingsten öffnen können, wenn die Infektionszahlen stabil sinken. Für den Besuch wäre ein negativer Schnelltest nötig – oder der Nachweis über eine Immunisierung gegen das Corona-Virus – entweder nach vollständiger Impfung oder durchgestandener Krankheit. 

Von RND/dpa